Aben­teu­er li­ve

Jazz von Joo Kraus ist ein sinn­li­ches Ver­gnü­gen

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Die Region - Tho­mas Liebs­cher

Wenn ge­pfif­fen wird von Jaz­zern und wenn sie fürs Trom­meln wie beim Sam­ba sor­gen; wenn ein Di­xi-Rhyth­mus rich­tig schrägt an­ge­sägt ist und Ohr­wür­mer an­ge­stimmt wer­den – dann ha­ben die Mu­si­ker und mit ih­nen das Pu­bli­kum ein­fach Spaß. Aber ist das nicht ein blö­des Wort, wenn es um Jazz geht? Nicht wenn ein Meis­ter wie Joo Kraus da­hin­ter­steckt. Der Trom­pe­ter hat mit sei­nem „Ta­les in To­ne Trio“ein Al­bum ein­ge­spielt, das furcht­los Stil­g­ren­zen über­schrei­tet, ver­we­ge­ne Songs mit Po­pein­schlag ris­kiert, HipHop, Funk und Elek­tro wei­ter zu­lässt und in sei­nen Klan­geffek­ten bei je­dem Stück aufs neue Stau­nen lässt. Die Plat­te „JooJazz“(La­bel: Künst­ler­ha­fen) spru­delt nur so von Ide­en, leuch­tet in vie­len Far­ben, ist ein aber­wit­zi­ges Mu­sik­aben­teu­er. Am Sams­tag, 18. Fe­bru­ar kom­men Kraus und sei­ne lang­jäh­ri­gen Weg­ge­fähr­ten in den Karls­ru­her Tem­pel mit ih­rem Spit­zen­pro­dukt. Aber wie ist die aus­ge­feil­te Stu­dio­pro­duk­ti­on li­ve um­zu­set­zen? „Das war echt ei­ne Her­aus­for­de­rung, da­mit ha­ben wir uns viel Mü­he ge­ge­ben und viel mehr pro­ben müs­sen“, er­zählt Kraus dem SONN­TAG: „Wir wol­len den Stil nicht ab­schwä­chen, son­dern mög­lichst viel rü­ber­brin­gen, vi­el­leicht mit ein paar So­li mehr. Je­de Men­ge Ge­rä­te für die Ef­fek­te ha­ben wir aus­pro­biert.“Die Be­su­cher dür­fen sich al­so freu­en auf aus­ge­feil­te gu­te Lau­ne bei Songs wie „If you wan­na get down“oder „Hit­back!“, auf ziem­lich viel Kraus-Ge­sang durch Clip-Mi­kro an der Trom­pe­te und über­haupt auf die­se Mar­ke „JooJazz“. Der Ul­mer Kraus ist 50 ge­wor­den und hat lust­voll Bi­lanz ge­zo­gen über die Jah­re mit der Jazz­kan­ti­ne, DePhazz oder Tab Two. „Auch die Auf­trit­te mit Omar So­sa und die Jazz-Be­glei­tung von Na­na Mouskou­ri wa­ren mir wich­tig, es gibt dau­ernd et­was da­zu­zu­ler­nen.“Sagt ei­ner, der selbst Vor­bild für so vie­le Mu­si­ker ist. Kraus war im­mer neu­gie­rig auf neue Tü­ren, die zu un­be­kann­ten krea­ti­ven Räu­men füh­ren. Er­staun­lich, dass er jetzt erst un­term Si­g­net „JooJazz!“un­ter­wegs ist. Es steht für sinn­li­ches Ver­gnü­gen.

Sie kom­men am Sams­tag mit lust­vol­len Songs ih­res Al­bums „JooJazz!!“in den Karls­ru­her Tem­pel: Trom­pe­ter Joo Kraus so­wie Tors­ten Krill, Ralf Schmid und Veit Hüb­ner (hin­ten von links). Fo­to: Chris Mar­quart

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