Un­be­ding­ter Sie­ges­wil­len

Für Mug­gen­sturm/Kup­pen­heim gilt’s

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Ekart Kin­kel

Ei­nes ist klar: Im Meis­ter­schafts­ren­nen der Süd­ba­den­li­ga dür­fen sich die Hand­bal­ler der SG Mug­gen­sturm/ Kup­pen­heim kei­ne Blö­ße mehr ge­ben. Des­halb nimmt Te­am­ma­na­ger Carl Jo­sen­hans die Spie­ler des der­zei­ti­gen Ta­bel­len­zwei­ten vor dem heu­ti­gen Der­by ge­gen den BSV Phö­nix Sinz­heim (17 Uhr, Sport­hal­le Kup­pen­heim) auch in die Pflicht. Be­din­gungs­lo­sen Ein­satz for­dert er. Und un­be­ding­ten Sie­ges­wil­len. „Je­der Spie­ler muss wis­sen, um was es in die­ser Be­geg­nung geht“, be­tont Jo­sen­hans. Die Brand­re­de des SG-Sports­chefs hat sei­nen Grund. Vor zwei Wo­chen setz­te es für die SG Zu­hau­se im Gip­fel­tref­fen ge­gen Ta­bel­len­füh­rer TuS Steiß­lin­gen ei­nen emp­find­li­chen Na­cken­schlag.

