Me­la­nia Trump: Slo­we­ni­en fei­ert die neue First La­dy

Slo­we­ni­ens Tou­ris­mus­in­dus­trie fei­ert die künf­ti­ge First La­dy / Trump schal­tet An­walt ein

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - AFP

Die Re­gi­on

Lie­be­voll de­ko­rier­te „Me­la­nia“-Tor­ten, Filz­pu­schen mit Pelz­bom­meln, Füh­run­gen zu den wich­tigs­ten Sta­tio­nen aus der Ju­gend­zeit der künf­ti­gen First La­dy der USA: Noch vor der Amts­ein­füh­rung von Prä­si­dent Do­nald Trump am 20. Ja­nu­ar herrscht Gold­grä­ber­stim­mung in der Tou­ris­mus­bran­che von Slo­we­ni­en, der Hei­mat sei­ner Frau Me­la­nia. Dass Trump und sei­ne Frau von die­sem Boom we­ni­ger be­geis­tert sind, kann ihn kaum brem­sen. Ei­nen pro­mi­nen­ten Platz in al­len Rei­se­bro­schü­ren nimmt seit ei­ni­ger Zeit Sev­ni­ca ein: In dem bis­lang weit­ge­hend un­be­kann­ten Ort öst­lich von Ljublja­na wuchs Me­la­ni­ja Knavs (so ihr Ge­burts­na­me) auf, be­vor sie Mo­del wur­de und 2005 – mitt­ler­wei­le als „Me­la­nia“– den Im­mo­bi­li­en­mil­li­ar­där Trump hei­ra­te­te. Zwar gibt es nur we­ni­ge „Me­la­nia“-Er­in­ne­rungs­or­te – ih­re Schu­le und das Ge­bäu­de, in dem sie als Kind wohn­te – doch ma­chen fin­di­ge Ge­schäfts­leu­te den Man­gel durch Fan­ta­sie wett. Die Bä­cke­rei „Ju­li­ja“im Zen­trum des klei­nen Orts et­wa bie­tet ei­ne lu­xu­riö­se Tor­te aus wei­ßer Scho­ko­la­de mit Gold­ver­zie­rung na­mens „Me­la­nia“an, Re­stau­rants ha­ben auf ih­rer Kar­te ein „Me­la­nia“-Me­nü mit frisch ge­fan­ge­ner Fo­rel­le als Haupt­gang, ein Pfann­ku­chen­haus nennt gold­ge­spren­kel­te „Crê­pe Me­la­nia“sei­ne Spe­zia­li­tät. Das ört­li­che Rei­se­bü­ro Mu­ra­ni­ca plant ab März so­gar ei­ne „Me­la­nia-Tour“mit Füh­run­gen in Sev­ni­ca so­wie in der Haupt­stadt Ljublja­na und der ita­lie­ni­schen Me­tro­po­le Mai­land, wo die in­zwi­schen 46-Jäh­ri­ge vor Jahr­zehn­ten ih­ren Durch­bruch als Mo­del fei­er­te. Und auch der ört­li­che Schuh­fa­bri­kant Ko­pi­tar­na Sev­ni­ca hofft auf gu­te Ge­schäf­te mit sei­nen pelz­ver­bräm­ten Filz­pan­tof­feln na­mens „Wei­ßes Haus“. Für die in li­mi­tier­ter Auf­la­ge her­ge­stell­ten Pu­schen ver­langt er 50 Eu­ro. „Wir ha­ben der künf­ti­gen First La­dy ein Paar ge­schickt und hof­fen, es wird ih­re Fü­ße in den Win­ter­mo­na­ten wär­men“, sagt Fa­b­rik-Spre­che­rin Ma­te­ja Re­se­ta. Trump und sei­ne Frau wa­ren of­fen­bar nur ein­ge­schränkt be­geis­tert von dem Ge­schenk. An­ge­sichts der Ge­fahr, dass der Markt bald mit Tel­lern, Tas­sen, T-Shirts und an­de­ren selt­sa­men Sou­ve­nirs mit ih­ren Kon­ter­feis über­schwemmt wird, be­auf­trag­ten sie ei­ne slo­we­ni­sche Rechts­an­walts­kanz­lei, je­de un­ge­neh­mig­te Ver­mark­tung zu stop­pen. Al­lein die Dro­hung ge­nüg­te: In vor­aus­ei­len­dem Ge­hor­sam ent­fern­te der Ge­mein­de­rat von Sev­ni­ca ein rie­si­ges Wer­be­pla­kat mit Me­la­ni­as Bild und ein Ho­nig­pro­du­zent nahm sei­ne Glä­ser mit Ho­nig aus „Me­la­ni­as hei­mi­schem Gar­ten“aus den Re­ga­len. Die Piz­ze­ria Ron­do er­setz­te ih­ren „Trump“-Bur­ger durch ei­nen „Prä­si­den­ten“-Bur­ger mit US-Flag­ge als Spieß­chen. Das „Me­la­nia“Des­sert, ei­ne Mas­car­po­ne-Erd­beer­creme im Glas mit wei­ßer Pa­pier­spit­ze als De­ckel, bleibt aber un­ver­än­dert auf der Me­nü­kar­te. Den slo­we­ni­schen Ko­lum­nis­ten De­jan St­ein­bruch bringt die­ser kom­mer­zi­el­le Ei­fer zum Lä­cheln. Der Mehr­heit sei­ner Lands­leu­te sei­en die Wur­zeln der künf­ti­gen First La­dy ziem­lich schnup­pe, ver­si­chert er: „Sie glau­ben, Me­la­nia ging in die USA, weil sie ge­nug hat­te von Slo­we­ni­en“, schrieb er kürz­lich in der kroa­ti­schen Zei­tung „Ve­cern­ji List“. Seit­dem ha­be sie we­nig für ih­re ehe­ma­li­ge Hei­mat ge­tan, selbst ih­re El­tern le­ben in­zwi­schen vor­wie­gend in den USA.

Ein Mo­del aus Slo­we­ni­en wird First La­dy der USA: In Slo­we­ni­en, der Hei­mat von Me­la­nia Trump, herrscht Gold­grä­ber­stim­mung. Al­le wol­len mit dem Na­men von Frau Trump Geld ver­die­nen. Fo­to: avs

Auch ei­ne Tor­te wur­de nach der künf­ti­gen First La­dy be­nannt. Fo­to: AFP

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