Letz­te Chan­ce für Neu­reu­ther

Be­reit, „ei­nen raus­zu­hau­en“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Tho­mas Hä­ber­lein/Mar­co Ma­der

Ges­tern hat­te es Fe­lix Neu­reu­ther auf die ers­te Sei­te der gro­ßen Schwei­zer Bou­le­vard­zei­tung Blick ge­schafft – dum­mer­wei­se nicht mit ei­ner be­mer­kens­wer­ten Leis­tung im Rie­sen­sla­lom am Vor­tag. „Die Schwei­zer sind zu dep­pert“, zi­tier­te das Blatt den Deut­schen zum bei­na­he ka­ta­stro­pha­len Aus­gang der Übungs­ein­heit der Flie­ger­staf­fel „PC 7 Team“der eid­ge­nös­si­schen Luft­waf­fe. Dumm ge­lau­fen: Das „dep­pert“hat­te Neu­reu­ther im Ös­ter­rei­chi­schen Rund­funk ge­sagt, und bald lief es auch im Netz rauf und run­ter. Neu­reu­ther ist seit sei­ner An­kunft in St. Mo­ritz, ge­nau­er im be­nach­bar­ten Ce­le­ri­na, fast täg­lich in den Schlag­zei­len ge­we­sen. Zu­erst mit lo­cke­ren Sprü­chen, dann aber we­gen Un­er­freu­li­chem: Im Team-Wett­be­werb schied die deut­sche Mann­schaft gleich in der ers­ten Run­de aus, weil Schluss­läu­fer Neu­reu­ther, der sein Du­ell un­be­dingt ge­win­nen muss­te, am Sprung kurz nach dem Start sei­nen oh­ne­hin seit Jah­ren ge­plag­ten Rü­cken der­ma­ßen ver­dreh­te, dass er sich da­bei ei­ne Mus­kel­ver­här­tung der üb­len Sor­te zu­zog. Im Rie­sen­sla­lom am Frei­tag hat­te Neu­reu­ther we­gen des Rü­ckens im Grun­de ge­nom­men kei­ne Chan­ce – be­haup­te­te aber, der Start ha­be ihm ge­hol­fen, sich auf den Sla­lom

Ski-WM: DSV-Me­dail­le im Sla­lom der Män­ner?

ein­zu­stim­men. „Man muss so­wie­so im­mer po­si­tiv nach vor­ne schau­en, und das Po­si­ti­ve ist, dass es vom Rü­cken her re­la­tiv gut ge­hal­ten hat. Jetzt gilt’s zu re­ge­ne­rie­ren und sich auf den Sonn­tag rich­tig vor­zu­be­rei­ten – und da dann ei­nen raus­zu­hau­en“, sag­te er. Im zwei­ten Lauf des Rie­sen­sla­loms ist Neu­reu­ther im­mer­hin die zweit­bes­te Zeit ge­fah­ren, am En­de wur­de es Platz 16. Fe­lix Neu­reu­ther ist im­mer in der La­ge, ei­nen raus­zu­hau­en, nur: Die­se Ta­ge sind sel­ten ge­wor­den. Er ist der­zeit noch Vier­ter in der Sla­lom-Welt­rang­lis­te, er ist im­mer­hin noch Sechs­ter im Sla­lom-Welt­cup, er hat­te im Ja­nu­ar auch ei­ne sehr gu­te Pha­se, in der er im­mer um ei­nen Platz auf dem Po­dest mit­fuhr, aber eben auch nur zwei­mal drauf. Und vor sei­nem ver­mut­lich letz­ten WM-Ren­nen ge­hört er des­halb nicht zu den Fa­vo­ri­ten, die Neue Zürcher Zei­tung zählt ihn nicht mal mehr zu den An­wär­tern auf ei­ne Me­dail­le. Wohl zu Recht. Ab­ge­se­hen da­von, dass Li­nus Stra­ßer (Mün­chen) der­zeit in be­ste­chen­der Form ist, Ste­fan Luitz (Bols­ter­lang) zu­letzt gut Sla­lom fuhr und Do­mi­nik Steh­le (Ober­maisel­stein) im­mer mal wie­der für ei­ne Über­ra­schung sorgt: Fe­lix Neu­reu­ther ist der letz­te Trumpf, den der Deut­sche Ski­ver­band (DSV) bei die­ser bis­lang so un­glück­lich ver­lau­fe­nen Welt­meis­ter­schaft hat. Aber: Da sind ja auch noch Rie­sen­sla­lomWelt­meis­ter Mar­cel Hir­scher, Sla­lom-„Mo­zart“Hen­rik Kristof­fer­sen, der star­ke Rus­se Alex­an­der Cho­ro­schi­low, die Schwe­den, die Ita­lie­ner und so­gar ein En­g­län­der na­mens Da­ve Ry­ding. Je­de Men­ge Kon­kur­renz al­so ...

Skep­tisch: Ob Fe­lix Neu­reu­ther im Sla­lom die ver­korks­te WM-Bi­lanz auf­hüb­schen kann? Fo­to: avs

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