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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen - max

Wie be­geg­net man ei­ner Frau, die höchs­tens noch ein hal­bes Jahr zu le­ben hat? Fred glaubt es zu wis­sen. Er ist al­lein­er­zie­hen­der Va­ter und hat sich zum eh­ren­amt­li­chen Ster­be­be­glei­ter aus­bil­den las­sen, um sei­nem Le­ben mehr Sinn zu ge­ben. Aber Kar­la, stark, sprö­de und ei­gen­sin­nig, ar­ran­giert sich schon selbst mit ih­rem be­vor­ste­hen­den Tod und möch­te nur et­was men­sch­li­che Nä­he – zu ih­ren Be­din­gun­gen. Als Freds Ver­such, sie mit ih­rer Ver­gan­gen­heit zu ver­söh­nen, gran­di­os schei­tert, ist es nur noch Phil, sein 13-jäh­ri­ger Sohn, der Kar­la be­su­chen darf, um ih­re Kon­zert­fo­tos zu ar­chi­vie­ren. Dann trifft Haus­meis­ter Klaff­ki in ei­ner kri­ti­schen Si­tua­ti­on die rich­ti­ge Ent­schei­dung – und ver­hilft Fred zu ei­ner zwei­ten Chan­ce. Su­sann Pász­tor er­zählt in ih­rem drit­ten Ro­man ei­ne be­rüh­ren­de Ge­schich­te über die Schön­heit des Le­bens und die er­staun­li­che Ent­wick­lung ei­ner Va­ter-Sohn-Be­zie­hung – un­pa­the­tisch und hu­mor­voll, ein­fühl­sam und mit si­che­rem Ge­spür für men­sch­li­che Ge­fühls­la­gen. Die Au­to­rin hat selbst die Aus­bil­dung zur Ster­be­be­glei­te­rin ab­ge­schlos­sen und ist seit meh­re­ren Jah­ren eh­ren­amt­lich tä­tig. Su­sann Pász­tor, Und dann steht ei­ner auf und öff­net das Fens­ter, Kie­pen­heu­er und Witsch, 288 Sei­ten, 16,99 Eu­ro. ★★★★★

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