SG Ta­bel­len­zwei­ter der Hand­ball-Süd­ba­den­li­ga

„Da hat schlicht­weg die Ein­stel­lung nicht ge­stimmt“, geht Carl Jo­sen­hans mit der Mann­schaft von Trai­ner Kal­man Fe­nyö hart ins Ge­richt. Von Be­ginn an la­gen die Gast­ge­ber beim Auf­ein­an­der­tref­fen der bei­den punkt­glei­chen Top­teams im Hin­ter­tref­fen. Am En­de stand ei­ne 27:35-Nie­der­la­ge zu Bu­che. Ge­gen Sinz­heim (5./19:15 Punk­te) sieht Jo­sen­hans die Spiel­ge­mein­schaft (22:10 Punk­te) den­noch in der Fa­vo­ri­ten­rol­le. Schließ­lich hät­ten sich die mit gro­ßen Am­bi­tio­nen in die Run­de ge­star­te­ten Gäs­te bis­lang nicht mit Ruhm be­kle­ckert und lä­gen so­gar be­reits sie­ben Zäh­ler hin­ter dem Li­ga­pri­mus aus Steiß­lin­gen zu­rück. Ob Mug­gen­sturm/Kup­pen­heim die zwei Punk­te Rück­stand auf den ak­tu­el­len Spit­ha­ben zen­rei­ter noch ein­mal auf­ho­len kann, dar­über möch­te Jo­sen­hans zehn Spiel­ta­ge vor Run­den­en­de nicht spe­ku­lie­ren. Bis­her ha­be die Mann­schaft si­cher­lich „ein oder zwei Par­ti­en zu viel ver­lo­ren“– und vor al­lem bei den bei­den Nie­der­la­gen ge­gen Steiß­lin­gen die „Big Po­ints“ver­schenkt. Ei­ne wei­te­re rich­tungs­wei­sen­de Be­geg­nung steht für die SG Mug­gen­sturm/Kup­pen­heim dann gleich am kom­men­den Sams­tag um 17 Uhr im Vier­tel­fi­na­le des Deut­schen Ama­teur­po­kals beim Bay­ern­li­gis­ten TSV Wald­büt­tel­bronn auf dem Pro­gramm. Mit ei­nem Sieg wä­ren die Ball­wer­fer aus dem Murg­tal nur noch ei­nen Schritt vom Fi­na­le ent­fernt. Das End­spiel der bei­den bes­ten Ver­bands­po­kal­sie­ger fin­det dann tra­di­tio­nell An­fang April im Rah­men­pro­gramm des Fi­nal-FourTur­niers um den Deut­schen Hand­ball­po­kal in Ham­burg statt – und wä­re ein ech­ter Hö­he­punkt in der Ver­eins­his­to­rie. Das Haupt­au­gen­merk von SG-Te­am­ma­na­ger Jo­sen­hans und Trai­ner Fe­nyö liegt aber im­mer noch auf dem Li­ga­be­trieb. Da gilt es zu­nächst ein­mal, die Leis­tungs­schwan­kun­gen ab­zu­stel­len. Ein Grund für die feh­len­de Kon­stanz war in der lau­fen­den Run­de si­cher­lich auch das Ver­let­zungs­pech. Leis­tungs­trä­ger wie Da­ni­el Schunk oder Mat­thi­as Herbst konn­ten ihr gan­zes Po­ten­zi­al we­gen di­ver­ser Bles­su­ren bis­lang kaum aus­spie­len. Den­noch: „Der Ka­der ist stark ge­nug, um in der Süd­ba­den­li­ga ganz vor­ne mit­zu­spie­len“, sagt Carl Jo­sen­hans. „Vor al­lem in der Brei­te sind wir bes­ser auf­ge­stellt als in den Vor­jah­ren“. Hoch­ka­rä­ti­ge Ver­stär­kun­gen wer­de es des­halb al­ler Vor­aus­sicht nach für die kom­men­de Sai­son nicht ge­ben. Die dies­jäh­ri­gen Neu­zu­gän­ge wie der vom TV Bret­ten ge­kom­me­ne Da­ni­el Schunk, der ehe­ma­li­gen Dur­mers­hei- mer Fe­lix Kracht (kam vom Ba­den­li­gis­ten TV Knie­lin­gen) oder die Brü­der Ni­co­las (HSG Wiesbaden) und Ju­li­an Kolb (TV Sandwei­er) ha­ben sich laut Jo­sen­hans bes­tens in den Ver­ein ein­ge­fügt und da­durch konn­ten auch die Ab­gän­ge von Leis­tungs­trä­gern wie Lars Cro­coll, Ro­bert Ko­vacs oder Mat­ti­as Hei­der letzt­lich pro­blem­los kom­pen­siert wer­den. Als Ta­bel­len­zwei­ter könn­te die SG nach Run­den­en­de in den Re­le­ga­ti­ons­spie­len mit den Vi­ze­meis­tern der Ba­den­li­ga und der Würt­tem­berg­li­ga um den Auf­stieg in die ba­den-würt­tem­ber­gi­sche Ober­li­ga kämp­fen. „Vi­el­leicht sind in die­sem Fall ja wirk­lich al­ler gu­ten Din­ge end­lich mal drei“, scherzt Jo­sen­hans, denn in den ver­gan­ge­nen Jah­ren er­wie­sen sich die Kon­tra­hen­ten aus dem nord­ba­di­schen und dem schwä­bi­schen Lan­des­ver­band be­reits zwei­mal als ei­ne Num­mer zu groß für die Mug­gen­stur­mer. „Angst wir aber kei­ne“, stellt Carl Jo­sen­hans klar. Zu­min­dest aus Nord­ba­den dürf­te auch kein über­mäch­ti­ger Geg­ner in die Re­le­ga­ti­on rut­schen. Denn hin­ter dem sou­ve­rä­nen und bis­lang un­ge­schla­ge­nen Ta­bel­len­füh­rer TSV Vi­ern­heim (36:0 Punk­te) kämp­fen gleich meh­re­re schlag­bar er­schei­nen­de Mann­schaf­ten HSG St. Le­on/Rei­lin­gen, SG Pforz­heim/Eu­tin­gen II, TSV Bir­ken­au) um Platz zwei.

Feh­len­de Kon­stanz: Leis­tungs­trä­ger des Hand­ball-Süd­ba­den­li­gis­ten SG Mug­gen­sturm/Kup­pen­heim wie Mat­thi­as Herbst (hier im An­griff) konn­ten ihr gan­zes Po­ten­zi­al we­gen di­ver­ser Ver­let­zun­gen im bis­he­ri­gen Run­den­ver­lauf nur be­dingt aus­spie­len. Doch im Ti­tel­ren­nen darf sich die SG jetzt kei­ne Blö­ße mehr ge­ben. Fo­to: Col­let

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