Hir­scher schreibt Ski-Ge­schich­te

Zum sechs­ten Mal Ge­samt­welt­cup-Sie­ger

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT -

Ei­gent­lich gab es an Mar­cel Hir­schers his­to­ri­schem Sieg kaum noch Zwei­fel – und den­noch schien der Ös­ter­rei­cher über­rascht über den früh­zei­tig fest­ge­mach­ten sechs­ten Tri­umph im Ge­samt­welt­cup. „Bist du si­cher?“, frag­te der Ski-Star in Kran­js­ka Go­ra ei­ne In­ter­viewe­rin, als sie ihm un­mit­tel­bar nach ei­nem höchst kom­pli­zier­ten Rie­sen­sla­lom bei Re­gen und Ne­bel zum Ta­ges­er­folg und zugleich auch zum vor­zei­ti­gen Ge­winn der gro­ßen Kris­tall­ku­gel gra­tu­lier­te. „Ich war in Ma­the­ma­tik nie gut“, wit­zel­te Hir­scher. Nach ei­ner kur­zen Ver­wir­rung und Rück­spra­che mit sei­nen Be­treu­ern ließ sich der Aus­nah­me­sport­ler dann aber er­leich­tert fei­ern, bei der Sie­ger­ze­re­mo­nie ge­noss er am Samstag lä­chelnd den Au­gen­blick. Dank ei­nes Vor­sprungs von 504 Punk­ten auf sei­nen ers­ten Ver­fol­ger ist Hir­scher der Welt­cup­Ge­samt­sieg bei noch aus­ste­hen­den fünf Ren­nen nicht mehr zu neh­men. „Ge­nia­les Ge­fühl, Wahn­sinn, das Un­schaff­ba­re ist mach­bar ge­wor­den“, ju­bel­te der Re­kor­dAth­let nach dem Sieg. Zwei Ta­ge nach sei­nem 28. Ge­burts­tag schrieb der Salz­bur­ger Ski-Ge­schich­te und si­cher­te sich als ers­ter Alpin-Ath­let sechs­mal in Se­rie den Ge­samt­welt­cup. Er stell­te die Best­mar­ke sei­ner Lands­frau An­ne­ma­rie Mo­ser-Pröll ein – al­ler­dings be­nö­tig­te die­se für die sechs Po­ka­le mehr als sechs Win­ter. „Es ist ein­fach un­vor­stell­bar, was der Mensch leis­tet“, sag­te Mo­ser-Pröll der Nach­rich­ten­agen­tur APA. In der Her­ren-Sta­tis­tik ließ Hir­scher Marc Gi­rar­del­li aus Lu­xem­burg hin­ter sich. „Ich hät­te nicht ge­dacht, dass ich es schon an die­sem Wo­che­n­en­de klar ma­che“, räum­te Hir­scher ein. Weil die Ver­fol­ger wie Kje­til Jans­rud und des­sen nor­we­gi­scher Team­kol­le­ge Hen­rik Kristof­fer­sen je­weils nicht al­le noch aus­ste­hen­den Ren­nen der Sai­son be­strei­ten wer­den, war der vor­zei­ti­ge Ge­samt­sieg des Ös­ter­rei­chers schon vor dem Kran­js­ka-Go­ra-Wo­che­n­en­de qua­si si­cher. Gra­tu­la­tio­nen hat­te der akri­bi­sche Sport­ler bis­lang aber nicht ent­ge­gen­ge­nom­men. Das än­der­te sich ges­tern. Bei ei­nem grenz­wer­ti­gen Rie­sen­sla­lom zeig­te der bes­te Tech­ni­ker der ver­gan­ge­nen Jah­re und sechs­ma­li­ge Welt­meis­ter sei­ne Klas­se und ver­wies Leif Kris­ti­an Hau­gen aus Nor­we­gen (+0,46) und den Schwe­den Matts Ols­son (+0,67) auf die Plät­ze. Im Sla­lom heu­te (9.30/12.30 Uhr) kann Hir­scher die nächste Kris­tall­ku­gel gewinnen – es wä­re sei­ne ins­ge­samt 14. – und da­mit völ­lig oh­ne Druck zum Sai­son­fi­na­le nach Aspen flie­gen. Die deut­schen Star­ter Fe­lix Neu­reu­ther und Ste­fan Luitz wur­den im Rie­sen­sla­lom zeit­gleich Fünf­te (+0,92), ha­der­ten da­nach aber mit den wid­ri­gen Be­din­gun­gen in Slo­we­ni­en. Im Fi­na­le mach­ten hef­ti­ger Re­gen und Ne­bel das Ren­nen zu ei­ner Wetter-Lot­te­rie, bei der Neu­reu­ther ei­ner der Ver­lie­rer war. „Ich kom­me mir schon ein biss­chen ver­äp­pelt vor“, sag­te der DSV-To­p­ath­let. „Ich ste­he am Start, und der Ne­bel zieht kom­plett rein. Trotz­dem las­sen sie mich star­ten und un­ter­bre­chen erst da­nach wie­der. Scha­de, denn heu­te wä­re ein Po­di­um de­fi­ni­tiv drin ge­we­sen. Hof­fent­lich wird es am Sonn­tag ein biss­chen bes­ser“, so Neu­reu­ther.

Neu­reu­ther und Luiz zeit­gleich Fünf­te

Tri­umph: Mar­cel Hir­scher ge­wann den Rie­sen­sla­lom in Kran­js­ka Go­ra – und den Ge­samt­welt­cup. Foto: avs

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