Stür­mer­du­ell mit kla­rem Sie­ger

Leip­zig – Hof­fen­heim 2:1 / Wer­ner trifft und siegt, Wa­gner tritt und fliegt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Jörg Sold­wisch

Der ei­ne trifft und siegt, der an­de­re tritt und fliegt: Das mit Span­nung er­war­te­te Stür­mer­du­ell zwi­schen Ti­mo Wer­ner und San­dro Wa­gner hat­te ei­nen kla­ren Sie­ger – das sah Joa­chim Löw auch durch sei­ne schwar­ze Son­nen­bril­le auf der Tri­bü­ne. Die Vor­stel­lun­gen der bei­den er­folg­reichs­ten deut­schen An­grei­fer in die­ser Sai­son beim 2:1 (1:1) von RB Leip­zig ge­gen das bis da­hin noch un­ge­schla­ge­ne 1899 Hof­fen­heim dürf­te dem Bun­des­trai­ner die Ent­schei­dung er­leich­tern, wem er denn dem­nächst ei­ne Chan­ce in der Na­tio­nal­mann­schaft ge­währt. Wer­ner punk­te­te mit ei­nem Tor zum 1:1-Aus­gleich (38.) und ei­ni­gen star­ken Ak­tio­nen, Wa­gner blieb blass und flog zu al­lem Über­fluss nach ei­nem gro­ben Foul mit Rot vom Platz (60.). Zu­min­dest zeig­te sich der 29-Jäh­ri­ge hin­ter­her ein­sich­tig. In Ba­de­schlap­pen und mit leicht zitt­ri­ger Stim­me leis­te­te der sonst so selbst­be­wuss­te Pro­fi Ab­bit­te für sein Ein­stei­gen ge­gen Stefan Il­s­an­ker. „Ich ha­be mich bei mei­ner Mann­schaft und dem Ge­gen­spie­ler ent­schul­digt. Es tut mir leid, das macht man nicht“, sag­te Wa­gner: „Ich ha­be mich sel­ber er­schro­cken.“Dass ihm die­ser Black­out aus­ge­rech­net vor Löws Au­gen pas­siert war, mach­te den ge­brauch­ten Tag für Wa­gner per­fekt. „Das ist na­tür­lich är­ger­lich. Es hät­te schö­ner sein kön­nen, wenn der Bun­des­trai­ner da ist“, sag­te der An­grei­fer, der sich auch als Sün­den­bock für die ers­te Sai­son­nie­der­la­ge sei­ner Mann­schaft sah: „Zu elft wä­re das Spiel an­ders aus­ge­gan­gen.“Das sah Wer­ner an­ders. Der 20-Jäh­ri­ge, der durch sein elf­tes Sai­son­tor nun ei­nen Tref­fer mehr als Wa­gner auf dem Kon­to hat, will sich – an­ders als sei­ne Vor­ge­setz­ten – nicht mehr lan­ge da­ge­gen weh­ren, auch in der Öf­fent­lich­keit hö­he­re Sai­son­zie­le zu for­mu­lie­ren. „Wenn wir die nächs­ten drei, vier Spie­le auch so ge­win­nen, dann kann man fast gar nicht mehr „Nein“sa­gen zur Cham­pi­ons Le­ague“, mein­te Wer­ner. „Nein“wird auch Löw nicht mehr lan­ge zu Wer­ner sa­gen, wenn sich der schnel­le und tor­ge­fähr­li­che Stür­mer wei­ter so form­stark prä­sen­tiert. An­sprü­che stell­te der frü­he­re Stutt­gar­ter aber kei­ne: „Ich ver­su­che, mei­ne Leis­tung im Ver­ein zu brin­gen. Wenn die ir­gend­wann gut ge­nug für die A-Na­tio­nal­mann­schaft ist, freue ich mich na­tür­lich.“Sein Trai­ner Ralph Ha­sen­hüttl wä­re je­doch nicht über­rascht, soll­te Löw den Shoo­ting­star schon für den Klas­si­ker im März ge­gen En­g­land no­über­har­tes mi­nie­ren. „Er hät­te kei­ne Pro­ble­me, wenn er den mal bringt“, sag­te Ha­sen­hüttl. Hof­fen­heims Trai­ner Ju­li­an Na­gels­mann war da­ge­gen sicht­lich ge­nervt da­von, dass das Du­ell zwi­schen Wer­ner und Wa­gner zu sehr in den Vor­der­grund ge­rückt wur­de. „Das ist mir völ­lig wurscht“, ätz­te der 29Jäh­ri­ge, nach­dem ihn ei­ne Jour­na­lis­tin frag­te, wer nun der bes­ten deut­sche Stür­mer sei. Am En­de muss das auch Joa­chim Löw ent­schei­den. Der Bun­des­trai­ner ver­ließ die Leip­zi­ger WM-Are­na, die er zum ers­ten Mal seit dem Auf­stieg des Em­por­kömm­lings be­sucht hat­te, oh­ne ei­ne öf­fent­li­che Ein­schät­zung zum Spiel. Er­kennt­nis­se hat­te er aber ei­ni­ge ge­sam­melt. Hof­fen­heims Ke­vin Vogt hat sich bei der ers­ten Bun­des­li­ga-Sai­son­nie­der­la­ge der Kraich­gau­er beim Zu­sam­men­prall mit sei­nem ei­ge­nen Tor­mann ei­ne Schä­del­prel­lung zu­ge­zo­gen. Das teil­te 1899 nach der Par­tie mit.

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