KSC un­ter Er­folgs­druck

Ab­stiegs­angst ge­gen Auf­stiegs­hoff­nung

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Ha­rald Lin­der

Der Karls­ru­her SC steht im Heim­spiel ge­gen den Auf­stiegs­kan­di­da­ten 1. FC Uni­on Ber­lin (heu­te, 13.30 Uhr) un­ter gro­ßem Druck. Nach dem un­glück­li­chen 1:2 bei 1860 Mün­chen mit dem ent­schei­den­den Tor in der Nach­spiel­zeit braucht der Fuß­ball-Zweit­li­gist je­den Punkt, um nicht noch tie­fer in den Ab­stiegs­kampf zu ge­ra­ten. „Der Ernst der La­ge ist uns mit die­sem Ge­gen­tor 15 Se­kun­den vor En­de des Spiels sehr deut­lich vor Au­gen ge­führt wor­den. Des­we­gen sind wir jetzt in ei­ner Si­tua­ti­on, wo wir un­be­dingt punk­ten müs­sen“, sag­te KSC-Trai­ner Mir­ko Slom­ka, der auf Ya­ma­da (Gelb­sper­re) und Prö­mel (Gelb-Rot-Sper­re) ver­zich­ten muss.

Ins­ge­samt 32 Spie­ler nah­men am Don­ners­tag Auf­stel­lung, als der KSC sein neu­es Mann­schafts­fo­to für die lau­fen­de Sai­son in Auf­trag gab, wo­bei mit Ma­nu­el Tor­res und Va­len­ti­no Vu­ji­no­vic noch zwei Ak­teu­re aus dem mitt­ler­wei­le 34 Spie­ler um­fas­sen­den Ka­der fehl­ten, die den Fo­to­ter­min nicht wahr­neh­men konn­ten. Dass die­ser Ter­min über­haupt not­wen­dig wur­de, zeigt die gan­ze Pro­ble­ma­tik auf, die beim KSC herrscht: In der Win­ter­pau­se hat­te man bei dem Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten ver­sucht, die Feh­ler, die von der sport­li­chen Lei­tung vor der Sai­son im Spie­ler-, aber auch im

