Von der Wild­card zum WM-Fi­na­le

Nor­we­gens Hand­bal­ler ge­gen Frank­reichs „Gol­de­ne Ge­ne­ra­ti­on“um Ti­tel

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Florian Krebl

Chris­ti­an Ber­ge sprang nach dem Fi­nal­ein­zug neun­mal knapp un­ter das Dach des Pa­ri­ser Pa­lais Om­nisports und ver­sank an­schlie­ßend zwi­schen sei­nen Spie­lern im Freu­den­tau­mel. Un­ter der Füh­rung des 43-Jäh­ri­gen greift die nor­we­gi­sche Hand­ball-Na­tio­nal­mann­schaft zum ers­ten Mal nach dem WM-Ti­tel. Rech­nen konn­te da­mit nie­mand: Nur durch ei­ne Wild­card wa­ren die Skan­di­na­vi­er über­haupt da­bei und for­dern heu­te nun (17.30 Uhr) im End­spiel den schein­bar über­mäch­ti­gen Gast­ge­ber Frank­reich her­aus. Nor­we­gens bes­tes WM-Re­sul­tat da­tier­te bis da­to mit Platz sechs aus dem Jah­re 1958. 59 Jah­re spä­ter, ist der Ti­tel zum Grei­fen nah. „Das ist mein größ­ter Traum, dies mit der Na­tio­nal­mann­schaft zu er­le­ben“, sag­te Ka­pi­tän Bjar­ne Myr­hol dem dä­ni­schen TV­Sen­der TV2 wei­nend nach dem ge­won­ne­nen Halb­fi­na­le. Da­bei war Nor­we­gen sport­lich nicht ein­mal für das Tur­nier qua­li­fi­ziert ge­we­sen. Wie die deut­sche Mann­schaft im Jah­re 2015 er­hiel­ten die Skan­di­na­vi­er vor dem Tur­nier vom Welt­ver­band IHF ei­ne Wild­card. Zu­vor wa­ren sie in der Qua­li­fi­ka­ti­on an Slo­we­ni­en ge­schei­tert. Nun spie­len sie um den WM-Ti­tel. Ber­ges Mann­schaft trifft zum krö­nen­den Ab­schluss nicht nur auf Ti­tel­ver­tei­di­ger und Top-Fa­vo­rit Frank­reich, son­dern hat auch den Groß­teil der mehr als 15 000 fre­ne­ti­schen Zu­schau­er ge­gen sich. „Es ist wirk­lich et­was Au­ßer­ge­wöhn­li­ches, die WM in Frank­reich zu spie­len“, sag­te der fran­zö­si­sche Star-Rechts­au­ßen Luc Aba­lo. Im ei­ge­nen Wohn­zim­mer soll ge­gen den nor­we­gi­schen Un­der­dog der sechs­te WM-Ti­tel her. „Wir brin­gen 200 Pro­zent auf dem Spiel­feld, um et­was zu­rück­zu­ge­ben“, sag­te Su­per­star Ni­ko­la Ka­ra­ba­tic. Der Ti­tel­ge­winn wä­re für „Les Ex­perts“, wie die fran­zö­si­sche Na­tio­nal­mann­schaft ge­nannt wird, ein ganz be­son­de­rer: Der gol­de­ne Schluss­punkt ei­ner Ge­ne­ra­ti­on von AusJetzt, nah­me­kön­nern, zu de­nen auch die frü­he­ren Bun­des­li­ga-Spie­ler Thier­ry Omey­er und Da­ni­el Nar­cis­se ge­hö­ren. Mit dem En­de des Heim-Tur­niers wird mit ei­ner Flut von Rück­trit­ten ge­rech­net, vie­le Stars der Fran­zo­sen sind in die Jah­re ge­kom­men. Ei­nen gol­de­nen Ab­schied der fran­zö­si­schen Alt­stars wol­len Ber­ges Nor­we­ger ver­hin­dern. Auch, da sich der Coach selbst in Zu­kunft neu­en Auf­ga­ben zu­wen­den könn­te. Bun­des­li­ga-Spit­zen­rei­ter SG Flens­bur­gHan­de­witt be­kun­de­te be­reits sein In­ter­es­se. Ge­sprä­che sol­len nach der WM fol­gen. Als Welt­meis­ter-Trai­ner hät­te Ber­ge ei­ne gu­te Ver­hand­lungs­grund­la­ge.

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