Bots­wa­na hat sei­nen Preis

Lu­xus-Ur­laub und Na­tur­er­leb­nis­se

Der Sonntag (Mittelbaden) - - REISE & URLAUB - Jut­ta Lem­cke

Ur­laub in Bots­wa­na ist teu­er, sehr teu­er. 1 000 Eu­ro pro Per­son und Nacht sind kei­ne Sel­ten­heit. Lu­xus in Bots­wa­na be­deu­tet Rund­um-Be­treu­ung durch hoch qua­li­fi­zier­te Ran­ger und Lod­geMit­ar­bei­ter, Un­ter­brin­gung in in­ti­men Camps mit Lu­xus­zel­ten und Tier­er­leb­nis­se, wie sie nur we­ni­ge Län­der der Er­de bie­ten. In die­sem Jahr ist Bots­wa­na of­fi­zi­el­les Part­ner­land der Tou­ris­mus­mes­se ITB in Ber­lin. „Das Land ist Afri­kas best­ge­hü­te­tes Ge­heim­nis“, heißt es bei der ITB. Tat­säch­lich bie­tet das Land ei­ne ein­zig­ar­ti­ge Tier- und Pflan­zen­welt und setzt zu­dem auf ak­ti­ven Na­tur­schutz. Fast 40 Pro­zent der Lan­des­flä­che sind als Na­tio­nal­park, Wild­re­ser­vat oder Schutz­ge­biet aus­ge­wie­sen. Dreh- und An­gel­punkt des Tou­ris­mus in Bots­wa­na ist das Oka­van­go-Del­ta, je­nes Bin­nen­del­ta, das je­des Jahr im Som­mer über­flu­tet wird und ei­nen fas­zi­nie­ren­den Ar­ten­reich­tum bie­tet. An­ti­lo­pen ja­gen durch die Sümp­fe, Ele­fan­ten­fa­mi­li­en ba­den in den Was­ser­läu­fen, Fluss­pfer­de prus­ten in den Tüm­peln, und Pa­via­ne tur­nen in Bao­ba­bBäu­men. In den Bü­schen zwit­schern Hun­der­te von Vo­gel­ar­ten. Übers Schwemm­land glei­ten Schrei­se­e­ad­ler, und schil­lernd bun­te Eis­vö­gel sto­ßen pfeil­schnell ins Was­ser, um das Abend­es­sen für ih­re Fa­mi­lie zu si­chern. Die­ses größ­te Bin­nen­del­ta der Welt ist auch heute noch ein kaum be­rühr­tes Pa­ra­dies für Tie­re und Pflan­zen, das Na­tur­lieb­ha­ber ma­gisch an­zieht. Das macht sich ei­ne hand­ver­le­se­ne Grup­pe von öko­lo­gisch und nach­hal­tig han­deln­den Tou­ris­mus­un­ter­neh­men zu­nut­ze wie Wil­der­ness Sa­fa­ris und And­bey­ond. Sie be­sit­zen oder be­trei­ben ei­nen Groß­teil der Lod­ges und set­zen auf sehr ähn­li­che Kon­zep­te. Die no­blen, im afri­ka­ni­schen Stil ge­stal­te­ten Lod­ges mit­ten in der Wild­nis bie­ten Platz für ma­xi­mal ein bis zwei Dut­zend Gäs­te und be­we­gen sich auf Vier- oder Fünf-Ster­neNi­veau. Früh am Mor­gen und am Nach­mit­tag geht es auf Sa­fa­ri, stets in klei­nen Grup­pen und be­glei­tet von ei­nem fach­kun­di­gen Ran­ger. Ei­ne Be­son­der­heit im Oka­van­goDel­ta sind die Ka­nal­fahr­ten mit Mo­ko­ros, Ein­baum-Boo­ten, die mit Stan­gen durch die fla­chen Fluss­bet­te gestakt wer­den. Nur be­glei­tet vom Plät­schern des Was­sers glei­ten sie durchs Schilf und durch Tep­pi­che aus Was­ser­li­li­en. Sie pas­sie­ren klei­ne In­seln mit Ma­kala­ni-Palmen und Ter­mi­ten­hü­geln und fol­gen den „Hip­po-High­ways“, je­nen Was­ser­rin­nen im Schilf, die von den Nil­pfer­den ge­pflügt wer­den, wenn sie nachts zum Gra­sen an Land ge­hen. Die Re­gie­rung des Lan­des setzt auf Nach­hal­tig­keit und Na­tur­schutz – nicht zu­letzt, weil man den Tou­ris­mus ne­ben der Dia­man­ten­pro­duk­ti­on als wich­ti­ge Ein­nah­me­quel­le er­kannt hat. Mit die­sen de­vi­sen­brin­gen­den Wirt­schafts­zwei­gen hat sich das Land zum öko­no­mi­schen Mus­ter­kna­ben Afri­kas ent­wi­ckelt. Im Tou­ris­mus wünscht man sich hoch­prei­si­ge Ex­klu­siv­rei­sen. Bots­wa­na ist ei­ner der po­li­tisch sta­bils­ten Staa­ten Afri­kas. Für den Er­halt der Nas­hör­ner, die im Del­ta fast aus­ge­stor­ben wa­ren, setzt sich das Lodge- und Sa­fa­ri­un­ter­neh­men And­bey­ond ein. Un­ter dem Dach des Pro­jekts „Rhi­nos wi­thout Bor­ders“ge­lang And­bey­ond die Um­sied­lung von Nas­hör­nern aus Süd­afri­ka nach Bots­wa­na. Ei­ne Win-Win-Ge­schich­te: Die in Süd­afri­ka durch Wil­de­rei be­droh­ten Nas­hör­ner wur­den au­ßer Lan­des ge­bracht und in Bots­wa­na lau­fen mitt­ler­wei­le wie­der rund 100 der ur­zeit­li­chen grau­en Ko­los­se durchs Del­ta. Das Un­ter­neh­men Wil­der­ness Sa­fa­ris ist für ein be­son­de­res Ele­fan­ten­pro­gramm be­kannt. Im no­blen Abu Camp, das ma­xi­mal zwölf Gäs­te in sechs Cha­lets auf­nimmt, wird ei­ne halb­wil­de Ele­fan­ten­her­de be­treut. „Es sind Wai­sen oder in der Her­de ge­bo­re­ne Tie­re, die in der frei­en Na­tur nicht zu­recht­kom­men wür­den“, er­zählt Ele­fan­ten-Hü­ter Wel­ling­ton Ja­na. Die Ele­fan­ten­her­de im Abu Camp blickt auf ei­nen be­rühm­ten Vor­fah­ren zu­rück, den Ele­fan­ten­bul­len Abu. Er wur­de 1991 von ei­nem en­ga­gier­ten Na­tur­schüt­zer aus ei­nem Sa­fa­ri-Park in Te­xas ge­ret­tet und zu­rück in sei­ne ei­gent­li­che Hei­mat Afri­ka ge­bracht. Dort avan­cier­te der präch­ti­ge Dick­häu­ter zum Hol­ly­wood-Star. Un­ter an­de­rem spiel­te er ne­ben Cl­int East­wood die tie­ri­sche Haupt­rol­le in „Wei­ßer Jä­ger, schwar­zes Herz“.

Ein Traum für Tier- und Na­tur­freun­de: Bots­wa­na hat sich auf nach­hal­ti­gen Tou­ris­mus fest­ge­legt, der sei­nen Preis hat. Für Über­nach­tung in ed­len Lod­ges und Pirsch­fahr­ten müs­sen Ur­lau­ber tief in die Ta­sche grei­fen. Fo­to: Wil­der­ness

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