Bühl hat es selbst in der Hand

Vol­ley­ball: Mit ei­nem Sieg beim Auf­stei­ger wä­re man in den Play-offs

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Pe­ter Tre­bing

Die Vol­ley­bal­ler des Bun­des­li­gis­ten TV In­ger­soll Bühl ta­ten sich schwer ge­gen den Au­ßen­sei­ter – am En­de stand aber doch ein glat­tes 3:0 ge­gen die So­lin­gen Vol­leys im ers­ten Pre-Play-off-Spiel am ver­gan­ge­nen Mitt­woch ge­gen den Auf­stei­ger, der nach der Haupt­run­de nur den letz­ten Platz be­leg­te. In den bei­den ers­ten Sät­zen (25:20 und 25:21) sorg­ten die So­lin­ger näm­lich über wei­te Pha­sen da­für, dass die Gast­ge­ber „wa­ckel­ten“und ein­mal mehr Kon­stanz und Ner­ven­stär­ke ver­mis­sen lie­ßen. Über­zeu­gen­der wur­de es erst im drit­ten Durch­gang. Der ging mit 25:15 deut­lich an das er­satz­ge­schwäch­te Team von Chef­coach Ru­ben Wo­lochin, des­sen Fa­zit nach der Par­tie aber ziem­lich nüch­tern aus­fiel: „Es ist noch nicht vor­bei.“Im Hin­ter­kopf hat er da­bei wohl in ers­ter Li­nie die ekla­tan­te Aus­wärts­schwä­che sei­nes Teams in die­ser Run­de. Ei­nen ein­zi­gen Sieg in zehn Be­geg­nun­gen konn­ten Ka­pi­tän Kris­ten

Heu­te, 16 Uhr: So­lin­gen – TV Bühl

Clé­ro und sei­ne Mit­spie­ler in die­ser Hin­sicht bis­her ver­bu­chen – und das war ein 3:1 beim Ta­lent­team VC Olym­pia Berlin. Ei­ne der­art mie­se Bi­lanz gab es bis­her in der Bun­des­li­ga­zu­ge­hö­rig­keit des TV Bühl noch nie. In der Vor­sai­son et­wa wa­ren es noch drei Aus­wärts­sie­ge (in Co­burg, bei den Netzhop­pers und beim TV Rot­ten­burg) und da­mit genau­so vie­le wie in den bei­den ers­ten Bun­des­li­gaJah­ren (2009/10 und 2010/11). So­gar ei­ne ech­te „Macht“in frem­den Hal­len war das Wo­lochin-Team in der Sai­son 2014/15, als man sie­ben von zehn Spie­len beim Geg­ner ge­win­nen konn­te. Und zwi­schen 2011 und 2015 konn­te man in drei Spiel­zei­ten je­weils fünf Aus­wärts­par­ti­en für sich ent­schei­den. Be­ein­dru­cken­de Fak­ten, die aber si­cher auch mit den da­mals vor­han­de­nem Per­so­nal zu tun hat­ten. Denn in frü­he­ren Ka­dern stan­den er­folgs­hung­ri­ge Per­sön­lich­kei­ten wie Mat­thi­as Pom­pe, Jo­el Bru­schwei­ler, Axel Ja­cob­sen oder nicht zu­letzt Ex-Li­be­ro Da­vid Mol­nar, die in der La­ge wa­ren, ein Team mit­zu­rei­ßen. Ty­pen, die der ak­tu­el­len Mann­schaft ein­deu­tig feh­len. Zwar ist auch das mo­men­ta­ne Auf­ge­bot mit qua­li­ta­tiv gu­ten Ak­teu­ren be­stückt, doch ein ech­ter Le­a­der ist nicht in Sicht. Was in den Heim­spie­len noch teil­wei­se zu ka­schie­ren war, aus­wärts aber in die­ser Sai­son zum Han­di­cap wur­de. Das will, das muss man än­dern, wen man nicht ge­gen den wirk­lich schwa­chen Auf­stei­ger aus So­lin­gen ei­ne bö­se Über­ra­schung er­le­ben will. Heu­te um 16 Uhr kann man in der Fried­rich-Al­bert-Lan­ge Sport­hal­le in So­lin­gen ei­ne bis­lang re­la­tiv schwa­che Sai­son zu­min­dest noch halb­wegs „ret­ten“, wenn man sich mit ei­nem wei­te­ren Sieg die Teil­nah­me an den Play-offs si­chern könn­te. Ge­lingt dies nicht, muss man in ein Ent­schei­dungs­spiel, das am Mitt­woch, 15. März, in der Büh­ler Groß­sport­hal­le (Be­ginn: 20 Uhr) aus­ge­tra­gen wür­de. Ei­ne Be­las­tung, die man sich si­cher ger­ne er­spa­ren will. Wür­de man aber ge­gen So­lin­gen schei­tern, dann droht so­gar der „sport­li­che“Ab­stieg, denn in den Play-downs hie­ße der Geg­ner ent­we­der TV Rot­ten­burg oder Netzhop­pers Kö­nigs-Wus­ter­hau­sen. Und das wä­ren zwei wirk­lich schwe­re Kon­tra­hen­ten. Tat­säch­lich ab­stei­gen dürf­te aber wohl kein Ver­ein. Da der VCO Berlin sich nach der Run­de tur­nus­mä­ßig wie­der aus dem Bun­des­li­ga-Be­trieb zu­rück­zieht, blei­ben nur noch zehn Clubs üb­rig. Da­zu kommt je­weils ein Auf­stei­ger aus der bei­den Zwei­ten Li­gen. Im Nor­den kämp­fen Spit­zen­rei­ter CV Mit­tel­deutsch­land und Ver­fol­ger TSV Gie­sen Grizz­lys um den Ti­tel. Im Sü­den hei­ßen die Meis­ter­schafts­kan­di­da­ten Vol­leys Elt­mann und SV Schwaig. Blie­be noch Wild­card-An­wär­ter Hu­sum. Die „Watt-Vol­leys“spie­len der­zeit in der Landesliga. Er­fül­len sie die wirt­schaft­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Bun­des­li­ga, könn­ten sie even­tu­ell dort ein­stei­gen – falls ein Ver­ein aus­fällt. Bei­spiels­wei­se der TV Rot­ten­burg, der sei­nen Haupt­spon­sor, den Kopp-Ver­lag, ver­liert. Al­ler­dings hat der bis­lang nur ein Vier­tel des Etats ge­deckt. Zu­min­dest teil­wei­se dürf­ten die Schwa­ben die Lü­cke al­so fül­len kön­nen. Oder aber: Die Vol­ley­ball-Bun­des­li­ga (VBL) wird auf 14 Clubs ver­grö­ßert. Auch dies sei ei­ne mög­li­che Op­ti­on, heißt es da­zu aus der VBL-Zen­tra­le in Berlin.

Der ers­te Schritt ist ge­macht – die Vol­ley­bal­ler des TV Bühl fei­ern ih­ren 3:0-Sieg am ver­gan­ge­nen Mitt­woch ge­gen die So­lin­gen Vol­leys. Setzt man sich auch heu­te im Rück­spiel durch, dann ist der Weg frei in die Play-offs. Bei ei­ner Nie­der­la­ge gibt es ein drit­tes Spiel am kom­men­den Mitt­woch in Bühl. Fo­to: Steue­rer

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