Merkel und „der Zer­stö­rer“

Re­ak­tio­nen auf das Tref­fen der Kanz­le­rin mit US-Prä­si­dent Trump

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell - Avs

Ein der­art ein­hel­li­ges Lob der Me­di­en be­kom­men Po­li­ti­ker sel­ten. An­ge­la Merkel ha­be bei ih­rem ers­ten Be­such bei Do­nald Trump „al­les rich­tig“ge­macht, lau­tet ein eher zu­rück­hal­ten­der Pres­seKom­men­tar. Viel di­cker trägt die „New York Ti­mes“auf. In deut­schen Pres­se­kom­men­ta­ren wird vor al­lem ge­lobt, dass Merkel die Be­deu­tung of­fe­ner Gren­zen und ei­nes frei­en Welt­han­dels zum The­ma mach­te. Aus­län­di­sche Me­di­en stel­len das Tref­fen in ei­nen we­sent­lich grö­ße­ren Zu­sam­men­hang. Die li­be­ra­le und Trump ge­gen­über kri­ti­sche Zei­tung „New York Ti­mes“kom­men­tier­te: „Der groA­spek­te ße Zer­stö­rer tritt der letz­ten Ver­tei­di­ge­rin der li­be­ra­len Wel­t­ord­nung ge­gen­über.“In die­sel­be Ker­be hieb der li­be­ra­le bri­ti­sche „Guar­di­an“: „Hier stieß ei­ne ru­hi­ge, be­däch­ti­ge und pas­sio­nier­te Eu­ro­päe­rin mit ei­nem Mann zu­sam­men, des­sen Un­wis­sen­heit über Au­ßen­po­li­tik bo­den­los zu sein scheint.“Für das US-Ma­ga­zin „The At­lan­tic“ist frag­lich, ob die bei­den wirk­lich mit­ein­an­der ge­spro­chen hät­ten. Wäh­rend Trump bei der Pres­se­kon­fe­renz „aus der Hüf­te ge­schos­sen“ha­be, sei Merkel be­müht ge­we­sen, die La­ge zu be­ru­hi­gen oder sich raus­zu­hal­ten. Deut­sche Me­di­en he­ben mehr auf die wirt­schaft­li­chen des Be­suchs ab. „Wenn die Bil­der vom Tref­fen mit Wirt­schafts­ver­tre­tern und die ers­ten Nach­rich­ten nicht täu­schen, dann hat die deut­sche De­le­ga­ti­on al­les rich­tig ge­macht“, schrieb das „Flens­bur­ger Ta­ge­blatt“. Auf Twit­ter gab es rasch ver­schie­de­ne In­ter­pre­ta­ti­on der Be­geg­nung, bei der sich kei­ner so rich­tig wohl zu füh­len schien. So be­ti­tel­te „Har­ry Pot­ter“-Au­to­rin J.K. Row­ling über ein Fo­to der Spit­zen­po­li­ti­ker, in dem Trump be­tre­ten zu Bo­den zu bli­cken scheint: „Mut­ti war ge­mein zu mir, und ich mag ih­re Hand nicht mehr hal­ten.“

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