Buch-Tipps

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SONNTAGSKINDER -

Magdi be­wun­dert den Bo­xer Mo­ham­med Ali. Am liebs­ten wä­re der Jun­ge so wie er: Stark, furcht­los, be­rühmt. Und fair. In sei­ner Fa­mi­lie, fin­det Magdi, geht es näm­lich nicht im­mer fair zu. Sein Va­ter be­straft ihn und sei­ne Ge­schwis­ter manch­mal zu hart und sei­ne Mut­ter traut sich dann nicht, zu wi­der­spre­chen. Un­fair be­han­delt fühlt sich der Jun­ge aber auch von an­de­ren, weil er Aus­län­der ist. Ob­wohl nur zur Hälf­te, sei­ne Mut­ter ist Deut­sche. Trotz­dem spre­chen die Leu­te über­deut­lich mit ihm, als ver­stün­de er kein Deutsch, oder sie fal­len aus al­len Wol­ken, wenn sich Magdi höf­lich für et­was be­dankt. „Gar nichts von al­lem“, was sie über ihn den­ken, stimmt, fin­det Magdi. Er wird es be­wei­sen! Au­tor Chris­ti­an Du­da er­zählt mit dem Buch, das im Deutsch­land der 1970er Jah­re spielt, sei­ne ei­ge­ne Ge­schich­te. Den gro­ßen zeit­li­chen Ab­stand zum Heu­te löst der Au­tor gut mit ei­nem Glos­sar, das zum Bei­spiel Na­men von Po­li­ti­kern oder Rock­bands er­klärt. Das Buch be­weist: Kin­der mit Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund, die in Deutsch­land auf­wach­sen, sich zu­ge­hö­rig füh­len und trotz­dem als Aus­län­der ab­ge­stem­pelt wer­den, gibt es nicht erst seit der Flücht­lings­kri­se. Die kul­tu­rel­le Viel­falt un­se­res Lan­des be­steht schon viel län­ger. kat Chris­ti­an Du­da, Gar nichts von al­lem, Beltz und Gel­berg, 160 Sei­ten ge­bun­den, 12,95 Eu­ro, als E-Book 11,99 Eu­ro So­phie kann ihr Glück kaum fas­sen, sie wird in den sie­ben Küns­ten der Nar­re­tei aus­ge­bil­det. Das ge­lingt nur den Nach­kom­men ech­ter Zau­ber­nar­ren. An ih­rem zwölf­ten Ge­burts­tag er­fährt So­phie, dass ihr Va­ter ein Zau­ber­narr ist, und sie wun­dert sich noch mehr, dass ih­re Mut­ter ihr nie von ihm er­zählt hat. Ei­nen Narr zum Va­ter zu ha­ben, ist doch toll! Ihn im Nar­ren­reich auf­zu­stö­bern, kann das Mäd­chen aber erst mal ver­ges­sen. Denn: Die fröh­li­che Nar­ren­welt ist in Ge­fahr. Der bö­se Kié­ron über­zieht al­le mit Trau­rig­keit und lässt sei­ne fie­sen Schwarz­nar­ren Jagd auf So­phie ma­chen. Dann er­fährt sie: Kié­ron ist ein Zau­ber­narr. Ist er So­phies Va­ter? Das wür­de zu­min­dest das Schwei­gen ih­rer Mut­ter er­klä­ren. „So­phie im Nar­ren­reich“ist das ers­te Buch von Ve­re­na Pe­trasch. Die Hand­lung er­in­nert an Har­ry Pot­ter, Ali­ce im Wun­der­land oder Tin­ten­herz. Ab­ge­schrie­ben wirkt die Ge­schich­te aber bei wei­tem nicht. Fan­ta­sie­voll ge­klei­de­te Nar­ren mit ei­ner Blu­men­wie­se auf dem Kopf, die Glücks­ge­füh­le aus­lö­sen kön­nen, schwe­ben oder ver­narrt sind in hei­ße Scho­ko­la­de, be­völ­kern das Buch und ma­chen es span­nend, lus­tig und au­ßer­ge­wöhn­lich. An So­phie wird sich je­der Le­ser ger­ne er­in­nern. kat Ve­re­na Pe­trasch, So­phie im Nar­ren­reich, Beltz und Gel­berg, 536 Sei­ten ge­bun­den, 17,95 Eu­ro, als E-Book 16,99 Eu­ro

Ab 11 Jah­re

Ab 10 Jah­re

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