Auf­re­ger Rainer Wendt

Po­li­zei­ge­werk­schaf­ter: Oh­ne Ar­beit wie Be­am­ter be­zahlt

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL - Avs

Ein haupt­amt­li­cher Ge­werk­schaf­ter be­kommt über Jah­re Hun­dert­tau­sen­de Eu­ro Be­am­ten­sold aus der Lan­des­kas­se – der Fall des Chefs der Deut­schen Po­li­zei­ge­werk­schaft hat das Zeug zum Auf­re­ger­the­ma. Wie re­agiert die Lan­des­re­gie­rung in Düsseldorf? Je­den­falls steht der 60-jäh­ri­ge Rainer Wendt mas­siv in der Kri­tik. Der Ge­werk­schaf­ter wur­de vom Land Nord­rhein-West­fa­len jah­re­lang als Po­li­zist be­zahlt, ar­bei­te­te aber gar nicht als sol­cher. „Das nord­rhein-west­fä­li­sche In­nen­mi­nis­te­ri­um als Di­enst­herr er­klär­te, die fak­ti­sche Frei­stel­lung Wendts sei schon vor mehr als zehn Jah­ren be­wil­ligt wor­den. Da­mals war In­go Wolf (FDP) Res­sort­chef, Mi­nis­ter­prä­si­dent war Jür­gen Rütt­gers (CDU). Nach Wendts An­ga­ben wur­de aber auch der ak­tu­el­le NRW-In­nen­mi­nis­ter Ralf Jäger (SPD) in­for­miert. Wendt, ein CDU-Mit­glied, sag­te der ARD-Sen­dung „Re­port Mün­chen“, durch sei­ne Be­sol­dung soll­te die DPolG un­ter­stützt wer­den. Die­se ha­be bei den Per­so­nal­rats­wah­len nicht ge­nug Stim­men be­kom­men, um ei­ne Frei­stel­lung von Per­so­nal­rä­ten zu er­rei­chen. Die in­nen­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen im Bun­des­tag, Ire­ne Mi­ha­lic, rüg­te im „Köl­ner Stadt-An­zei­ger“: „Der wohl lau­tes­te Mah­ner für mehr Law and Or­der nimmt es in ei­ge­ner Sa­che wohl nicht so genau.“Doch auch die Be­sol­dungs- und Frei­stel­lungs­pra­xis des Lan­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums müs­se hier hin­ter­fragt wer­den. Der NRW-Lan­des­vor­sit­zen­de der kon­kur­rie­ren­den Ge­werk­schaft der Po­li­zei (GdP), Ar­nold Pli­ckert, sag­te: „Wir be­zah­len un­se­ren Lan­des­vor­sit­zen­den selbst und das ist auch rich­tig so, um kein Ab­hän­gig­keits­ver­hält­nis zum Ar­beit­ge­ber ent­ste­hen zu las­sen.“

Der Chef der „Deut­schen Po­li­zei­ge­werk­schaft“, Rainer Wendt, be­kannt für schar­fe Tö­ne in Sa­chen Si­cher­heit. Seit Jah­ren wur­de er von Nord­rhein-West­fa­len be­zahlt, oh­ne Po­li­zist oder Per­so­nal­rat zu sein. Foto: avs

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