„Wer­den am Pro­jekt wei­ter­ar­bei­ten“

Deut­sche Rin­ger­li­ga zeigt sich wei­ter un­be­ein­druckt von den Dro­hun­gen des DRB

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Pe­ter Tre­bing

Aus Sicht des Deut­schen Rin­ger-Bun­des (DRB) scheint die Sa­che wohl er­le­digt: Die sechs Re­bel­len sol­len künf­tig in den Ober­li­gen rin­gen, der neue deut­sche Mann­schafts­meis­ter wird aus dem Kreis der 21 Erst­li­gis­ten re­kru­tiert, die sich zum DRB und des­sen neu­em Bun­des­li­ga-Mo­dell be­kannt ha­ben. Bis zum 31. Ja­nu­ar läuft nun die Frist für Ger­ma­nia Wein­gar­ten und Co – bis da­hin müs­sen sie sich er­klä­ren, ob sie in der höchs­ten Ver­bands­klas­se an­tre­ten wol­len. Ein Ul­ti­ma­tum, das Mar­kus Scheu, Ge­schäfts­füh­rer der neu­ge­grün­de­ten Deut­schen Rin­ger­li­ga (DRL) und Vor­stand Sport beim ASV Nen­din­gen, aber nicht be­son­ders schreckt. „Wir wer­den an un­se­rem Pro­jekt wei­ter­ar­bei­ten. Und wir blei­ben ge­sprächs­be­reit“, sagt er. Die­ses „Pro­jekt“ist ei­ne Li­ga, die von den sechs DRL-Clubs in Ei­gen­re­gie geUnd stal­tet und ver­mark­tet wer­den soll. Ob noch der ei­ne oder an­de­re Ver­ein ein­knickt und die DRL ver­lässt, wird sich am 28. Ja­nu­ar zei­gen, wenn sich die Ver­tre­ter der sechs Clubs wie­der tref­fen. Dass der DRB sein neu­es Mo­dell mit 21 Teil­neh­mern doch noch rea­li­sie­ren konn­te, sieht Scheu ge­las­sen: „Die meis­ten Clubs ha­ben sich be­ein­dru­cken las­sen.“Al­so, dem Druck des Ver­ban­des nach­ge­ge­ben. Prin­zi­pi­ell kann der DRL-Ge­schäftstfüh­rer noch im­mer nicht ganz nach­voll­zie­hen, war­um die Aus­ein­an­der­set­zung so es­ka­liert ist: „Wir ha­ben doch gar nicht vor, ei­ne un­ab­hän­gi­ge Pro­fi­li­ga zu grün­den. Wir wol­len le­dig­lich ei­ne Bun­des­li­ga in Ei­gen­ver­wal­tung un­ter dem Dach des DRB. Dar­über hat es aber nie­mals ernst­haf­te Ge­sprä­che gegeben.“In der Tat wird der Streit zwi­schen den deut­schen Spit­zen­ver­ei­nen und dem Ver­band eher emo­tio­nal denn ra­tio­nal aus­ge­tra­gen. Das be­dau­ert auch Ger­hard Ro­nel­len­fitsch, der Prä­si­dent des Nord­ba­di­schen Rin­ger­ver­ban­des. „Ich hab’ mich zu­letzt auch als Ver­mitt­ler an­ge­bo­ten, doch so weit kam es gar nicht mehr“, sagt er. Zum Schluss wa­ren die Fron­ten so ver­här­tet, dass selbst die 21 „neu­en“Erst­li­gis­ten sich wei­te­ren Ge­sprä­chen ver­wehr­ten. Den Ver­such, die Mel­de­frist für die DRB-Bun­des­li­ga um acht Ta­ge zu ver­län­gern, lehn­ten die Clubs ein­stim­mig ab. Was Ro­nel­len­fitsch als gro­ßes Pro­blem sieht, un­ter­streicht auch Mar­tin Knosp, sein Pen­dant beim Süd­ba­di­schen Rin­ger­ver­band: „Die DRL hat nie ein Kon­zept vor­ge­legt, über das man hät­te ver­han­deln kön­nen.“Ge­gen­sei­ti­ge Schuld­zu­wei­sun­gen des Ver­ban­des und des DRL-Sex­tetts (Ger­ma­nia Wein­gar­ten, VfK Schif­fer­stadt, KSV Isprin­gen, KSV Aa­len, ASV Nen­din­gen und KSV Mans­fel­der Land) wa­ren an der Ta­ges­ord­nung. „Die Ner­ven la­gen und lie­gen blank“, sagt Knosp. Der DRB spricht schon von jah­re­lan­gen Sper­ren für Ath­le­ten, die sich zur DRL be­ken­nen. Und von emp­find­li­chen Sank­tio­nen für die Clubs. Das aber kon­tert DRL-Ge­schäftstfüh­rer Scheu er­staun­lich ru­hig: „Das kä­me ei­nem Be­rufs­ver­bot gleich. Und au­ßer­dem wür­de sich der DRB da­mit nur selbst scha­den. Schließ­lich be­kä­me der Ver­band oh­ne die Er­fol­ge der A-Ka­der-Rin­ger künf­tig wohl kei­ne För­de­rung vom DOSB mehr.“ wie sieht es aus, wenn der Welt­ver­band die aus­län­di­schen Rin­ger sper­ren wür­de, falls sie in der DRL an­tre­ten wol­len? Scheu: „Da ma­che ich mir über­haupt kei­ne Sor­gen. Der Ver­band will Geld für die Start­be­rech­ti­gun­gen, das be­kä­me er von uns. Au­ßer­dem sind wir kein neu­er Ver­band, son­dern nur ein Zu­sam­men­schluss von Clubs, die ei­nen Wett­be­werb durch­füh­ren wol­len.“Al­so schwebt der DRL et­was vor, das wo­an­ders funk­tio­niert. In Po­len gibt es seit 2016 ei­ne ei­gen­stän­di­ge Li­ga un­ter dem Dach des Ver­ban­des – die KLZ. Und in In­di­en geht ei­ne hoch­pro­fes­sio­nel­le Li­ga (Pro Wrest­ling Le­ague) in die zwei­te Sai­son. Dort rin­gen sechs Clubs mit Mi­xe­dTeams (sechs Män­ner und fünf Frau­en) ge­gen­ein­an­der. In­ner­halb der nur drei­wö­chi­gen Sai­son kön­nen Spit­zen­ath­le­ten dort bis zu 50 000 US-Dol­lar ver­die­nen.

In Po­len und In­di­en exis­tie­ren Pro­fi­li­gen

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