Heu­te um 13.30 Uhr ge­gen Uni­on Ber­lin

Trai­ner­be­reich be­gan­gen wur­den, zu kor­ri­gie­ren. Ob dies ge­lin­gen wird, muss sich zei­gen. Nach der un­glück­li­chen 1:2-Nie­der­la­ge bei 1860 Mün­chen be­fin­det sich der KSC je­den­falls in höchs­ter Ab­stiegs­ge­fahr. Auch wenn Sport­di­rek­tor Oli­ver Kreu­zer von ei­nem sol­chen Sze­na­rio nichts wis­sen will und sich (zu­min­dest nach au­ßen) stand­haft wei­gert, über ei­nen „Plan B“für die Drit­te Li­ga nach­zu­den­ken. Das wird Kreu­zer al­ler­dings spä­tes­tens dann tun müs­sen, wenn der KSC die Li­zenz­un­ter­la­gen für die kom­men­de Sai­son bei der Deut­schen Fuß­ball-Li­ga (DFL) ein­rei­chen muss. Im März ist dies für Bun­des­li­ga zwei der Fall; An­fang April muss die Li­zenz für die Drit­te Li­ga be­an­tragt wer­den. Da­mit letz­te­res nicht ein­tre­ten mö­ge, nimmt man beim KSC der­zeit noch zu­sätz­li­ches Geld in die Hand, um Trai­nings­be­din­gun­gen zu ver­bes­sern. So wird der Ra­sen auf Platz vier aus­ge­tauscht. Das Ge­läuf dort gleicht eher ei­nem Acker als ei­nem Fuß­ball­platz. KSC-Chef­coach Mir­ko Slom­ka muss­te mit sei­nen Spie­lern zum Trai­ning schon auf den Platz des KIT aus­wei­chen. Letzt­end­lich ist es aber die Mann­schaft, die es rich­ten muss und da­zu müs­sen in der Rest­run­de mehr Er­fol­ge her, als die mick­ri­gen drei Sai­son­sie­ge, die der KSC bis­lang ver­bu­chen konn­te. Schon heu­te Nach­mit­tag (13.30 Uhr) im Heim­spiel ge­gen Uni­on Ber­lin geht es dar­um, ei­nen Drei­er ein­zu­fah­ren, um nicht noch tie­fer in den Ab­stiegs­sumpf zu ge­ra­ten. Ge­gen die „Ei­ser­nen“aus der Haupt­stadt wird das al­ler­dings ei­ne ganz schwe­re Auf­ga­be. Das Team von Jens Kel­ler ist mitt­ler­wei­le ein Auf­stiegs­kan­di­dat. Mit ei­nem Sieg im Wild­park könn­ten die Gäs­te bei ei­ner gleich­zei­ti­gen Nie­der­la­ge von Han­no­ver 96 in Dres­den auf Ta­bel­len­platz zwei rü­cken. Im Hin­spiel kas­sier­te der KSC in Ber­lin beim 0:4 die höchs­te Sai­son­nie­der­la­ge. Aber da­von will sich Mir­ko Slom­ka nicht schre­cken las­sen. Auch wenn er weiß, dass „Ber­lin ein un­glaub­lich schwe­rer Geg­ner ist“und sei­ne Mann­schaft „un­be­dingt punk­ten“muss. Da passt es Slom­ka na­tür­lich über­haupt nicht, dass er mit Gri­scha Prö­mel und Hi­ro­ki Ya­ma­da (bei­de ge­sperrt) gleich auf zwei Ak­teu­re ver­zich­ten muss, die er als „gro­ße Per­sön­lich­kei­ten im Team und sehr in­tel­li­gen­te Spie­ler“be­zeich­net. „Sie feh­len uns“, be­tont Slom­ka. Ide­en, wie bei­de er­setzt wer­den kön­nen, konn­te er so­wohl in den Trai­nings­ein­hei­ten als auch beim 2:0-Test­spie­l­er­folg ge­gen Wor­ma­tia Worms am Mitt­woch sam­meln. Ge­gen den Re­gio­nal­li­gis­ten kam 161 Ta­ge nach ei- nem Kreuz­band­riss Gaé­tan Krebs zum ers­ten Mal wie­der zum Ein­satz, wird aber heu­te noch nicht zur Ver­fü­gung ste­hen. Ver­let­zungs­be­dingt feh­len wer­den auch Yl­li Sal­lahi, Bou­ba­car Bar­ry, Flo­ri­an Kam­be­ri, Ma­nu­el Tor­res und Mar­tin Stoll, der sich beim Test in Worms er­neut ver­letz­te. Da­für ist Den­nis Kem­pe nach ab­ge­ses­se­ner Gelb­sper­re wie­der da­bei. Ob Dirk Or­lis­hau­sen (hielt ge­gen Worms ei­nen Elf­me­ter) Re­né Voll­ath, der zu­letzt nicht den si­chers­ten Ein­die druck mach­te, heu­te im KSC-Tor ab­lö­sen wird? Die­se Ent­schei­dung woll­te Slom­ka sei­nem „Bauch­ge­fühl“über­las­sen. Das wird ihn hof­fent­lich die rich­ti­ge Ent­schei­dung tref­fen las­sen. Ge­lei­tet wird die Par­tie von Schieds­rich­ter Thor­ben Sie­wer (Ol­pe).

Gelb­sper­re ab­ge­ses­sen: Den­nis Kem­pe, des­sen Tref­fer ge­gen Bie­le­feld in der Sport­schau das Ren­nen zum „Tor des Mo­nats Ja­nu­ar“mach­te, steht heu­te wie­der im KSC-Ka­der. Fo­to: GES/Gil­li­ar

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