Sonn­tags-Cock­tail

Der Sonntag (Mittelbaden) - - WETTER - Avs

Ju­dith Wil­li­ams (45), Te­le­shop­ping- und Kos­me­tik-Un­ter­neh­me­rin, will ihr Le­bens­glück nicht von ih­rem Wohl­stand ab­hän­gig ma­chen. „Wenn mor­gen al­les zu­sam­men­bricht und ich müss­te mein Geld mit Put­zen ver­die­nen, dann wür­de ich Putz­frau wer­den, und zwar ei­ne ver­dammt gu­te“, sag­te sie dem Nach­rich­ten­ma­ga­zin „Fo­cus“. Ih­re El­tern hät­ten ihr im­mer das Ge­fühl ge­ge­ben, dass al­les im Le­ben mög­lich sei. „Jetzt weiß ich, dass sie recht hat­ten. Aber mei­ne Le­ben­sträu­me sind nie an et­was Ma­te­ri­el­les ge­bun­den.“Wil­li­ams wur­de vor al­lem durch ih­re Rol­le als Ju­ro­rin in der Exis­tenz­grün­der­show „Die Höh­le der Lö­wen“be­kannt. Sie er­krank­te jung an ei­nem Tu­mor und gab ih­ren Traum­be­ruf Opern­sän­ge­rin auf. En­de der 90er Jah­re be­gann sie als Mo­de­ra­to­rin beim Ver­kaufs­fern­se­hen ei­ne neue Kar­rie­re.

Tho­mas Her­manns (53), Co­me­di­an und Grün­der des Quatsch-Come­dy-Clubs, er­war­tet, dass das The­ma Do­nald Trump auf der Büh­ne sehr prä­sent wird. „Wir krie­gen Trump von al­len Sei­ten“, sag­te Her­manns. Wit­ze über den neu­en US-Prä­si­den­ten ge­be es im Quatsch-Come­dy-Club be­reits je­den Abend. Come­dy wer­de auf po­li­ti­sche Fra­gen ge­nau­so gu­te Ant­wor­ten fin­den wie das Ka­ba­rett, sag­te Her­manns, nur aus ei­ner an­de­ren Sicht­wei­se: „Wir wür­den im­mer von un­ten gu­cken und die Num­mern dort an­sie­deln, wo sie im All­tag an­kom­men. Ei­ne Come­dy-Num­mer wä­re: Mei­ne Mut­ter wählt AfD, ich fah­re zu ih­rem Ge­burts­tag, und wie ver­läuft der Abend.“Der Quatsch-Come­dy­Club, als Live- und Fern­seh­show be­kannt, fei­ert 2017 sei­nen 25. Ge­burts­tag.

Frank Ot­to (59), Me­di­en-Un­ter­neh­mer, er­in­nert sich mit ge­misch­ten Ge­füh­len an sei­ne In­ter­nats­zeit nach der Schei­dung der El­tern. „Ich ver­band mit In­ter­na­ten ro­man­ti­sche Vor­stel­lun­gen aus mei­nen „Fünf Freun­de“-Bü­chern von Enid Bly­ton“, sag­te der Freund des Mo­dels Nat­ha­lie Volk (20) dem „Ham­bur­ger Abend­blatt“. Die Bü­cher ha­be er ge­liebt. „Aber ich ha­be schnell er­kannt, dass die Wirk­lich­keit ganz an­ders ist.“Er sei in In­ter­na­ten ge­we­sen, „wo schon Mu­sik­hö­ren und Zei­tung­le­sen ver­bo­ten wa­ren“, so der Ham­bur­ger. Mit Mit­schü­lern ha­be er nie Pro­ble­me ge­habt. De­nen sei es egal ge­we­sen, dass er aus ei­ner rei­chen Fa­mi­lie stam­me.

Iris Ber­ben (66, „An­lei­tung zum Un­glück­lich­sein“) ist der An­sicht, dass es der Flirt heut­zu­ta­ge „zu­neh­mend schwe­rer“hat. Grund sei­en neue Re­geln im Zwi­schen­mensch­li­chen. Es wer­de „so ge­tan, als sei je­de An­nä­he­rung ein Ver­spre­chen und je­des Si­gnal ei­ne Grenz­über­schrei­tung“, sag­te Ber­ben im In­ter­view mit der „Süd­deut­schen Zei­tung“. Ein wei­te­res Hin­der­nis sieht sie in heu­ti­gen Ken­nen­lern-Por­ta­len: Der Platz für Flirt sei „schon so von Se­xua­li­tät und Er­war­tun­gen be­setzt“. „Der Flirt war im­mer da“, sag­te die Schau­spie­le­rin in Be­zug auf ih­re ei­ge­ne Ver­gan­gen­heit. Sie ha­be et­wa auch mit dem is­rae­li­schen Staats­prä­si­den­ten Schi­mon Pe­res (1923-2016) ge­flir­tet. Sie hal­te das „Le­ben als Flirt“für ei­ne „schö­ne Idee“: „Flir­ten hat gar nichts mit Aus­füh­ren oder dem Er­rei­chen ei­nes Zie­les zu tun. Ein Flirt – das hat was Flir­ren­des. Das hat ei­ne Leich­tig­keit. Das hat et­was mit ei­nem nie ge­ge­be­nen Ver­spre­chen zu tun“, so Ber­ben. „So wür­de ich ei­gent­lich am liebs­ten 24 St­un­den am Tag le­ben.“

Iris Ber­ben mag das „Le­ben als Flirt“. Doch Flir­ten als An­nä­he­rung ha­be es zu schwer. Foto: avs

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