„Das ist schon Wahn­sinn“

Ro­del-Re­kord-Welt­meis­te­rin Tat­ja­na Hüf­ner: Fünf­tes Gold

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Patrick Reichardt

Bei Son­nen­schein in den Ti­ro­ler Ber­gen ha­ben die deut­schen Renn­rod­ler den zwei­ten WM-Wett­kampf­tag zu ei­nem gol­de­nen ge­macht. Tat­ja­na Hüf­ner und die Dop­pel­sit­zer To­ni Eg­gert/Sa­scha Ben­ecken ent­thron­ten bei den Welt­meis­ter­schaf­ten in Innsbruck/Igls (Ös­ter­reich) nicht nur ih­re jah­re­lan­gen Dau­er­ri­va­len und Team­kol­le­gen, son­dern be­scher­ten dem Team von Bun­des­trai­ner Nor­bert Loch auch ei­ne Wie­der­gut­ma­chung nach den äu­ßerst durch­wach­se­nen Sprint-Wett­kämp­fen vom Frei­tag. Die vom Coach ge­for­der­te „Rück­mel­dung“ge­lang den Deut­schen vor al­lem mit dem ers­ten Drei­fach­er­folg der Dop­pel­sit­zer in der WM-Ge­schich­te. „Das ist schon Wahn­sinn. Das wird mir die nächs­ten Ta­ge ei­ni­ge Ma­le durch den Kopf ge­hen“, sag­te die 33 Jah­re al­te Hüf­ner, die vor 3 500 Zu­schau­ern ih­ren ins­ge­samt fünf­ten WM-Ti­tel im Ein­sit­zer be­ju­beln durf­te. Da­mit ge­wann sie auch das Dau­er­du­ell ge­gen Na­ta­lie Gei­sen­ber­ger, die nach ei­nem schwe­ren Feh­ler im ers­ten Lauf nur Sechs­te

Dop­pel: His­to­ri­scher deut­scher Drei­fach­sieg

wur­de und beim Sai­son­hö­he­punkt nach Rang 15 im Sprint oh­ne ei­ne Me­dail­le blei­ben wird. „Dass Tat­ja­na zu­rück­kommt, ha­ben wir in die­ser Sai­son schon häu­fi­ger ge­se­hen. Auf die­ser Bahn hat sie es her­vor­ra­gend un­ter Be­weis ge­stellt“, sag­te Bun­des­trai­ner Nor­bert Loch über Hüf­ner. Als ers­te Frau im Renn­ro­delsport ist Hüf­ner fünf­ma­li­ge Welt­meis­te­rin im Ein­sit­zer. „Das sind Su­per­la­ti­ve, die schwer greif­bar sind“, sag­te sie. Hin­ter ihr hol­ten Erin Ham­lin aus den USA so­wie die Ka­na­die­rin Kim­ber­ley McRae Sil­ber und Bron­ze. Für die im Welt­cup füh­ren­de Gei­sen­ber­ger ist es ein mehr als ent­täu­schen­des Wo­che­n­en­de: Nach den WM-Ti­teln 2013, 2015 und 2016 so­wie dem Olym­pia­sieg 2014 ge­hört sie in Igls zu den gro­ßen Ver­lie­re­rin­nen. „Arg viel schlim­mer hät­te es nicht lau­fen kön­nen. Sie hat bei­de Wett­kämp­fe kom­plett ver­hau­en“, ana­ly­sier­te Trai­ner Loch. Wie­der ei­ne Bank für ei­nen Sieg und Me­dail­len wa­ren die in die­ser Sai­son noch un­ge­sen­ber­ger schla­ge­nen deut­schen Dop­pel­sit­zer. Erst­mals in ih­rer Lauf­bahn konn­ten sich Eg­gert/Ben­ecken bei ei­ner WM be­loh­nen. Nach sie­ben Er­fol­gen aus neun Wett­kämp­fen war der Ti­tel für das Duo um­so wich­ti­ger. „Wir sind über­glück­lich. Das ist der größ­te Er­folg un­ser Kar­rie­re, es fühlt sich sen­sa­tio­nell an“, sag­te Eg­gert. Ge­schla­gen ge­ben muss­ten sich wie Gei- auch die Olym­pia­sie­ger To­bi­as Wendl/To­bi­as Arlt, die sich im­mer­hin Sprin­tGold si­cher­ten und nun Zwei­te wur­den. Die Win­ter­ber­ger Ro­bin Geu­e­ke/Da­vid Gamm sorg­ten für ein deut­sches Po­dest in Ös­ter­reich. Nach vie­len zwei­ten Plät­zen mein­te Ben­ecken zur Ti­tel­pre­mie­re: „Die Ge­nug­tu­ung ist im­mens.“

„Das sind Su­per­la­ti­ve, die schwer greif­bar sind“: Als ers­te Frau im Renn­ro­delsport ist die 33-jäh­ri­ge Thü­rin­ge­rin Tat­ja­na Hüf­ner seit ges­tern fünf­ma­li­ge Welt­meis­te­rin im Ein­sit­zer. Foto: avs

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.