Mehr als ein Trai­ner-Du­ell

Bri­san­te Par­tie zwi­schen den Erz­ri­va­len aus Man­ches­ter und Li­ver­pool

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Do­mi­nik Kor­tus

Die Ri­va­li­tät zwi­schen Man­ches­ter Uni­ted und dem FC Li­ver­pool ist ei­ne der äl­tes­ten des Fuß­balls. Das heu­ti­ge Spiel (An­pfiff: 17 Uhr) ist mehr als „nur“das Du­ell der Te­am­ma­na­ger Jo­sé Mour­in­ho und Jür­gen Klopp. Am Frei­tag hat­te Klopp das Der­by­fie­ber längst ge­packt. „Als ich auf­ge­wacht bin, ha­be ich mich ge­fragt, war­um es mir so gut geht“, sag­te der Te­am­ma­na­ger des FC Li­ver­pool. „Dann ist es mir wie­der ein­ge­fal­len: Es sind nur noch zwei Ta­ge.“Man­ches­ter Uni­ted ge­gen Li­ver­pool, der Re­kord­meis­ter ge­gen sei­nen ver­hass­ten Vor­gän­ger, das Du­ell des En­fant ter­ri­b­le Jo­sé Mour­in­ho ge­gen den nicht min­der emo­tio­na­len Klopp: Das bri­san­te Auf­ein­an­der­tref­fen der bei­den tra­di­ti­ons­rei­chen Teams lässt auch den ehe­ma­li­gen Dort­mun­der Meis­ter­trai­ner nicht kalt. Na­tür­lich nicht. „Das Spiel ist sehr groß“, sag­te Klopp: „Es ist ei­ne schwie­ri­ge Aufgabe. Nicht nur we­gen der Punk­te, son­dern auch we­gen der wei­chen Fak­to­ren. Wir freu­en uns dar­auf.“So wie auch sein Ge­gen­über. „Ich bin jetzt ein paar Mo­na­te hier und ver­ste­he Schritt für Schritt, wie wich­tig die­se Ri­va­li­tät ist“, sag­te Mour­in­ho. Es wird ei­ne schwie­ri­ge Rei­se für Klopp und sein Team ins ge­ra­de ein­mal 34 Mei­len (54,7 Ki­lo­me­ter) ent­fern­te Man­ches­ter. Uni­ted hat je­des sei­ner ver­gan­ge­nen neun Pflicht­spie­le ge­won­nen, ist seit 15 Pflicht­spie­len un­ge­schla­gen – al­ler­dings wei­ter im­mer noch nur auf Platz sechs der Li­ga, fünf Punk­te hin­ter Li­ver­pool. Ge­winnt Li­ver­pool, ist der Re­kord­meis­ter erst ein­mal ab­ge­hängt, im Fal­le ei­ner Nie­der­la­ge könn­te Spit­zen­rei­ter Chel­sea auf acht Punk­te ent­ei­len. Es geht um viel im oh­ne­hin schon bri­san­ten Du­ell. Mour­in­ho darf ge­gen den Erz­ri­va­len auf die Rück­kehr des zu­letzt er­krank­ten Zla­tan Ibra­hi­mo­vic hof­fen. „In den letz­ten ein­ein­halb Mo­na­ten ha­ben wir ge­zeigt, dass wir auf dem rich­ti­gen Weg sind“, sag­te der Schwe­de, der in der Li­ga bis­her 13-mal traf. Und füg­te mit sei­nem ihm ganz ei­ge­nen Selbst­be­wusst­sein an: „Ich ha­be kei­ne in­di­vi­du­el­len Zie­le mehr, weil ich be­reits al­les er­reicht ha­be: Ich ha­be En­g­land er­obert – in nur drei Mo­na­ten.“Für ihn so, Ibra­hi­mo­vic, zähl­ten nur noch Ti­tel. Doch die Ri­va­li­tät zwi­schen bei­den Städ­ten ist grö­ßer als das Du­ell zwi­schen Mour­in­ho und Klopp, grö­ßer als das Ego von Ibra­hi­mo­vic oder grö­ßer als die Fra­ge, ob Way­ne Roo­ney mit ei­nem wei­te­ren Tref­fer zum Uni­te­dRe­kord­tor­schüt­zen wird. Denn die Kon­kur­renz der Städ­te war längst aus­ge­bro­chen, be­vor es 1894 über­haupt zum ers­ten Fuß­ball­Spiel zwi­schen dem FC Li­ver­pool und Uni­ted kam, das da­mals noch FC New­ton He­ath hieß. Die Ri­va­li­tät sei „nicht die Ri­va­li­tät zwei­er Fuß­ball­ver­ei­ne, son­dern die Ge­schich­te zwei­er Städ­te“er­klär­te der FC Li­ver­pool selbst. Die­se be­gann zu Zei­ten der In­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on – mit dem Bau ei­nes 58 Ki­lo­me­ter lan­gen Schiffs­ka­nals, der Man­ches­ter mit der iri­schen See ver­bin­det. Lan­ge hat­te Li­ver­pool mit sei­nem Ha­fen als Haupt­um­schlags­platz für Wa­ren aus Man­ches­ter ge­dient, durch den Bau des Ka­nals ver­la­ger­ten sich Ein­fluss und Geld nach Man­ches­ter. Es ist der Ur­sprung der Kon­kur­renz, die sich noch heu­te aus­wirkt. Na­tür­lich auch auf den Fuß­ball­platz. Dass bei al­ler Bri­sanz nicht im­mer her­aus­ra­gen­der Fuß­ball zu se­hen ist, zeig­te sich beim letz­ten Du­ell in der Li­ga: Das Spiel en­de­te 0:0.

Heu­te, 17 Uhr: Ma­nU – FC Li­ver­pool

Auch ein Du­ell der Al­pha­tie­re – Jo­sé Mour­in­ho (rechts) ge­gen Jür­gen Klopp. Fo­to: avs

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