Le­se­stoff

Der Sonntag (Mittelbaden) - - TIPPS & THEMEN - kab Mi­kae­la Bley, Glücks­mäd­chen, Ull­stein Ver­lag Ber­lin, 320 Sei­ten, 12,99 Eu­ro

Ein De­büt – ein Best­sel­ler in Schwe­den: „Glücks­mäd­chen“heißt der ers­te Wurf der Stock­hol­mer Au­to­rin Mi­kae­la Bley (Jahr­gang 1979), der nun auch den deut­schen Bü­cher­markt er­obern soll. Wo­mit durch­aus zu rech­nen ist. Doch auch, wenn der Ti­tel Gu­tes ver­heißt, sind die Prot­ago­nis­ten al­les an­de­re als vom Glück ver­folgt. Al­len vor­an die jun­ge Fern­seh­jour­na­lis­tin El­len Tamm. Sie ist vom Tod be­ses­sen, seit ih­re Zwil­lings­schwes­ter El­sa im Al­ter von acht Jah­ren ums Le­ben kam. Und so be­kämpft sie das Ge­spenst aus Kin­der­ta­gen mit ih­ren ei­ge­nen Mit­teln: als Re­por­te­rin für schwe­re Kri­mi­nal­fäl­le. Doch ab­schüt­teln kann El­len das fins­te­re Phan­tom da­mit auch nicht. Ihr psy­chi­sches Lei­den nimmt le­bens­be­droh­li­che Aus­ma­ße an, als sie über ei­nen Fall be­rich­ten soll, bei dem ein – eben­falls acht­jäh­ri­ges – Mäd­chen spur­los ver­schwin­det. Zu viel er­in­nert sie an El­sa. Ge­dank­lich ver­webt sie den weit zu­rück­lie­gen­den To­des­fall ih­rer Schwes­ter mit den ak­tu­el­len Er­eig­nis­sen „Glücks­mäd­chen“ist ein eher düs­te­rer Ro­man – nicht al­lein we­gen der grau­en Stadt Stock­holm, in der es stän­dig reg­net. Doch es gibt ei­nen Sil­ber­streif am Ho­ri­zont. Und: Das Buch ist fes­selnd, von der ers­ten bis zur letz­ten Sei­te.

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