Wel­lin­gers „Traum­flug“

DSV-Ad­ler lan­den beim Welt­cup in Os­lo auf Platz zwei hin­ter Ös­ter­reich

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Chris­toph Leuch­ten­berg

Dank ei­nes Glanz­stü­ckes von Andre­as Wel­lin­ger im Ne­bel von Os­lo ha­ben die deut­schen Ski­sprin­ger ein­drucks­voll Re­van­che für die Team-Plei­te bei der WM in Lah­ti ge­nom­men. Der zwei­fa­che Vi­ze-Welt­meis­ter be­scher­te den DSV-Ad­lern mit ei­nem Traum­flug auf 134,5 Me­ter im zwei­ten Durch­gang am Hol­men­kol­len Platz zwei hin­ter Ös­ter­reich um Dop­pel-Welt­meis­ter Ste­fan Kraft. „Wenn ich mei­ne Lan­dung noch hin­be­kom­men hät­te, wä­re ich zu­frie­de­ner“, sag­te Wel­lin­ger, der genau ei­ne Wo­che zu­vor mit dem deut­schen Team in Finn­land als Vier­ter noch an ei­ner WM-Me­dail­le vor­bei­ge­sprun­gen war, im ZDF: „Wir ha­ben toll ge­kämpft.“Bei zu­neh­mend schlech­ter Sicht hat­te der 21Jäh­ri­ge als deut­scher Schluss­sprin­ger nach dem Auf­set­zen tief in die Knie ge­hen müs­deut­sche sen. Mit 987,2 Punk­ten ver­wie­sen die DSVSprin­ger in der WM-Be­set­zung Wel­lin­ger, Mar­kus Ei­sen­bich­ler, Richard Frei­tag und Ste­phan Ley­he den­noch Welt­meis­ter Po­len (986,2) hauch­dünn auf Platz zwei. Die Ös­ter­rei­cher, die erst­mals seit dem 1. März 2014 in Lah­ti wie­der ei­nen Tea­mer­folg fei­er­ten, setz­ten sich mit 999,7 Punk­ten letzt­lich sou­ve­rän durch. „Das ist ei­ne tol­le Ge­schich­te. Wir ha­ben zum Gu­ten zu­rück­ge­fun­den“, sag­te Bun­des­trai­ner Werner Schus­ter: „In der Sum­me war es ei­ne gu­te Leis­tung. Ich bin zuf­rie­den.“ Wel­lin­ger hat­te sich nach ei­nem durch­wach­se­nen ers­ten Sprung auf 126,5 Me­ter im Fi­na­le deut­lich ge­stei­gert und da­mit noch die Po­len ab­ge­fan­gen. „Der zwei­te Sprung war rich­tig gut, der wird ihm viel Selbst­ver­trau­en ge­ben“, sag­te Schus­ter. In der Ge­samt­wer­tung der neu ge­schaf­fe­nen „Raw Air“Tour fiel der 21-Jäh­ri­ge al­ler­dings nach drei von 16 Sprün­gen mit 392,7 Punk­ten hin­ter Kraft (404,3) so­wie den Slo­we­nen Pe­ter Pre­vc (395,2) zu­rück. „Er wird aber im Ge­samt­klas­se­ment noch ein gro­ßes Wort mit­spre­chen“, sag­te Schus­ter. Ei­sen­bich­ler (140,0+122,5), Frei­tag (129,0+124,5) so­wie Lah­ti-Un­glücks­ra­be Ley­he (122,5+127,5) zeig­ten ges­tern wie Wel­lin­ger zu­min­dest in ei­nem der bei­den Sprün­ge Schwä­chen. Ley­he hat­te mit sei­nem Ab­sturz im zwei­ten Durch­gang das Team im WM-Me­dail­len­kampf ent­schei­dend ins Hin­ter­tref­fen ge­bracht. In Os­lo spran­gen vor al­lem die Po­len nicht auf dem ho­hen Ni­veau, mit dem sie sich in Lah­ti erst­mals den WM-Ti­tel ge­si­chert hat­ten. Wel­lin­ger hat­te am Frei­tag mit dem Sieg in der Qua­li­fi­ka­ti­on die ers­te Füh­rung der neu ge­schaf­fe­nen „Raw Air“-Wer­tung ge­holt, in die auch die Ein­zel­er­geb­nis­se des Team­sprin­gens ein­ge­hen. In Os­lo, wo heu­te (14.15 Uhr/ZDF und Eu­ro­sport) noch ein Ein­zel­wett­be­werb statt­fin­det, so­wie in Lil­le­ham­mer, Trond­heim und Vi­ker­sund fin­den bis zum 18. März sechs Sprin­gen in zehn Ta­gen statt. Sämt­li­che Ein­zel­sprün­ge – dar­un­ter auch je­ne in der Qua­li­fi­ka­ti­on – ge­hen da­bei in die Ge­samt­wer­tung ein. Der Sie­ger nach ins­ge­samt 16 Wett­kampf­sprün­gen kas­siert 60 000 Eu­ro.

Welt­meis­ter Po­len dies­mal nur Drit­ter

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