Die „Ad­ler“räu­men ab

Ski­sprin­gen: Sil­ber und Bron­ze

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT -

Andre­as Wel­lin­ger fiel Mar­kus Ei­sen­bich­ler mit ei­nem Ju­bel­schrei um den Hals, dann mar­schier­te das deut­sche Ski­sprung-Duo strah­lend zur Sie­ger­eh­rung: Mit Sil­ber und Bron­ze ha­ben die DSV-Ad­ler in Lah­ti über­ra­schend für das ers­te deut­sche Dop­pel­po­dest bei ei­ner WM seit 1999 ge­sorgt. Besser als die Schütz­lin­ge von Bun­des­trai­ner Wer­ner Schus­ter war ein­zig der neue Welt­meis­ter Ste­fan Kraft aus Ös­ter­reich. „Dass wir jetzt zu zweit zur Sie­ger­eh­rung dür­fen, ist ein­fach der Ham­mer. Ich ha­be ver­sucht, mich auf mei­ne Sa­chen zu kon­zen­trie­ren. Das ist mir im zwei­ten Durch­gang bru­tal gut ge­lun­gen“, sag­te Wel­lin­ger, der auf 96,5 und 100,0 Me­ter se­gel­te. Schon nach dem ers­ten Durch­gang hat­te der Bay­er vor 25 000 Zu­schau­ern auf Rang zwei ge­le­gen, zu Gold fehl­ten am En­de nicht ein­mal 120 Zen­ti­me­ter. Noch über­ra­schen­der war aber Platz drei durch Mar­kus Ei­sen­bich­ler. „Das ist das zwei­te Po­dest in mei­nem Le­ben und dann bei ei­ner WM – das ist schon ziem­lich geil“, sag­te Ei­sen­bich­ler. Der 25-Jäh­ri­ge lag nach dem ers­ten Durch­gang noch auf Rang sechs, leg­te dann mit 100,5 Me­ter aber den wei­tes­ten Sprung des Ta­ges nach. „Ich ha­be ein­fach ver­sucht, mein Zeug zu ma­chen. Und jetzt ver­su­che ich, das Gan­ze zu ge­nie­ßen“, sag­te Ei­sen­bich­ler. Auch Schus­ter lob­te: „Im ers­ten Sprung wa­ren die bei­den ein we­nig vom Wind be­nach­tei­ligt, ha­ben dann aber ei­ne Wahn­sinns­show ab­ge­zo­gen.“In der Tat: Im Klas­se­ment des zwei­ten Durch­gangs be­leg­ten Wel­lin­ger und Ei­sen­bich­ler die Rän­ge eins und zwei – vor Kraft. Richard Frei­tag run­de­te als Ne­un­ter das gu­te deut­sche Er­geb­nis ab, Ste­phan Ley­he be­leg­te Rang 13. Nicht zu schla­gen war Kraft, der auf 99,5 und 98,0 m se­gel­te. Der 23-Jäh­ri­ge ist der ers­te Welt­meis­ter aus Ös­ter­reich seit 2011. Da­mals hat­te Tho­mas Mor­gens­tern in Os­lo vom klei­nen Bak­ken ge­won­nen. Kraft hat­te al­lei­ne im Fe­bru­ar drei Welt­cup-Sprin­gen ge­won­nen – im­mer vor Wel­lin­ger. Der fa­vo­ri­sier­te Olym­pia­sie­ger Ka­mil Stoch ver­pass­te als Vier­ter knapp das Po­dest, Fünf­ter wur­de sein Team­kol­le­ge Ma­ciej Kot. Der sechs­ma­li­ge Welt­meis­ter Gre­gor Schlie­renzau­er (Ös­ter­reich) muss­te sich drei Wo­chen nach sei­nem schwe­ren Sturz in Oberst­dorf mit dem 24. Rang be­gnü­gen. Der 39 Jah­re al­te Fin­ne Jan­ne Aho­nen, Welt­meis­ter von 1997, kam in sei­ner Hei­mat­stadt di­rekt da­hin­ter auf den 25. Platz. Ei­nen schwar­zen Tag er­leb­ten die drei Pre­vc-Brü­der aus Slo­we­ni­en: Pe­ter Pre­vc (24), der nach zu­letzt gu­ten Er­geb­nis­sen als Me­dail­len­kan­di­dat ge­han­delt wor­den war, kam nur auf den elf­ten Rang. Der vier­ma­li­ge Sai­son­sie­ger Do­men Pre­vc (17) ver­pass­te eben­so wie Ce­ne Pre­vc (20) den zwei­ten Durch­gang. Wei­ter geht es heute (16.30 Uhr/ZDF und Eu­ro­sport) mit dem Mi­xed. Das DSV-Quar­tett ist beim Wett­kampf mit zwei Frau­en und zwei Män­nern Ti­tel­ver­tei­di­ger und nach dem WMT­ri­umph von Ca­ri­na Vogt hei­ßer Kan­di­dat auf den Ti­tel.

Neu­er Welt­meis­ter ist der Ös­ter­rei­cher Kraft

Rest­los zu­frie­den und glück­lich: Andre­as Wel­lin­ger (links) hol­te sich bei der WM in Lah­ti sen­sa­tio­nell die Sil­ber­me­dail­le, sein Team­kol­le­ge Mar­kus Ei­sen­bich­ler über­rasch­te mit Bron­ze. Fo­to: avs

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