„Ein Renn­un­fall, kein Foul“

Nor­di­sche Kom­bi­na­ti­on: Fren­zel nach Rydzek-Sturz in Scho­nach vor Ge­samt­welt­cup-Sieg

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Chris­toph Leuch­ten­berg

Das „Sturz­op­fer“Jo­han­nes Rydzek schluck­te sei­nen Frust hin­un­ter, dann reich­te der Welt­meis­ter sei­nem Kon­tra­hen­ten Eric Fren­zel fair die Hand und gra­tu­lier­te zum Sieg in Scho­nach – und da­mit wohl schon zum Ge­winn des Ge­samt­welt­cups: Kom­bi­na­ti­ons-Olym­pia­sie­ger Fren­zel hat nach ei­nem Ziel­sprint-Drama beim Schwarz­wald­po­kal sei­nen neun­ten Sai­son­er­folg

Ziel­sprint-Drama beim Schwarz­wald­po­kal

ge­fei­ert, Ri­va­le Rydzek mit Platz drei den wohl ent­schei­den­den Rück­schlag im Kampf um die Kris­tall­ku­gel kas­siert. Im Fi­na­le heu­te reicht Fren­zel nun schon ein vier­ter Rang. „Das war ein Renn­un­fall und kein Foul von Eric. Das tut Rit­schi weh, vor al­lem weil er ei­nen Platz und da­durch vie­le Punk­te ver­lo­ren hat“, sag­te Bun­des­trai­ner Her­mann Wein­buch, nach­dem Rydzek auf der Ziel­ge­ra­den im bein­har­ten Du­ell mit Fren­zel in den Schnee ge­flo­gen war. Schuld, das sah nicht nur Meis­ter­ma­cher Wein­buch so, an dem Crash hat­te Rydzek – er war dem füh­ren­den Fren­zel von hin­ten in die Ski ge­rauscht. Fren­zel, der 2016 als ers­ter Deut­scher seit 29 Jah­ren den Schwarz­wald­po­kal ge­won­nen hat­te, geht nach sei­nem 40. Kar­rie­re-Er­folg nun mit 54 Punk­ten Vor­sprung auf den sechs­ma­li­gen Welt­meis­ter in das letz­te Sai­son­ren­nen heu­te in Scho­nach (12.15 Uhr Sprin­gen/16.15 Uhr Lang­lauf). Selbst bei ei­nem Sieg Rydzeks, der 100 Punk­te ein­brin­gen wür­de, reicht dem 28 Jah­re al­ten Fren­zel ein vier­ter Platz, um als ers­ter Kom­bi­nie­rer zum fünf­ten Mal die Kris­tall­ku­gel zu ho­len. Rydzek und Fren­zel wa­ren nach vie­len tak­ti­schen Spiel­chen auf der en­gen und tie­fen Loi­pe um den Sieg ge­sprin­tet. Rydzek woll­te an Fren­zel vor­bei, es wur­de aber der un­ge­woll­te Ver­such ei­nes Durch-ihn-hin­durchs. „Rit­schi war ganz nah dran und woll­te den Wind­schat­ten nut­zen, ist dann aber bei Eric hän­gen ge­blie­ben“, sag­te Wein­buch. Zwi­schen die bei­den Deut­schen schob sich noch der Ös­ter­rei­cher Wil­helm De­nifl, Rydzek hielt den Ja­pa­ner Aki­to Wa­t­a­be auf Dis­tanz – ob ihm dies noch ei­ne re­el­le Chan­ce im Kampf um sei­nen ers­ten Ge­samt­welt­cup-Er­folg ge­ret­tet hat, ist eher frag­lich. Dass es im Kampf um Bie­gen und Bre­chen zwi­schen den bei­den mit Ab­stand bes­ten Kom­bi­nie­rern ein­mal kra­chen wür­de, war ei­gent­lich lo­gisch. Oft ge­nug hat­ten sich Fren­zel und Rydzek im Ziel­sprint be­harkt, oft ge­nug war es gut ge­gan­gen. Nun al­so der Sturz im fol­gen­schwers­ten Mo­ment – er trüb­te ein we­nig die Fort­set­zung der deut­schen Traum­sai­son: Fren­zels Er­folg war – in­klu­si­ve der WM – der 22. für den DSV in 24. Ein­zel­ren­nen.

Freu­den­schrei im Dau­er­re­gen: Nach sei­nem gest­ri­gen Sieg reicht Kom­bi­nie­rer Eric Fren­zel heu­te in Scho­nach schon ein vier­ter Rang um die Kris­tall­ku­gel für den Ge­samt­welt­cup­sieg in Emp­fang zu neh­men. Fo­to: avs

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