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Der Sonntag (Mittelbaden) - - TIPPS & THEMEN -

Für die ei­nen sind es nichts­sa­gen­de Frau­en­ro­ma­ne, für die an­de­ren hat Ele­na Fer­ran­te ein Meis­ter­werk der Ge­gen­warts­li­te­ra­tur ge­schaf­fen. Die Nea­pel-Te­tra­lo­gie der gro­ßen Un­be­kann­ten (über ih­re wah­re Iden­ti­tät wird ge­rät­selt) hat nach Ita­li­en und Ame­ri­ka auch Deutsch­land ge­packt. Nun er­schien der zwei­te Teil in deut­scher Über­set­zung (Band 3 und 4 fol­gen im Lau­fe des Jah­res). Der ers­te Teil, „Mei­ne ge­nia­le Freun­din“, en­de­te mit ei­nem Cliff­han­ger. Genau dort knüpft die ita­lie­ni­sche Schrift­stel­le­rin Ele­na Fer­ran­te im zwei­ten Band ih­rer Nea­pel-Te­tra­lo­gie an, wel­che für die „New York Ti­mes“das „beste Por­trät ei­ner Frau­en­freund­schaft“ist. In „Die Ge­schich­te ei­nes neu­en Na­mens“wer­den Li­na und Lenù äl­ter, wäh­rend sie die ge­gen­sei­ti­ge Ri­va­li­tät, die stän­di­ge Sor­ge um Geld und die Ma­chen­schaf­ten der Ca­mor­ra-Ma­fia mal zu­ein­an­der, mal aus­ein­an­der trei­ben. Ge­schrie­ben aus Sicht der schüch­ter­nen Ele­na Gre­co, ge­nannt Lenù, schil­dert Fer­ran­te die Ju­gend­jah­re der zwei Freun­din­nen. Fer­ran­te schafft es, die Ge­schich­te ei­ner Stadt un­ter­zu­brin­gen und die­se mit ei­ner tief grei­fen­den Be­trach­tung der Ver­hält­nis­se in Nea­pel zu ver­qui­cken. Ele­na Fer­ran­te, Die Ge­schich­te ei­nes neu­en Na­mens, Suhr­kamp, 624 S., 25 Eu­ro ★★★★★

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