Der nächs­te Schritt

Of­fen­bur­ger Reit­tur­nier ent­wi­ckelt sich kon­ti­nu­ier­lich

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Pe­ter Tre­bing

Zum „Zehn­jäh­ri­gen“der Ba­den Clas­sics gab es noch ein­mal 5 000 Eu­ro oben­drauf – da­mit liegt die Ge­samt­do­tie­rung des Of­fen­bur­ger Hal­len­reit­tur­niers jetzt bei 150 000 Eu­ro. Ei­ne Sum­me, die auch das Wachs­tum der Ver­an­stal­tung deut­lich do­ku­men­tiert. Bei der Pre­mie­re im Jahr 2008 wur­den noch 80 000 Eu­ro Prä­mi­en an Sie­ger und Plat­zier­te ge­zahlt. Und auch das In­ter­es­se am CSI3* ist ent­spre­chend grö­ßer ge­wor­den – vor zehn Jah­ren woll­ten knapp 5000 Zu­schau­er mit da­bei sein, in­zwi­schen hat sich die­se Zahl be­reits ver­dop­pelt. Und ein En­de ist nicht in Sicht, denn die drei „Vä­ter“des Tur­niers – Gott­hilf Ri­ex­in­ger, Rein­hard Schill und Tho­mas Koh­ler – se­hen sich noch lan­ge nicht am Ziel: „Wir wol­len im­mer bes­ser wer­den.“(Ri­ex­in­ger) Doch das bis­her Er­reich­te kann sich be­reits se­hen las­sen. Schließ­lich hat man in­zwi­schen auch vier Sprin­gen im Pro­gramm, in de­nen sich die Rei­ter Punk­te für die Welt­rang­lis­te ver­die­nen kön­nen. Ein nicht un­er­heb­li­cher Grund für vie­le der 60 Rei­ter, die für die DreiS­ter­ne-Prü­fung ge­mel­det ha­ben, sich auf den Weg in die Or­ten­au zu ma­chen. Wei­te­re 47 ste­hen auf der Mel­de­lis­te für das CSI1*. Mehr als 100 Spring­rei­ter al­so, die aus 14 ver­schie­de­nen Na­tio­nen stam­men. Wie im­mer stark ver­tre­ten ist die Schweiz. Und zwar nicht nur in quan­ti­ta­ti­ver Hin­sicht. Auch die Qua­li­tät der Rei­ter über­zeugt. Ge­cy“, mel­det hat bei­spiels­wei­se Ja­ni­ka Sprun­ger. De­ren bis­lang größ­ten Er­fol­ge sind EM-Bron­ze mit der Eid­ge­nos­sen-Equi­pe 2015 und ein zwei­ter Platz im Som­mer 2013 beim Grand Prix von Aa­chen, für den es 200000 Eu­ro Preis­geld gab. „Pea­nuts“im Ver­gleich zu der Sum­me, die im glei­chen Jahr für ihr Spit­zen­pferd „Pall­ou­bet du Rou­et“ge­zahlt wur­de. Zwölf Mil­lio­nen Eu­ro über­wies der neue Be­sit­zer aus Ka­tar. Fi­nan­zi­ell ein stol­zer Ge­winn, doch da­für sport­lich ein Rück­schlag. Den aber mach­te sie schnell wett, bei Olym­pia 2016 in Rio ge­hör­te sie wie­der zur Schwei­zer Equi­pe. In Of­fen­burg star­tet sie eben­so wie ihr Va­ter Han­sue­li Sprun­ger. Ein an­de­rer in­ter­es­san­ter Na­me auf der „Schwei­zer Lis­te“ist Chris­ti­na Lieb­herr. Im Jahr 1979 wur­de die En­ke­lin von Hans Lieb­herr, dem Grün­der des gleich­na­mi­gen Bau­ma­schi­nen­kon­zerns, in Stutt­gart ge­bo­ren. Seit 1994 ist sie Schwei­ze­rin. Die Bron­ze­me­dail­le bei den Olym­pi­schen Spie­len 2008 mit der Eid­ge­nos­sen-Equi­pe und zwei Vi­ze­eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten im Jahr 2005 (Ein­zel und Mann­schaft) brach­ten sie in die Welt­spit­ze. Doch der Aus­fall von Spit­zen­pferd „No Mer- der we­gen ei­ner Ver­let­zung nicht mehr star­ten konn­te, warf sie zu­rück. Schwä­bi­sches Blut fließt auch in den Adern von Jo­se­phi­ne So­r­en­sen. Die jun­ge Frau aus De­ger­loch hat ei­ne deut­sche Mut­ter und ei­nen iri­schen Va­ter – des­halb star­tet sie auch un­ter der Flag­ge der „Grü­nen In­sel“bei in­ter­na­tio­na­len Wett­be­wer­ben. Wasch­ech­ter Ire ist da­ge­gen Eo­in McMahon, der im Som­mer 2016 für trau­ri­ge Schlag­zei­len ge­sorgt hat­te. Beim Gro­ßen Preis von Mün­chen war er mit sei­nem Pferd „Qu­est­fin­der“am Was­ser­gra­ben ge­stürzt. Beim Sturz lan­de­te das Pferd auf dem Rei­ter, der schwer ver­letzt ins Kran­ken­haus trans­por­tiert wur­de. „Qu­est­fin­der“muss­te we­gen ei­nes of­fe­nen Bruchs ein­ge­schlä­fert wer­den. In Of­fen­burg star­tet der Ire mit vier Pfer­den. Ei­nen ganz be­son­de­ren Re­kord kann die USA­me­ri­ka­ne­rin Reed Kess­ler für sich in An­spruch neh­men: Bei den Olym­pi­schen Spie­len 2012 in Lon­don ging sie mit 18 Jah­ren als bis da­to jüngs­te Spring­rei­te­rin der Olym­pia­Ge­schich­te an den Start. Mit der US-Mann­schaft be­leg­te sie den sechs­ten Rang. Sie star­tet bei den Ba­den Clas­sics im CSI3*. So wie et­li­che an­de­re, sport­lich deut­lich er­folg­rei­che­re Rei­ter wie Micha­el Whi­ta­ker, Cars­ten-Ot­to Na­gel, Hans-Die­ter Dre­her oder Al­bert Zo­er, die für je­de Men­ge sport­li­che Klas­se beim Ju­bi­lä­ums­tur­nier sor­gen wer­den.

Ba­den Clas­sics fei­ern ihr „Zehn­jäh­ri­ges“

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