Im­po­san­te Star­pa­ra­de

Star­ke Fel­der in al­len elf Dis­zi­pli­nen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Pe­ter Tre­bing

Bei sei­ner Mee­ting-Pre­mie­re in Karlsruhe wur­de Lo­kal­ma­ta­dor Ju­li­an Ho­ward (LGR Karlsruhe) im Jahr 2015 Zwei­ter mit 8,04 Me­ter. Im ver­gan­ge­nen Jahr reich­te dem Weit­sprin­ger ein Zen­ti­me­ter we­ni­ger (8,03 Me­ter) so­gar zum Sieg in der Hal­le 2 der Mes­se Karlsruhe. Und 2017? Zum drit­ten Mal schon geht Ho­ward beim tra­di­ti­ons­rei­chen In­door-Event auf Wei­ten­jagd. Ob es in die­sem Jahr er­neut zum Sieg reicht, hängt auch von sei­nem ver­meint­lich stärks­ten Wi­der­sa­cher ab – und der heißt God­frey Mo­koe­na. Der 31-jäh­ri­ge Süd­afri­ka­ner ge­wann schon 2008 die Hal­len­welt­meis­ter­schaft und im glei­chen Jahr auch noch Olym­pia-Sil­ber in Peking. Ein Jahr spä­ter sprang er bei der WM in Berlin er­neut auf Platz zwei. Sei­ne per­sön­li­chen Best­leis­tun­gen: 8,18 Me­ter in der Hal­le und 8,50 Me­ter im Frei­en. Ei­ne ziem­lich har­te Nuss, die Ho­ward kna­cken müss­te, wenn er wie­der ganz vor­ne lan­den will. Nicht weit son­dern hoch muss Li­sa Ry­zih sprin­gen, die nicht nur auf na­tio­na­ler Ebe­ne zu den bes­ten St­ab­hoch­sprin­ge­rin­nen ge­hört. Zum Du­ell der deut­schen Meis­te­rin 2014 /2015 im Frei­en so­wie 2011 und 2015 in der Hal­le mit Sil­ke Spie­gel­burg kommt es al­ler­dings nicht. Die zehn­ma­li­ge na­tio­na­len Ti­tel­ge­win­ne­rin, die nach ge­sund­heit­li­chen Pro­ble­men im Jahr 2016 ei­gent­lich wie­der den An­schluss schaf­fen will, muss­te das In­door Mee­ting ab­sa­gen – ver­let­zungs­be­dingt. Li­sa Ry­zih hat­te im Vor­jahr ei­ne gu­te Sai­son: Bei der Eu­ro­pa­meis­ter­schaft in Ams­ter­dam wur­de sie mit über­sprun­ge­nen 4,70 Me­ter Zwei­te und bei den Olym­pi­schen Spie­len in Rio de Janei­ro er­reich­te sie das Fi­na­le. Ganz be­son­ders im Blick­punkt wer­den bei der 33. Auf­la­ge des Karls­ru­her In­door-Mee­tings dies­mal die Kon­kur­ren­zen über 60 Me­ter Hür­den ste­hen – bei den Frau­en und bei den Män­nern. Sal­ly Pe­ar­son, Ken­dra Har­ri­son, Su­san­na Kallur und Cin­dy Ro­le­der – ei­ne „ex­plo­si­ve“Mi­schung, die viel­leicht da­für sorgt, dass in der Karls­ru­her Mes­se ein Re­kord wa­ckeln könn­te. Die Schwe­din Kallur ist zwar mitt­ler­wei­le 35 Jah­re alt, ihr Hal­lenWelt­re­kord von 7,68 Se­kun­den (auf­ge­stellt 2008 in Karlsruhe) hat aber noch im­mer Be­stand. Ob dies auch noch nach dem 4. Fe­bru­ar der Fall sein wird? Ken­dra Har­ri­son hat si­cher die Qua­li­tät, die bis­he­ri­ge Best­mar­ke zu kna­cken. Über die 100 Me­ter Hür­den ist sie je­den­falls die schnells­te Frau der Welt (12,20 Se­kun­den). Doch auch die Aus­tra­lie­rin Sal­ly Pe­ar­son ist ei­ne Ga­ran­tin für die ganz schnel­len Zei­ten. Olym­pia­sie­ge­rin (2012), Welt­meis­te­rin im Frei­en (2011) und Hal­len­welt­meis­te­rin (2012) war sie schon. Für sie ist der

