Schwach am Schieß­stand

Bi­ath­lon: Män­ner-Staf­fel ver­passt Edel­me­tall

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT -

Die deut­sche Män­ner-Staf­fel um Schluss­läu­fer Si­mon Sch­empp hat bei der Bi­ath­lon-WM in Hoch­fil­zen nach schwa­chen Schieß­leis­tun­gen erst­mals seit sechs Jah­ren ei­ne Me­dail­le ver­passt. Das Quar­tett mit Erik Les­ser (Fran­ken­hain), Be­ne­dikt Doll (Breit­nau), Arnd Peif­fer (Claus­thal-Zel­ler­feld) und Sch­empp (Uhin­gen) lief nach 4 x 7,5 Ki­lo­me­tern und acht Nach­la­dern nur auf den vier­ten Rang. Zu Bron­ze fehl­ten im Ziel 9,5 Se­kun­den. „Wir ha­ben lei­der am Schieß­stand wie­der nicht über­zeugt. Dann war die Lü­cke da“, sag­te Sch­empp in der ARD. „Wir wa­ren zwar auf Tuch­füh­lung, aber für das Po­di­um war das nicht gut ge­nug. Ich ha­be noch­mal al­les ge­ge­ben, aber es hat lei­der nicht ge­reicht. Jetzt ha­ben wir nur die Blech­me­dail­le.“Gold ging an Olym­pia­sie­ger Russ­land vor Frank­reich und Ös­ter­reich. Do­mi­nik Lan­der­tin­ger hat­te Sch­empp auf der Schluss­run­de einFeh­ler drucks­voll ab­ge­hängt und den Gast­ge­bern so das ers­te Edel­me­tall der Ti­tel­kämp­fe ge­si­chert. „Es tut jetzt schon rich­tig weh. Die Hälf­te der Nach­la­der geht auf mich, da muss ich vi­el­leicht schon mal ’ne Run­de aus­ge­ben“, sag­te Be­ne­dikt Doll nach Ren­nen­de er­nüch­tert. Zu­letzt hat­te die deut­sche Mann­schaft 2011 kei­ne Me­dail­le ge­won­nen, vor zwei Jah­ren gab es in Kon­tio­lah­ti letzt­mals den Ti­tel und im Vor­jahr in Os­lo Sil­ber. Start­läu­fer Les­ser, Vier­ter des WM-Ein­zels, be­gann glän­zend und traf vor 22300 Zu­schau­ern die ers­ten fünf Schei­ben. Platz zwei war die Fol­ge, ehe der frü­he­re Dop­pel­welt­meis­ter aus Thü­rin­gen er­neut mü­he­los al­le sei­ne Schüs­se ins Ziel setz­te und ge­mein­sam mit dem Fran­zo­sen Je­an Guil­lau­me Bea­trix auf die letz­te Run­de ging. „Es gibt nichts zu mä­keln. Im Schie­ßen ist al­les auf­ge­gan­gen, was ich mir vor­ge­nom­men hat­te“, sag­te Les­ser. Sprint-Welt­meis­ter Doll ging ei­ne Wo­che nach sei­nem über­ra­schen­den Ti­tel­ge­winn in Füh­rung lie­gend in die Loi­pe. Der 26-Jäh­ri­ge hat­te fünf Se­kun­den Vor­sprung auf Frank­reich und hielt die Spit­zen­po­si­ti­on zu­nächst trotz des ers­ten Nach­la­ders. Im Ste­hendschie­ßen be­nö­tig­te Doll al­ler­dings al­le drei

WM-Vier­ter – erst­mals seit 2011 kei­ne Me­dail­le

Ex­tra­pa­tro­nen – und fiel auf Platz sie­ben zu­rück. „Es war schon ganz schön viel Auf­re­gung da­bei, das war der Haupt­punkt. Ich ha­be schon vor dem Ren­nen ge­merkt, dass es kei­ne leich­te Sa­che wird“, sag­te Doll. Zur Halb­zeit ging Arnd Peif­fer mit 32,8 Se­kun­den Rück­stand auf die füh­ren­den Fran­zo­sen auf sei­ne 7,5 Ki­lo­me­ter. Auch der Staf­fel-Spe­zia­list aus dem Harz be­nö­tig­te ins­ge­samt drei Nach­la­der und ver­lor wei­te­re Zeit, be­vor Schluss­läu­fer Sch­empp auf Rang vier ins Ren­nen ging. Der Schwa­be nahm nach ei­nem im ers­ten Schie­ßen zu­nächst als Vier­ter die Ver­fol­gung des füh­ren­den Rus­sen An­ton Schi­p­u­lin auf. Nach dem per­fek­ten Ste­hendschie­ßen jag­te er den Ös­ter­rei­cher Do­mi­nik Lan­der­tin­ger – schei­ter­te aber an die­ser Auf­ga­be. Zum WM-Ab­schluss ste­hen heu­te (ab 11.30 Uhr/ARD) die Mas­sen­starts auf dem Pro­gramm. Nach vier­mal Gold und ein­mal Sil­ber greift Re­kord­jä­ge­rin Lau­ra Dahl­mei­er bei den Frau­en nach ih­rer sechs­ten Me­dail­le im sechs­ten Ren­nen.

Glän­zend be­gon­nen: DSV-Start­läu­fer Erik Les­ser (im Bild vor­ne) traf al­le Schei­ben. Nicht so die wei­te­ren Deut­schen. Und so reich­te es für die Staf­fel nur zu WM-Platz vier und zur „Blech­me­dail­le“. Fo­to: avs

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