Na­gels­mann hat gut la­chen

Hof­fen­heim hält Kurs „Rich­tung Eu­ro­pa“

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Alex­an­der Sar­ter

Ju­li­an Na­gels­mann war nach dem ful­mi­nan­ten End­spurt Rich­tung Eu­ro­pa so eu­pho­risch, dass er nicht ein­mal vor Scher­zen auf Kos­ten der Me­di­en­ver­tre­ter zu­rück­schreck­te. „Schi­ckes Hemd, üb­ri­gens“, un­ter­brach der gut ge­laun­te Trai­ner des Fuß­ball­Bun­des­li­gis­ten 1899 Hof­fen­heim ei­nen ver­dutz­ten Fra­ge­stel­ler im ka­rier­ten Holz­fäl­lerOut­fit – und hat­te im An­schluss an das 5:2 (1:1) ge­gen den FC In­gol­stadt die La­cher auf sei­ner Seite. Nach zwei Drit­teln der Sai­son spricht vie­les da­für, dass den Kraich­gau­ern

Am En­de kla­res 5:2 ge­gen FC In­gol­stadt

das La­chen bis zum En­de der Spiel­zeit nicht mehr ver­ge­hen wird. An­ge­sichts von acht Punk­ten Vor­sprung auf Platz sie­ben dür­fen die Ver­ant­wort­li­chen lang­sam aber si­cher die ers­te Eu­ro­pa­cup-Teil­nah­me der Club­ge­schich­te pla­nen. Ei­ne Schluss­pha­se wie ge­gen den FCI mit drei Tref­fern in den letz­ten elf Mi­nu­ten nährt beim Ta­bel­len­vier­ten so­gar die Hoff­nung auf die Cham­pi­ons Le­ague. „Wir wol­len wei­ter in al­le Spie­le ge­hen, um sie zu gewinnen. Wenn die­ser Fall ein­tritt, wer­den wir min­des­tens Vier­ter. Da­ge­gen wür­de sich kei­ner weh­ren“, sag­te Sport­chef Alex­an­der Ro­sen. Die glei­che Rech­nung stell­te Na­gels­mann an, auch wenn er ein­schränk­te: „Zu rech­nen ist das re­la­tiv ein­fach, aber das Um­set­zen wird eher schwie­rig.“Fast mü­he­los sah es al­ler­dings aus, wie die Hof­fen­hei­mer ei­nen Rück­stand ge­gen den Vor­letz­ten aus In­gol­stadt noch in ei­nen Sieg ver­wan­del­ten. Nach ei­ner St­un­de la­gen die Schan­zer durch den Tref­fer des Is­rae­li Almog Co­hen (38.) und ein Ei­gen­tor von TSG-In­nen­ver­tei­di­ger Ni­k­las Sü­le (60.) mit 2:1 vor­ne – In­gol­stadt hat­te das Spiel nach der Hof­fen­hei­mer Füh­rung durch Ka­pi­tän Se­bas­ti­an Ru­dy (17.) ge­dreht. Doch dann ga­ben die Gast­ge­ber, die noch nie ein Pflicht­spiel ge­gen den FCI ver­lo­ren ha­ben, mäch­tig Gas. Der Un­gar Adam Sza­lai mit ei­nem Dop­pel­pack (62., 79.), der ein­ge­wech­sel­te Kroa­te Andrej Kra­ma­ric (77.) und der Ex-In­gol­städ­ter Ben­ja­min Hüb­ner (88.) sorg­ten da­für, dass die Hof­fen­hei­mer ih­ren Heim­re­kord auf zwölf un­ge­schla­ge­ne Spie­le in Fol­ge aus­bau­ten. Dass die fa­mo­se Schluss­pha­se aber von le­dig­lich 23 028 Be­su­chern in der Rhein-Neck­ar­A­re­na be­ju­belt wur­de, drück­te kurz­zei­tig so­gar bei Na­gels­mann die Stim­mung. „Da­für ha­be ich kein Ver­ständ­nis. Das ist mir schlei­er­haft. Da bin ich offen und ehr­lich“, äu­ßer­te der 29-Jäh­ri­ge, der schon zu­letzt im­mer wie­der die mä­ßi­ge Zu­schau­er-Re­so­nanz an­ge­pran­gert hat­te: „Die Re­gi­on ist nicht gera­de struk­tur­schwach, mehr Spie­le gewinnen kann man nicht. Aber viel­leicht müs­sen wir ja zwölf To­re schie­ßen.“Wäh­rend die Hof­fen­hei­mer al­so nur mit Pro­ble­men ab­seits des Plat­zes kämp­fen müs­sen, sieht es bei In­gol­stadt ganz an­ders aus. War­um die Schan­zer bin­nen we­ni­gen Mi­nu­ten die Kon­trol­le über das Spiel ver­lo­ren hat­ten, konn­ten sich we­der die Pro­fis noch Trai­ner Ma­ik Wal­pur­gis so rich­tig er­klä­ren. „Das tut weh, auf ein­mal hat die gan­ze Mann­schaft nicht mehr funk­tio­niert“, sag­te Tor­schüt­ze Co­hen: „Das nächste Spiel ge­gen den 1. FC Köln müs­sen wir un­be­dingt gewinnen.“Wal­pur­gis weiß, dass er in den nächs­ten Ta­gen ge­for­dert ist.

Hof­fen­hei­mer Heim­re­kord: Mit dem 5:2 ge­gen den FC In­gol­stadt schraub­ten die Kraich­gau­er, für die auch Andrej Kra­ma­ric traf, ih­re Se­rie auf zwölf un­ge­schla­ge­ne Spie­le zu Hau­se in Fol­ge aus. Foto: avs

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