Aufs Kon­zert?

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen - Tho­mas Liebs­cher

Ei­ni­ge sprach­auf­merk­sa­me, freund­li­che SONN­TAG-Le­ser zeig­ten sich ver­wun­dert, dass wir am vo­ri­gen Sonn­tag (12. März) auf un­se­rer Sei­te zwei frag­ten: „Ge­hen Sie ger­ne auf Kon­zer­te?“Ist das nicht un­ge­wöhn­lich oder gar falsch und müss­te „in Kon­zer­te“hei­ßen? Wir gin­gen al­so erst mal in uns und dann auf ei­nen Kaf­fee in un­se­re Kan­ti­ne. Dort dis­ku­tier­ten wir die mög­li­che in­halt­li­che Un­ter­schei­dung zwi­schen „in ein (klas­si­sches) Kon­zert ge­hen“und „auf ein (Pop)-Kon­zert“, das ja häu­fig auf ei­nem Platz im Frei­en statt­fin­det. Die Fans ge­hen eben dort­hin, so wie an­de­re „auf die Ker­we“oder Jä­ger „auf die Jagd“. Wird „auf“al­so mit Ak­ti­vi­tä­ten im Frei­en ver­bun­den? Doch selbst wenn wir einst aufs oder ins Gym­na­si­um gin­gen, konn­te die­se Er­klä­rung noch nicht be­frie­di­gen. Schließ­lich geht man auch „auf ei­nen Ge­burts­tag“– und der wird manch­mal im Wohn­zim­mer und manch­mal im Gar­ten ge­fei­ert. Wer hilft fach­lich, da­mit ein Licht auf­geht? Der „Du­den“be­schreibt „auf“als Prä­po­si­ti­on zur An­ga­be ei­ner Po­si­ti­on oder Rich­tung. Von drin­nen oder drau­ßen steht da nichts. Die „Ge­sell­schaft für deut­sche Spra­che“in Wies­ba­den hilft noch wei­ter: Das klei­ne „auf“ha­be sich schon lan­ge im Sprach­ge­brauch bei Mu­sik­ereig­nis­sen ge­tum­melt. Es ist kein schrift­li­ches Schmud­del­kind, das nicht ins Kon­zert dürf­te.

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