DSV-Fest­tag in Ant­holz

Na­di­ne Horch­ler stellt die Bi­ath­lon-Welt auf den Kopf

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Ni­co­las Rei­mer

Na­di­ne Horch­ler stell­te die Bi­ath­lonWelt auf den Kopf, die Män­ner be­en­de­ten we­nig spä­ter ih­re Durst­stre­cke: An ei­nem sport­po­li­tisch weg­wei­sen­den Tag ha­ben die deut­schen Ski­jä­ger groß auf­ge­trumpft. Noch be­vor Ant­holz-Ex­per­te Si­mon Sch­empp das DSV-Quar­tett zum ers­ten Staf­fel­sieg seit knapp zwei Jah­ren führ­te, hat­te Horch­ler im Mas­sen­start sen­sa­tio­nell den ers­ten Welt­cup-Sieg ih­rer Kar­rie­re ge­fei­ert. Die 30-Jäh­ri­ge hielt da­bei so­gar ih­re über­ra­gen­de Team­kol­le­gin Lau­ra Dahl­mei­er in Schach. Der Lohn wa­ren ei­ne be­we­gen­de Sie­ger­eh­rung, das letz­te Ti­cket für die WM in Hoch­fil­zen – und ei­ne kurz­fris­ti­ge Än­de­rung der Sai­son­pla­nung.

Deut­sche Män­ner-Staf­fel beendet Durst­stre­cke

„Ich hat­te ei­gent­lich ge­dacht, dass ich in der kom­men­den Wo­che die EM be­strei­te. Ich weiß jetzt auch nicht, was ich ma­che“, sag­te Horch­ler mit ei­nem Schmun­zeln. Ein EMEin­satz ist seit ges­tern aber wohl aus­ge­schlos­sen, denn mit ih­rem Tri­umph er­füll­te sie als letz­te von sechs DSV-Frau­en die Norm für den Sai­son­hö­he­punkt in Ös­ter­reich (9. bis 19. Fe­bru­ar). „Ich bin ein­fach nur über­glück­lich“, sag­te Horch­ler, nach­dem sie auf dem Sie­ger­po­dest mit feuch­ten Au­gen in den strah­lend blau­en Him­mel ge­blickt und im­mer wie­der tief durch­ge­at­met hat­te. Zu­vor hat­te die Wil­lin­ge­rin ei­ne Leis­tung ge­bo­ten, die wohl nur die kühns­ten Op­ti­mis­ten für mög­lich hiel­ten. Auf der Schluss­run­de zog sie erst an der letzt­lich dritt­plat­zier­ten Tsche­chin Ga­b­rie­la Kou­kal­o­va vor­bei und wehr­te dann auch noch den An­griff der her­an­ei­len­den und am En­de zweit­plat­zier­ten Dahl­mei­er ab. Die Ge­samt­welt­cup-Füh­ren­de aus Par­ten­kir­chen bau­te durch ih­ren neun­ten Po­dest­platz der Sai­son den Vor­sprung im Kampf um die gro­ße Kris­tall­ku­gel auf Kou­kal­o­va (669:652 Punk­te) aus, doch das war an die­sem Tag nur die zweit­bes­te Ge­schich­te. Die Num­mer eins bei den Män­nern war im Staf­fel­ren­nen in Ab­we­sen­heit des Fran­zo­sen Mar­tin Four­ca­de ganz klar der deut­sche Schluss­läu­fer Sch­empp, der in ei­nem pa­cken­den Kri­mi sei­ne For­ma­ti­on mit Erik Les­ser (Fran­ken­hain), Be­ne­dikt Doll (Breit­nau) so­wie Arnd Peif­fer (Claus­thal-Zel­ler­feld) zum um­ju­bel­ten Tri­umph führ­te. „Ich dach­te, wir sind gleich­zei­tig über die Zi­el­li­nie. Es ist to­tal schön, dass wir mal wie­der in der Staf­fel ge­won­nen ha­ben“, sag­te Sch­empp, der auf der Schluss­ge­ra­den „al­les gegeben“hat­te. Mit ei­ner Hy­po­thek von 17,7 Se­kun­den auf den Nor­we­ger Emil Heg­le Svend­sen war er auf die Stre­cke ge­gan­gen. Doch das hieß nichts – ziem­lich ehr­fürch­tig hat­ten die Nor­we­ger den Deut­schen im Vor­feld so­gar als „Hö­hen­mons­ter“be­zeich­net. Und der Schwa­be mach­te sei­nem Ruf auf 1 640 Me­ter Hö­he ein­mal mehr al­le Eh­re. Schritt für Schritt kam er nä­her – und das deut­sche Quar­tett sieg­te im Fo­to­fi­nish.

Tol­le Ge­schich­te: Bi­ath­le­tin Na­di­ne Horch­ler (rechts) fei­er­te im Süd­ti­ro­ler Ant­holz den ers­ten Welt­cup-Sieg ih­rer Kar­rie­re – vor Lau­ra Dahl­mei­er (links), die den Vor­sprung in der Welt­cup-Ge­samt­wer­tung aus­bau­te. Fo­to: AFP

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