„Pief­kes“auf dem Po­dest

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Pir­min Clos­se

Die deut­schen Ad­ler um ih­ren neu­en Vor­flie­ger Andreas Wel­lin­ger trau­er­ten dem ver­pass­ten Heim­sieg noch ein we­nig hin­ter­her, als die ge­wal­ti­ge pol­ni­sche Fan­ge­mein­de ih­re nächs­te aus­ge­las­se­ne Ski­sprung-Par­ty star­te­te: Ei­ne Wo­che nach ih­rem Tri­umph in Za­ko­pa­ne muss­te die DSVMann­schaft von Bun­des­trai­ner Wer­ner Schus­ter den mög­li­chen Sieg in Wil­lin­gen zwar den star­ken Po­len über­las­sen, durf­te mit Rang drei aber doch zu­frie­den sein. Der über­ra­gen­de Wel­lin­ger (Ruh­pol­ding), Richard Frei­tag (Aue), Mar­kus Ei­sen­bich­ler (Siegs­dorf) und Lo­kal­ma­ta­dor Ste­phan Ley­he (Wil­lin­gen) la­gen vor 21 000 Zu­schau­ern an der Müh­len­kopfschan­ze zur Halb­zeit so­gar in Füh­rung. Nach ei­nem mä­ßi­gen zwei­ten Durch­gang stan­den aber nur 910,7 Punk­te auf der Ha­ben­sei­te und da­mit Rang drei hin­ter den sieg­rei­chen Po­len (931,5) und Ös­ter­reich (919,2). „Ich bin un­ter dem Strich zu­frie­den“, sag­te Schus­ter nach dem Wett­kampf: „Es war klar, dass es ein zä­hes Rin­gen um den Sieg wird. Lei­der wa­ren zwei Sprün­ge da­bei, die nicht flüs­sig wa­ren. Den­noch: Es war das zwei­te Sprin­gen oh­ne Se­ve­rin, und wir stan­den je­des­mal auf dem Po­dest.“Knapp vier Wo­chen vor der WM in Lah­ti ge­hört das DSV-Quar­tett so­mit end­gül­tig zum Kreis der Fa­vo­ri­ten. Und das oh­ne den ver­letz­ten Welt­meis­ter Se­ve­rin Freund, der sich im Trai­ning in Oberst­dorf ei­nen Kreuz­band­riss zu­ge­zo­gen und sei­ne Sai­son des­halb vor­zei­tig be­en­det hat. „Ent­schul­di­gen Sie den Aus­druck, aber die Pief­kes sind heu­te rich­tig stark“, sag­te Ös­ter­reichs Gre­gor Schlie­renzau­er zur Halb­zeit an­er­ken­nend. Mann des Ta­ges war Wel­lin­ger, der im ers­ten Durch­gang auf die Ta­ges­best­wei­te von 145 Me­ter se­gel­te, al­lei­ne 260,6 Punk­te sam­mel­te und da­mit vor dem Ös­ter­rei­cher Ma­nu­el Fett­ner (245,6) und dem Po­len Ka­mil Stoch (243,1) bes­ter Sprin­ger des Ta­ges war. Beim selbst­er­nann­ten „Kult-Welt­cup“in Wil­lin­gen wer­den in die­sem Jahr an den drei Wett­kampf­ta­gen über 40 000 Zu­schau­er er­war­tet. So viel los war an der Schan­ze im Upland zu­letzt zu den Zei­ten des gro­ßen Ski­sprun­gBooms um die Te­e­nie-Ido­le Mar­tin Sch­mitt und Sven Han­na­wald.

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