„Es ist ein Wun­der“

Wei­te­re vier Men­schen le­bend aus Berg­ho­tel ge­bor­gen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL - AFP

Drei Ta­ge nach dem La­wi­nen­un­glück in Ita­li­en ha­ben Ret­ter ges­tern vier wei­te­re Über­le­ben­de aus dem ver­schüt­te­ten Ho­tel ge­bor­gen. Zwei Frau­en und zwei Män­ner sei­en in den frü­hen Mor­gen­stun­den ge­ret­tet wor­den, teil­ten die Ber­gungs­kräf­te mit. Zu­gleich fan­den sie drei wei­te­re Lei­chen. Nach An­ga­ben der Be­hör­den wer­den noch 23 Men­schen ver­misst, die sich am Mitt­woch in dem Berg­ho­tel in den Abruz­zen auf­hiel­ten. Zu­nächst sei­en in der Nacht zum gest­ri­gen Sams­tag zwei Frau­en und ein Mann ge­ret­tet wor­den, teil­ten die Hel­fer mit. Drei St­un­den spä­ter ha­be ein wei­te­rer Mann aus dem Ho­tel

Hel­fer ar­bei­ten in 14-St­un­den-Schich­ten

be­freit wer­den kön­nen. Da­mit stieg die Zahl der Über­le­ben­den des Un­glücks auf elf: Zwei Men­schen, die sich nicht im In­ne­ren des Ho­tels be­fan­den, wa­ren be­reits am Mitt­woch un­ter­kühlt ge­ret­tet wor­den. Fünf Men­schen konn­ten am Frei­tag ge­bor­gen wer­den. Zu­dem brach­ten die Hel­fer in der Nacht die Lei­chen zwei­er Frau­en her­aus, spä­ter noch die ei­nes Man­nes. Da­mit steigt die Zahl der bis­lang ge­bor­ge­nen Lei­chen auf fünf. Wie die Prä­fek­tur von Pes­ca­ra ges­tern mit­teil­te, wer­den noch ins­ge­samt 23 Men­schen ver­misst. Die Ret­tungs­kräf­te, die in 14-St­un­denSchich­ten ar­bei­ten, hof­fen, noch wei­te­re Über­le­ben­de zu fin­den. Al­ler­dings wur­den die Ar­bei­ten wei­ter durch Ein­sturz­ge­fahr be­hin­dert, Hub­schrau­ber konn­ten we­gen Ne­bels nicht in die ab­ge­le­ge­ne Re­gi­on flie­gen. Von den am Frei­tag ge­ret­te­ten Kin­dern be­rich­te­te der neun­jäh­ri­ge Edo­ar­do Di Car­lo ört­li­chen Me­di­en, er ha­be sich zum Un­glücks­zeit­punkt mit zwei an­de­ren Kin­dern im Bil­lard­zim­mer des Ho­tels be­fun­den. Ei­ne Frau sei als ein­zi­ge der Er­wach­se­nen eben­falls dort gewesen. „Es ist ein Wun­der, dass mein Nef­fe ge­fun­den wur­de“, sag­te Si­mo­na Di Car­lo Jour­na­lis­ten. „Ich ha­be zwei Ta­ge ge­weint, aber nie­mals die Hoff­nung ver­lo­ren.“Die El­tern des Jun­gen wur­den bis­lang nicht ge­fun­den. Die La­wi­ne war am Mitt­woch durch ei­ne Se­rie von Erd­be­ben aus­ge­löst wor­den und hat­te das drei­stö­cki­ge Viers­ter­ne-Ho­tel „Ri­go­pi­ano“un­ter Schnee­mas­sen be­gra­ben. Das „Ri­go­pi­ano“liegt ein­sam in 1 200 Me­tern Hö­he am Hang des Gran Sas­so-Ber­ges.

Ge­ret­tet: Ein über­le­ben­der Jun­ge wird von Ret­tungs­kräf­ten aus dem am Mitt­woch von ei­ner La­wi­ne ver­schüt­te­ten Ho­tel „Ri­go­pi­ano“in den Abruz­zen ge­bor­gen. Fo­to: Ita­lie­ni­sche Feu­er­wehr

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