„Der Ball muss rol­len“

Sport­an­walt Mar­kus Schnei­der hat das Hob­by zum Be­ruf ge­macht

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Micha­el Höl­le

Das Hob­by zum Be­ruf ma­chen – vie­le träu­men da­von, we­ni­gen ge­lingt es. Ei­ner, dem es ge­lang, ist Mar­kus Schnei­der. Von Kin­des­bei­nen an lei­den­schaft­li­cher Fuß­bal­ler, jagt er auch im fort­ge­schrit­te­nen Er­wach­se­nen­al­ter noch ger­ne dem run­den Le­der hin­ter­her. Ein­mal wö­chent­lich in kur­zen Ho­sen bei den Al­ten Her­ren (AH) der DJK Rüppurr, aber vor al­lem tag­täg­lich im An­zug als Sport­an­walt in Karls­ru­he. „Oh­ne den Fuß­bal­ler Schnei­der gä­be es den An­walt Schnei­der vi­el­leicht nicht“, sagt der pro­mo­vier­te Ju­rist. „Ei­ne schwe­re Ver­let­zung war die Ge­le­gen­heit, das Ju­ra-Stu­di­um erns­ter zu neh­men“, er­klärt Mar­kus Schnei­der und um­schreibt da­mit recht nett die Ver­la­ge­rung der per­sön­li­chen Schwer­punk­te. Und der Er­folg stell­te sich ein. Als ei­ner der ers­ten in Deutsch­land leg­te Mar­kus Schnei­der sei­ne Dok­tor­ar­beit zu ei­nem sport­recht­li­chen The­ma ab. Gut kann sich der ge­bür­ti­ge Schwei­zer und Wahl-Karls­ru­her noch an sei­nen ers­ten Auf­trag als selbst­stän­di­ger An­walt er­in­nern: „Ber­ti Haas vom SV Spiel­berg war am Te­le­fon und brauch­te Hil­fe in ei­ner Strei­tig­keit mit dem Ver­band“, so Schnei­der. Den Ober­li­gis­ten be­wahr­te er vor ei­nem dro­hen­den Punkt­ab­zug – und der un­ter­le­ge­ne Ba­di­sche Fuß­ball­ver­band (BFV) wur­de auf ihn auf­merk­sam. Mit der Fol­ge, dass Schnei­der beim BFV seit 13 Jah­ren im Vor­stand sitzt und ver­ant­wort­li­che in Sat­zungs­fra­gen zeich­net. Wo­bei Schnei­der kein Pa­ra­gra­fen­rei­ter ist. Sei­ne Ma­xi­me lau­tet: „Der Ball muss rol­len.“Den ließ der Links­au­ßen selbst schon früh rol­len. Beim FSV Mainz 05 durch­lief er sämt­li­che Ju­gend­teams. Und im­mer kick­te da ein ge­wis­ser Chris­ti­an Hei­del ei­ne Al­ters­klas­se über ihm. Bei den Se­nio­ren dann kam es zu di­rek­ten Du­el­len mit dem lang­jäh­ri­gen Ma­cher des rhein­land-pfäl­zi­schen Bun­des­li­gis­ten und heu­ti­gen Sport­di­rek­tors von Schal­ke 04. „Das wa­ren im­mer har­te Du­el­le“, er­in­nert sich Schnei­der. Al­ler­dings fanSeit­her den die in der Be­zirks­li­ga statt. Aus dem Traum Fuß­ball­pro­fi wur­de bei bei­den nichts. „Drit­te, vier­te Li­ga wä­re das Ma­xi­mum ge­we­sen“, meint Mar­kus Schnei­der. Ver­let­zun­gen, Stu­di­um, An­walts­kar­rie­re – die ak­ti­ve Lauf­bahn als Fuß­bal­ler schien früh vor­über. „Aber dann kam der zwei­te Früh­ling“, er­zählt Schnei­der schmun­zelnd. Mit 42 Jah­ren lief er noch ein­mal für die DJK Rüppurr in der C-Klas­se auf. „Ge­gen Oberwei­er war das“, sagt er. Es wur­de ein wür­di­ger Ab­schied, ge­lan­gen ihm doch drei Tref­fer in die­ser Par­tie. macht Mar­kus Schnei­der im Auf­trag des Deut­schen Fuß­ball-Bun­des (DFB) und des Aus­wär­ti­gen Am­tes Trai­ner aus al­ler Her­ren Län­dern mit dem Sport­recht ver­traut. Glei­ches ist sei­ne Auf­ga­be als Lehr­be­auf­trag­ter am Karls­ru­her In­sti­tut für Tech­no­lo­gie (KIT), nur dass da die Zu­hö­rer Sport­stu­den­ten sind. Vor al­lem aber ver­tritt und be­rät der An­walt in sei­ner Kanz­lei Ver­bän­de, Ver­ei­ne, Sport­ler oder de­ren Fa­mi­li­en. Das Hob­by zum Be­ruf ma­chen – vie­le träu­men da­von, we­ni­gen ge­lingt es. Mar­kus Schnei­der ist es ge­lun­gen.

Lei­den­schaft Fuß­ball: Der Karls­ru­her Sport­an­walt Mar­kus Schnei­der macht welt­weit Trai­ner mit dem Sport­recht ver­traut. Er ist Lehr­be­auf­trag­ter am KIT – und kickt im AH-Team der DJK Rüppurr. Fo­to: GES/Prang

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