Sams­tag, 4. Fe­bru­ar: In­door Mee­ting Karlsruhe

Auf­tritt in Karlsruhe ei­ne Pre­mie­re. Was für Cin­dy Ro­le­der nicht gilt – sie kennt die At­mo­sphä­re des Mee­tings. Und sie kommt als am­tie­ren­de Eu­ro­pa­meis­te­rin über die 100 Me­ter Hür­den nach Ba­den. Kei­ne Fra­ge, von die­sem Quar­tett darf man viel er­war­ten. Ähn­lich stark ist das Feld bei den Män­nern be­setzt. Der Spa­nier Or­lan­do Or­te­ga ge­wann 2016 Olym­pia-Sil­ber über die 110 Me­ter Hür­den in Rio. Der Fran­zo­se Di­mi­tri Bas­cou nahm Bron­ze aus Bra­si­li­en mit. Und der Hal­le­n­eu­ro­pa­meis­ter Pas­cal Mar­ti­not-La­g­ar­de lief bei den Olym­pi­schen Spie­len im Hür­den­fi­na­le als Vier­ter über die Zi­el­li­nie. Wie es sich an­fühlt, in Karlsruhe zu sie­gen, durf­ten Or­te­ga (2013) und Bas­cou (2015) schon er­fah­ren. Wer macht aus die­sem Trio dies­mal das Ren­nen? Auch für die 3000 Me­ter der Frau­en hat Sport­di­rek­tor Alain Blon­del ei­ne gu­te Mi­schung ar­ran­giert. Die Äthio­pie­rin Axu­ma­wit Em­baye, im Vor­jahr Sie­ge­rin über 1 500 Me­ter in Karlsruhe, trifft auf das deut­sche Ta­lent Kon­stan­ze Klos­ter­hal­fen, die Bri­tin Lau­ra Muir und die Ke­nia­ne­rin Hel­len Obi­ri, die in Rio im ver­gan­ge­nen Jahr Sil­ber über die 5 000 Me­ter ge­wann. Und gran­di­os ist auch die Be­set­zung über die 60 Me­ter bei den Frau­en: Bar­ba­ra Pier­re (USA, am­tie­ren­de Hal­len­welt­meis­te­rin), Ma­rie Jo­sée Ta Lou (El­fen­bein­küs­te, Sil­ber­me­dail­len bei den Olym­pi­schen Spie­len in Rio über 100 und 200 Me­ter) und Di­na As­herS­mith (Groß­bri­tan­ni­en, am­tie­ren­de 200-Me­ter-Eu­ro­pa­meis­te­rin) ha­ben zu­ge­sagt. Kei­ne Fra­ge, beim In­door-Mee­ting dür­fen sich die Leichtathletik-Fans auf ei­ne Star­pa­ra­de freu­en, zu der bei­spiels­wei­se auch Ku­gel­sto­ße­rin Chris­ti­na Schwa­nitz ge­hört. Die wur­de schon zwei­mal Eu­ro­pa­meis­te­rin und ein­mal Welt­meis­te­rin. Für sie und für die Mee­ting-Ver­an­stal­ter ist das Ku­gel­sto­ßen der Frau­en üb­ri­gens ei­ne Pre­mie­re.

Gold und Sil­ber in Rio: Hel­len Obi­ri (rechts) wur­de Zwei­te über die 5 000 Me­ter bei den Olym­pi­schen Spie­len 2016. Der Sieg in Bra­si­li­en ging an die eben­falls aus Ke­nia stam­men­de Vi­vi­an Che­ruiyot. In Karlsruhe star­tet Obi­ri im 3 000-Me­ter-Ren­nen un­ter an­de­rem ge­gen Axu­ma­wit Em­baye aus Äthio­pi­en. Foto: imago/Hil­se

Beim Is­taf in Berlin sieg­te Di­mi­tri Ba­cou vor ei­nem Jahr über die 60 Me­ter Hür­den. Foto: GES/Gün­gör

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