Vom Bä­cker­bub zum DJ BoBo

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell -

Die Le­bens­läu­fe vie­ler be­rühm­ter Men­schen ver­lie­fen nicht so ge­rad­li­nig, wie man sich das heu­te viel­leicht vor­stel­len mag. So jobb­ten welt­be­rühm­te Rock­stars frü­her an­geb­lich auch mal als To­ten­grä­ber (Rod Ste­wart), Kran­ken­hausP­fört­ner (Mick Jag­ger) oder Schlach­ter (Oz­zy Os­bourne). Ei­ne or­dent­li­che Be­rufs­aus­bil­dung hat selbst­ver­ständ­lich kei­ner die­ser Her­ren ge­nos­sen, sie wur­den als Mu­si­ker und Sän­ger schnell be­rühmt und reich und sind es heu­te im­mer noch. Nicht ganz so be­rühmt und nicht ganz so reich ist der Schwei­zer Mu­si­ker DJ BoBo, der ge­ra­de mit ei­ner gro­ßen Tour­nee sei­ne 25-jäh­ri­ge Büh­nen­prä­senz fei­ert. Als der heu­te 49-jäh­ri­ge Künst­ler noch ein Te­enager war und Pe­ter Re­né Bau­mann hieß, ließ er sich zum Bä­cker aus­bil­den. „Ich war da­mals 15 und wuss­te nicht, was ich ma­chen soll­te. Je­der im Dorf hat ei­ne Aus­bil­dung be­gon­nen, al­so ha­be ich mich für ei­ne Bä­cker­leh­re ent­schie­den“, sagt er. Spaß ha­be ihm der Be­ruf al­ler­dings nicht ge­macht, die Ar­beits­zei­ten früh mor­gens emp­fand er als gro­ße Be­las­tung. Den­noch be­tont er heu­te die Vor­tei­le die­ser Aus­bil­dung. „Ich ha­be da­mals zwei Din­ge ge­lernt: Dis­zi­plin und Durch­bei­ßen.“Des­halb schloss er die Aus­bil­dung auch tat­säch­lich ab, be­vor er dann sein Hob­by, die Mu­sik, zum Haupt­be­ruf mach­te. Wer heut­zu­ta­ge schnell reich und be­rühmt wer­den möch­te, der muss nicht mehr un­be­dingt den Um­weg über das schweiß­trei­ben­de Ge­wer­be der To­ten­grä­ber oder Schlach­ter ge­hen. Heu­te wird man „YouTu­ber“oder „Ins­ta­gram­mer“, wie bei­spiels­wei­se die 20-jäh­ri­ge Karls­ru­he­rin Pa­me­la Reif, die viel Geld da­mit ver­dient, Fit­ness­vi­de­os von sich bei Ins­ta­gram zu ver­öf­fent­li­chen. In­zwi­schen ist sie ein Fall für die Yel­low Press ge­wor­den, die der­zeit dar­über spe­ku­liert, ob die ehe­ma­li­ge 1,0-Abitu­ri­en­tin wo­mög­lich mit Lo­ris Ka­ri­us, dem Tor­wart des gro­ßen FC Li­ver­pool, li­iert ist. Doch wäh­rend die ei­nen dank In­ter­net und Smart­pho­ne schnell Kar­rie­re ma­chen, su­chen In­dus­trie, Han­del und Hand­werk hän­de­rin­gend nach Nach­wuchs. Um die­sen zu fin­den, lo­cken sie bei der gro­ßen Aus­bil­dungs­mes­se am 21. Ja­nu­ar in Karls­ru­he mit zwei neu­en Ak­tio­nen: Ei­nem „Speed-Da­ting“und ei­ner „Job-Wall“. Frü­her hieß das „In­for­ma­ti­ons­ge­spräch“und ’“Schwar­zes Brett“. Aber wenn’s der Sa­che dient, kann man das ja auch mal auf Eng­lisch sa­gen.

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