„Feh­len­der Sach­ver­stand“

KSC ent­täuscht bei 0:1-Nie­der­la­ge in Aue

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Ha­rald Lin­der

„Feh­len­den Fuß­ball­sach­ver­stand“be­schei­nig­te KSC-Trai­ner Mir­ko Slom­ka sei­ner Mann­schaft, die in Aue mit 0:1 ver­lo­ren hat. Wenn sich dies nicht schnell än­dert, wird es schwer, in den ver­blei­ben­den zehn Spiel­ta­gen den Sturz in die Dritt­klas­sig­keit zu ver­hin­dern.

Ges­tern Abend wur­de KSC-Pro­fi Gri­scha Prö­mel für den Ge­winn der Sil­ber­me­dail­le als Spie­ler der deut­schen Olym­pia­aus­wahl in Rio beim Karls­ru­her Sport­ler­ball als „Sport­ler des Jah­res 2016“ge­ehrt. Doch vor­ges­tern wur­de der 22-Jäh­ri­ge bei der 0:1 (0:1)-Nie­der­la­ge bei Erz­ge­bir­ge Aue in der 63. Mi­nu­te aus­ge­wech­selt, weil er zwar wie­der viel ge­lau­fen war, aber wie schon mehr­mals in die­ser Sai­son nicht viel Brauch­ba­res zu­stan­de ge­bracht hat­te. Was für Prö­mel gilt, trifft aber fast auf die ge­sam­te KSC-Mann­schaft zu, die es sel­ten ver­steht, ihr

Slom­kas Bi­lanz fällt bis­lang noch ma­ger aus

Po­ten­zi­al ab­zu­ru­fen. Dar­an hat auch der Trai­ner­wech­sel nichts ge­än­dert. Die Bi­lanz von Mir­ko Slom­ka ist mit nur sie­ben Punk­ten aus sie­ben Spie­len ähn­lich de­pri­mie­rend wie die von Vor­gän­ger To­mas Oral. In Aue ver­lor der KSC wie schon ge­gen 1860 München und St. Pau­li er­neut ge­gen ei­nen Kon­kur­ren­ten um den Klas­sen­ver­bleib und rutsch­te durch die Nie­der­la­ge auf ei­nen di­rek­ten Ab­stiegs­platz ab. Und es war ein­mal mehr die Art und Wei­se, wie sich der KSC im Erz­ge­bir­ge prä­sen­tier­te, die Zwei­fel an der Zweit­li­ga­taug­lich­keit der Blau-Wei­ßen näh­ren. In 90 Mi­nu­ten er­spiel­ten sich die Ba­de­ner kei­ne nen­nens­wer­te Tor­mög­lich­keit und brach­ten die Gast­ge­ber kaum in Ge­fahr. Aue hat­te spie­le­risch zwar auch nicht viel zu bie­ten und brauch­te ei­nen un­be­rech­tig­ten Foul­elf­me­ter zur Füh­rung, brach­ten die­se aber dann recht sou­ve­rän über die Zeit. Dass KSC-Kee­per Dirk Or­lis­hau­sen ge­gen Pas­cal Köp­ke, der sich mit ei­nem grenz­wer­ti­gen Kör­per­ein­satz ge­gen Jor­di Fi­gueras durch­setz­te, den Ball spiel­te, wer­te­te Schieds­rich­ter Ro­bert Schrö­der den­noch als Foul und ent­schied auf Straf­stoß, den Di­mi­trij Na­za­rov in der 36. Mi­nu­te zum 1:0 für Aue nutz­te. Dem KSC, der in der zwei­ten Halb­zeit die Be­geg­nung do­mi­nier­te, fiel aber nichts ein, um die Mann­schaft von Do­me­ni­co Te­des­co, der erst wäh­rend der ver­gan­ge­nen Wo­che den Job in Aue an­ge­tre­ten hat­te, in erns­te Schwie­rig­kei­ten zu brin­gen. KSC-Trai­ner Mir­ko Slom­ka muss­te nach dem Aus­fall von Jim­my Hof­fer (lan­ge Pau­se we­gen ei­ner Teil­rup­tur im Knie) kurz­fris­tig auch auf den er­krank­ten Den­nis Kem­pe ver­zich­ten. Für ihn spiel­te Mo­ritz Stop­pel­kamp. Slom­ka be­klag­te, dass „wir kaum Bäl­le in den Straf­raum ge­spielt ha­ben, son­dern uns im Kurz­pass­spiel ver­zet­tel­ten“, was auch mit „feh­len­dem Fuß­ball­sach­ver­stand“zu tun ha­be, wie er sag­te. Wenn sich dies nicht schnell än­dert, wird es schwer, in den ver­blei­ben­den zehn Spiel­ta­gen den Sturz in die Dritt­klas­sig­keit zu ver­hin­dern. Und dies wä­re sport­lich und fi­nan­zi­ell mit un­ab­seh­ba­ren Fol­gen ver­bun­den.

Wohl nur ein schwa­cher Trost: Ex-KSC-Pro­fi Di­mi­trij Na­za­rov (links), der das ent­schei­den­de Tor per Elf­me­ter für Erz­ge­bir­ge Aue er­ziel­te, und sein ehe­ma­li­ger Team­kol­le­ge Hi­ro­ki Ya­ma­da. Fo­to: GES

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