Sonn­tags-Cock­tail

Der Sonntag (Mittelbaden) - - WETTER - Avs

Sabine Pos­tel,

(Schau­spie­le­rin, 62), lehnt „Tatort“-Drehs mit Lai­en­dar­stel­lern ka­te­go­risch ab. In der Radio-Bre­men-Talk­show „3nach9“sag­te sie über sol­che Ide­en: „Ich fin­de, das ist ein Schlag ins Ge­sicht un­se­rer gan­zen Gat­tung, und zwar für al­le Leu­te, die da mit­ar­bei­ten. Sei es Ka­me­ra, sei es Mas­ke.“Pos­tel, be­kannt als Kom­mis­sa­rin In­ga Lür­sen aus dem Bre­mer „Tatort“, be­zog sich mit ih­rer Kri­tik auf den Lud­wigs­ha­fe­ner „Tatort“. Die vo­ri­gen Sonn­tag aus­ge­strahl­te Epi­so­de hat­te Auf­se­hen er­regt, weil sie über wei­te Tei­le im­pro­vi­siert und mit Lai­en­dar­stel­lern in­sze­niert wur­de, die im Pfäl­zer Dia­lekt spra­chen. Auch der Zu­schau­er­zu­spruch war mä­ßig: 6,35 Mil­lio­nen Zu­schau­er in­ter­es­sier­ten sich für den Kri­mi aus Lud­wigs­ha­fen. Ein „Tatort“im Ers­ten hat nor­ma­ler­wei­se zwi­schen acht und zehn Mil­lio­nen Zu­schau­er. Grund­sätz­lich hät­ten Ex­pe­ri­men­te mit Lai­en­dar­stel­lern durch­aus ih­re Be­rech­ti­gung – „aber nicht mit die­sem Ni­veau“, be­ton­te Pos­tel. „Ich find’s furcht­bar.“

Jo­sef Ha­der

(55) er­teilt dem Kul­tur­pes­si­mis­mus beim Ka­ba­rett ei­ne Ab­sa­ge. „Die jun­ge Ge­ne­ra­ti­on un­ter­schei­det nicht mehr so sehr zwi­schen Ka­ba­rett oder Come­dy. Das ist gut so“, sag­te der ös­ter­rei­chi­sche Ka­ba­ret­tist, Schau­spie­ler und Fil­me­ma­cher. „Come­dy muss nicht ba­nal sein. Es ist wie beim Es­sen: Es gibt al­les auch in gut.“Er ha­be sich einst et­wa von der Stand-up-Come­dy ei­nes Woo­dy Al­len in­spi­rie­ren las­sen, er­läu­ter­te Ha­der. „Die jün­ge­ren Kol­le­gen und Kol­le­gin­nen ken­nen heu­te über YouTu­be die gro­ßen ame­ri­ka­ni­schen und eng­li­schen Co­me­di­ans. Ei­ne neue Ge­ne­ra­ti­on fin­det ei­ne neue Spra­che. Man muss sich kei­ne Sor­gen ma­chen.“Ha­ders neu­er Film, die Sa­ti­re „Wil­de Maus“über ei­nen ent­las­se­nen Jour­na­lis­ten auf Ra­che­feld­zug, kommt am 9. März ins Ki­no.

Für Ma­ler Neo Rauch

hat Po­li­tik nichts auf der Lein­wand zu su­chen. „Ich mag die po­li­ti­schen Ak­ti­vis­ten auf dem Fel­de der Kunst nicht. Sie ist mir hoch­gra­dig zu­wi­der, die At­ti­tü­de des Kom­mis­sars“, sag­te der 56jäh­ri­ge Künst­ler der „Welt“. Er sei ein po­li­ti­scher Mensch, aber kein po­li­ti­scher Ma­ler. „Ich re­flek­tie­re sehr wohl, was ge­schieht, aber ich bin der Mei­nung, dass ich mei­ne Lein­wän­de wei­test­ge­hend frei hal­ten muss von An­spie­lun­gen auf Vor­gän­ge im po­li­ti­schen Raum. Das wä­ren nur lä­cher­li­che Ver­su­che, die Ma­le­rei der Pro­pa­gan­da oder Agi­ta­ti­on auf­zu­schlie­ßen.“

Sän­ge­rin Joy Den­ala­ne

(43) nennt Pop-Le­gen­de Prin­ce als ihr gro­ßes Vor­bild. „Prin­ce war un­ser Ti­cket in die Te­enager­welt“, sag­te sie dem Ma­ga­zin „Ne­on“. Um ihn li­ve zu se­hen, sei sie einst so­gar über den Zaun der Ber­li­ner Wald­büh­ne ge­klet­tert. „Sei­ne Frei­heits­lie­be hat mich in­spi­riert“, mein­te sie über den im ver­gan­ge­nen Jahr ge­stor­be­nen Mu­si­ker. Ihr Ber­li­ner El­tern­haus be­zeich­ne­te Den­ala­ne in der „Neu­en Os­na­brü­cker Zei­tung als „schön, laut, warm, lie­be­voll und offen“. Als Au­gens­tern der Jungs sah sie sich als Schü­le­rin aber nicht. Ganz im Ge­gen­teil: „Sie fan­den mei­ne Haa­re ko­misch und zu viel“, sag­te die Toch­ter ei­nes Süd­afri­ka­ners und ei­ner Deut­schen wei­ter. Den­ala­ne wur­de 1999 mit dem Song „Mit dir“be­kannt, den sie ge­mein­sam mit Max Her­re, dem Front­mann der Band Freun­des­kreis, sang. Die bei­den ka­men da­mals zu­sam­men. Vor we­ni­gen Ta­gen er­schien das Al­bum „Gleis­drei­eck“.

„Die Frei­heits­lie­be von Prin­ce hat mich in­spi­riert“, be­kennt Joy Den­ala­ne. Foto: avs

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