Der „Druck wird grö­ßer“

HSV wie­der ein­mal in der Kri­se

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Tho­mas Ni­k­laus

Jens Todt mach­te aus sei­ner gren­zen­lo­sen Ent­täu­schung erst gar kei­nen Hehl. „Wir ha­ben ge­se­hen, wie Ab­stiegs­kampf geht, aber lei­der nicht von uns. Es hat heu­te nichts ge­stimmt. Das war ein her­ber Rück­schlag, der Druck wird grö­ßer“, sag­te der Sport­chef nach ei­ner in­dis­ku­ta­blen Leis­tung sei­nes Ham­bur­ger SV beim 1:3 (0:2) im Kel­ler­du­ell beim FC In­gol­stadt mit fins­te­rer Mie­ne. Da­bei soll­te 2017 in Hamburg al­les bes­ser wer­den – mal wie­der. Vor­stands­chef He­ri­bert Bruch­ha­gen

FC In­gol­stadt ge­winnt Kel­ler­du­ell mit 3:1

hat­te noch vor dem Start ins neue Jahr von zwei „Kö­nigs­spie­len“ge­gen den VfL Wolfs­burg (0:1) und in In­gol­stadt ge­spro­chen. Doch nach zwei Nie­der­la­gen ste­hen die Ham­bur­ger nicht nur auf ei­nem di­rek­ten Ab­stiegs­platz, son­dern ste­cken wie­der mit­ten in ei­ner ve­ri­ta­blen Kri­se. Aus dem Di­lem­ma soll den HSV nun ein Bra­si­lia­ner füh­ren. Die Nord­deut­schen wol­len mit den Mil­lio­nen des In­ves­tors Klaus-Micha­el Küh­ne den Olym­pia­sie­ger Wa­lace ver­pflich­ten. Der 21-Jäh­ri­ge soll die er­heb­li­chen Pro­ble­me im de­fen­si­ven Mit­tel­feld lö­sen. Noch sei al­les of­fen, mein­te Todt nach Ge­sprä­chen in Bra­si­li­en mit dem Na­tio­nal­spie­ler und des­sen Ver­ein Gre­mio Por­to Aleg­re, aber er sei „vor­sich­tig op­ti­mis­tisch“. Ver­rück­te Din­ge wer­de der HSV aber nicht ma­chen, „wir sind nicht ver­zwei­felt“. Ver­zwei­felt viel­leicht (noch) nicht, aber doch reich­lich er­nüch­tert. Trai­ner Mar­kus Gis­dol kün­dig­te vor den schwe­ren Spie­len ge­gen Le­ver­ku­sen und in Leip­zig „kla­re Wor­te“an. „Die ers­te Halb­zeit ist so nicht zu to­le­rie­ren. Der ei­ne oder an­de­re hat die Er­folgs­pha­se im De­zem­ber wohl falsch ge­deu­tet und ge­dacht, dass in der Rück­run­de al­les von al­lei­ne läuft. Da wer­de ich kon­se­quent ein­ha­ken“, be­ton­te er. Der HSV ste­he „mit dem Rü­cken zur Wand“. Dies ist sei­nen Spie­lern of­fen­bar nicht be­wusst. Mit Kampf, Wil­len und ein­fa­chen spie­le­ri­schen Mit­teln be­hielt In­gol­stadt die Ober­hand. „So dür­fen wir nicht wei­ter­spie­len. Je­der für je­den muss wie­der das Wich­tigs­te sein, sonst wird es eng“, sag­te Den­nis Diek­mei­er. Kri­tik an der Ein­stel­lung üb­te auch Win­ter­zu­gang Mer­gim Mav­raj. Man müs­se von den Jungs „er­war­ten, dass je­der Ver­ant­wor­tung über­nimmt. Es wird schwer, wenn das nur ei­ni­ge tun.“Die Schan­zer hat­ten so leich­tes Spiel. Pas­cal Groß (14.) ge­lang mit ei­nem se­hens­wer­ten Schuss die Füh­rung, Mar­kus Sutt­ner (22.) leg­te mit ei­nem ab­ge­fälsch­ten Frei­stoß nach, ehe Almog Co­hen per Foul­elf­me­ter (47.) für die Vor­ent­schei­dung sorg­te. Das Tor war be­zeich­nend für den mi­se­ra­blen HSV-Auf­tritt. Der kurz zu­vor ein­ge­wech­sel­te Diek­mei­er soll­te ei­gent­lich die Wen­de ein­lei­ten, sorg­te mit ei­nem dum­men Foul an Groß aber für das Ge­gen­teil. Er ha­be sei­nen Geg­ner „null ge­se­hen“. Dass Gotu­ko Sa­kai noch das 1:3 ge­lang (63.) – ge­schenkt. „In­gol­stadts Trai­ner Ma­ik Wal­pur­gis freu­te sich in­des über ei­nen „wich­ti­gen Sieg in ei­nem Plat­zie­rungs­spiel“. Der FCI rutsch­te für den HSV auf den Re­le­ga­ti­ons­platz und liegt nur noch ei­nen Zäh­ler hin­ter Wer­der Bre­men.

Ju­beln­de „Schan­zer“: Der In­gol­städ­ter Pas­cal Groß (rechts) freut sich über sei­nen Tref­fer zum 1:0 ge­gen den HSV und Flo­rent Ha­derg­jo­naj fei­ert mit. Am En­de stand ein 3:1-Sieg für die Nie­der­bay­ern. Foto: avs

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