Pence be­ru­higt Eu­ro­pa

US-Vi­ze: Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka ste­hen fest zur Na­to

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - avs

In Zei­ten gro­ßer Ve­r­un­si­che­rung im trans­at­lan­ti­schen Ver­hält­nis hat US-Vi­ze­prä­si­dent Mi­ke Pence den Eu­ro­pä­ern im Auf­trag von Do­nald Trump die Treue ge­schwo­ren. „Heu­te ver­si­che­re ich Ih­nen im Na­men von Prä­si­dent Trump: Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka ste­hen fest zur Na­to und wer­den un­er­schüt­ter­lich un­se­re Ver­pflich­tun­gen für un­se­re trans­at­lan­ti­sche Al­li­anz er­fül­len“, sag­te Pence ges­tern auf der Münch­ner Si­cher­heits­kon­fe­renz. Zu­gleich dräng­te er die Bünd­nis­part­ner, ih­re Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben mas­siv zu er­hö­hen. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel dämpf­te die­se Er­war­tun­gen. Sie warn­te vor „klein­li­chen Dis­kus­sio­nen“um die Mi­li­tär­bud­gets. künf­ti­ge Au­ßen­po­li­tik der USA steht im Mit­tel­punkt der dies­jäh­ri­gen Si­cher­heits­kon­fe­renz. Gleich zum Auf­takt am Frei­tag hat­te Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en die neue US-Re­gie­rung über­ra­schend deut­lich vor Al­lein­gän­gen in der Au­ßen­po­li­tik ge­warnt. Mer­kel traf ges­tern Pence zu ei­nem Ge­spräch – die ers­te Be­geg­nung der Kanz­le­rin mit der Trump-Re­gie­rung über­haupt. Pence be­kann­te sich zur Na­to, nach­dem Trump das Bünd­nis für über­holt er­klärt hat­te. „Das Ver­spre­chen von Prä­si­dent Trump lau­tet: Wir wer­den an der Sei­te Eu­ro­pas ste­hen, heu­te und je­den Tag, weil wir ver­bun­den sind durch die­sel­ben ho­hen Idea­le Frei­heit, De- mo­kra­tie, Recht und Rechts­staat­lich­keit“, sag­te er. „Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten sind und wer­den im­mer ihr wich­tigs­ter Bünd­nis­part­ner sein.“Pence wie­der­hol­te auch nicht die Dro­hung von Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ja­mes Mat­tis, die USA könn­ten ihr En­ga­ge­ment in der Na­to zu­rück­fah­ren, soll­ten die Ver­bün­de­ten nicht mehr für ih­re Si­cher­heit aus­ge­ben. Er dräng­te aber die Part­ner, ih­re Mi­li­tär­bud­gets mas­siv zu er­hö­hen. Die Mit­glieds­län­der ha­ben sich zum Ziel ge­setzt, bis 2024 min­des­tens zwei Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts (BIP) für Ver­tei­di­gung aus­zu­ge­ben. Die USA in­ves­tie­ren 3,6 Pro­zent. Deutsch­land gibt ge­ra­de ein­mal 1,2 Pro­zent für Ver­tei­di­gung aus. Mer­kel dämpfDie te die Er­war­tun­gen aus Wa­shing­ton. Sie be­kann­te sich zwar grund­sätz­lich zu dem Na­to-Ziel. Es müss­ten aber auch Aus­ga­ben et­wa für Ent­wick­lungs­hil­fe mit­ein­be­rech­net wer­den. Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el warn­te in Mün­chen da­vor, hö­he­re Mi­li­tär­aus­ga­ben mit mehr Si­cher­heit gleich­zu­set­zen. Man dür­fe nicht in „Glück­se­lig­keit über ei­ne neue Auf­rüs­tungs­spi­ra­le ver­fal­len“, sag­te der SPD-Vor­sit­zen­de. Die Si­cher­heits­kon­fe­renz ist nach dem Tref­fen der Na­to-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter in Brüs­sel und der G20-Au­ßen­mi­nis­ter in Bonn das drit­te Fo­rum in die­ser Wo­che, bei dem sich Ver­tre­ter der Trump-Re­gie­rung vor­stel­len (mehr le­sen Sie auf der Sei­te 2).

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