Nicht nur Dre­ßen im Auf­wind

Ski Al­pin: Deut­sche Ab­fah­rer stark in Kvitfjell / Aus­fall von Re­bens­burg

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Tho­mas Hä­ber­lein

Wie­der riss er den Arm in die Hö­he, wie­der blick­te er be­geis­tert auf die An­zei­ge­ta­fel: Nach sei­nem Coup mit Rang sechs bei der ers­ten Ab­fahrt im nor­we­gi­schen Kvitfjell fuhr Tho­mas Dre­ßen im zwei­ten Rennen auf der Olym­pia­pis­te von 1994 gleich noch­mal mit­ten hin­ein in die Wel­t­eli­te. „Das schaut ganz gut aus“, sag­te der 23-Jäh­ri­ge mit ei­nem zu­frie­de­nen Lä­cheln über Rang elf, der ei­ne Be­stä­ti­gung sei­ner Glanz­leis­tung vom Vor­tag war. Dre­ßen hat­te gleich dop­pelt Grund, sich zu freu­en. Denn die­ser elf­te Rang si­cher­te ihm Rang 25 im Ab­fahrts-Welt­cup und da­mit auch die Teil­nah­me am Welt­cup-Fi­na­le Mit­te März in Aspen/USA. Dre­ßen konn­te es selbst kaum glau­ben, was ihm da ge­lun­gen war. „Wenn mir das ei­ner vor der Sai­son ge­sagt hät­te ...“, be­gann er, um dann doch mehr oder we­ni­ger fas­sungs­los hin­zu­zu­fü­gen: „Es ist ja erst mei­ne zwei­te Sai­son im Welt­cup.“Nicht nur der jüngs­te Auf­schwung von Dre­ßen ist ein­drucks­voll, tat­säch­lich ent­wi­ckelt sich die ge­sam­te Mann­schaft wei­ter präch­tig. Ges­tern be­leg­ten Andre­as San­der (En­ne­pe­tal) und Jo­sef Ferstl (Ham­mer) noch die Plät­ze 13 und 14 – drei deut­sche Ab­fah­rer un­ter den ers­ten 15, das hat­te es zu­letzt am 25. Ja­nu­ar 1992 in Wen­gen ge­ge­ben: Mar­kus Was­mei­er, Han­nes Ze­h­ent­ner und Hans­jörg Tau­scher fuh­ren auf die Rän­ge zwei, elf und 14. Ne­ben Dre­ßen wird auch San­der das Ab­fahrts-Fi­na­le be­strei­ten dür­fen – start­be­rech­tigt sind in je­der Dis­zi­plin un­ter an­de­rem die bes­ten 25 der ak­tu­el­len Welt­cup-Wer­tung. San­der und Ferstl sind au­ßer­dem im Su­per-G qua­li­fi­ziert. Und: Dre­ßen hat heute im vor­letz­ten Rennen die­ser Dis­zi­plin in Kvitfjell ei­ne gu­te Chan­ce, sich von Rang 26 eben­falls noch un­ter die bes­ten 25 vor­zu­schie­ben. In Aspen wird Mit­te März auch der Ab­fahrtsWelt­cup ent­schie­den, die bes­te Aus­gangs­po­si­ti­on hat Kje­til Jans­rud. Der Nor­we­ger sieg­te ges­tern in Kvitfjell vor Ti­tel­ver­tei­di­ger Pe­ter Fill (Ita­li­en/+0,08 Se­kun­den) und Welt­meis­ter Beat Feuz (Schweiz), er geht da­her mit ei­nem Vor­sprung von 33 Punk­ten auf den Süd­ti­ro­ler Fill in das letz­te Rennen. Jans­rud hat­te die klei­ne Kris­tall­ku­gel in der Kö­nigs­dis­zi­plin be­reits 2015 ge­won­nen. Im Ge­gen­satz zu den deut­schen Män­nern ist Vik­to­ria Re­bens­burg der­zeit doch ziem­lich ram­po­niert – und das nicht nur, weil sie sich in der ver­gan­ge­nen Wo­che bei ei­nem Trai­nings­sturz in Gar­misch das Ge­sicht auf­ge­schürft hat­te. Beim Su­per-G in Crans-Mon­ta­na schied die 27-Jäh­ri­ge ges­tern aus – es war schon ihr drit­ter Aus­fall in die­ser Sai­son in die­ser Dis­zi­plin, in der sie bei der WM in St. Mo­ritz als Vier­te nur knapp ei­ne Me­dail­le ver­passt hat­te. Il­ka Stu­hec aus Slo­we­ni­en bleibt da­ge­gen die „Speed Queen“der lau­fen­den Sai­son. Die Ab­fahrts­welt­meis­te­rin fei­er­te be­reits ih­ren sechs­ten Sai­son­sieg im Welt­cup. Stu­hec ge­wann ei­nen Tag nach dem zwei­ten Rang bei der chao­ti­schen Kom­bi­na­ti­on an glei­cher Stel­le vor Ele­na Cur­to­ni (Ita­li­en/+0,50 Se­kun­den) und Ste­pha­nie Ve­ni­er (Ös­ter­reich/+1,09), der WM-Zwei­ten in der Ab­fahrt. Er­neut nicht ins Ziel kam auch Lind­sey Vonn (USA), Stu­hec könn­te der­weil den Kampf um den Ge­samt­welt­cup noch ein­mal span­nend ma­chen. Ih­ren Rück­stand auf Mi­kae­la Shif­frin (USA) ver­kürz­te die 26-Jäh­ri­ge auf 262 Punk­te.

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