Im End­spurt in der Pflicht

Hand­ball-Lan­des­li­ga: HR Ras­tatt/Nie­der­bühl kämpft um Klas­sen­ver­bleib

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Ekart Kin­kel

Noch sechs Spiel­ta­ge sind in der Lan­des­li­ga Nord zu ab­sol­vie­ren – und die ab­stiegs­be­droh­te Mann­schaft der Hand­ball­re­gi­on (HR) Ras­tatt/Nie­der­bühl darf sich ei­gent­lich kei­nen Aus­rut­scher mehr er­lau­ben. Auch heu­te in Achern als Gast des TuS Großwei­er (17 Uhr, Win­fried-Ro­sen­fel­der-Hal­le) ist für HR-Sport­wart Tho­mas Col­let ein Aus­wärts­sieg Pflicht. „Wenn wir die­ses Spiel ver­lie­ren, hat Großwei­er den Klas­sen­ver­bleib be­reits fast schon in der Ta­sche und der Kreis der Ab­stiegs­kan­di­da­ten wä­re wei­ter ge­schrumpft“, sagt Col­let mit Blick auf die Kon­stel­la­ti­on im Ta­bel­len­kel­ler. Als Viert­letz­ter ran­gier­te Ras­tatt/Nie­der­bühl nach dem letz­ten Spiel­tag mit 14:26 Zäh­lern nur we­gen des bes­se­ren di­rek­ten Ver­gleichs vor dem punkt­glei­chen TuS Op­penau. Und da­hin­ter be­fan­den sich HGW Hofwei­er II so­wie die SG Schram­berg – die sich be­reits ges­tern

„Vier-Punk­te-Spiel“beim TuS Großwei­er

Abend im di­rek­ten Ver­gleich ge­gen­über­stan­den – mit nur ei­nem Zäh­ler Rück­stand in Lau­er­stel­lung. Weil am Sai­son­en­de wahr­schein­lich drei Ver­ei­ne den Gang in die Be­zirks­klas­se an­tre­ten müs­sen, ha­ben Großwei­er und die Keh­ler TS nur ein dün­nes Pöls­ter­chen auf die Ab­stiegs­rän­ge. Des­halb ist für die HR Ras­tatt/Nie­der­bühl auch die nächs­te Haus­auf­ga­be ge­gen Kehl am 1. April ein „ech­tes Vier-Punk­te Spiel“, wie Tho­mas Col­let be­tont. Da­vor muss man am kom­men­den Sams­tag noch zum Spit­zen­rei­ter SG St­ein­bach/ Kap­pel­wind­eck. Die Mann­schaft und Trai­ner Mar­tin Eh­ren­traut sei­en sich der an­ge­spann­ten Si­tua­ti­on be­wusst und wür­den sich im Training ge­zielt auf die kom­men­den Auf­ga­ben vor­be­rei­ten, sagt Col­let und fügt hin­zu: „Es war schließ­lich von An­fang an klar, dass es in die­ser Run­de ge­gen den Ab­stieg geht“. Der Grund für die sport­lich pre­kä­re Si­tua­ti­on ist nach Col­lets An­sicht vor al­lem der recht dünn be­setz­te Ka­der. Der Aus­fall des lang­zeit­ver­letz­ten Rou­ti­niers Ge­org Jochim (Kreuz­band­riss) konn­te bis­lang eben­so we­nig kom­pen­siert wer­den wie das Feh­len von Andre­as Hein­rich. Er hat­te sei­ne Hand­ball­kar­rie­re im Som­mer we­gen ei­nes Band­schei­ben­vor­falls be­enVor det. Zum Rück­run­den­auf­takt konn­te die Mann­schaft mit den Rück­keh­rern Alex Ku­ge­le und Fabian Ernst zwar ver­stärkt wer­den, doch bis­her ge­lang es den bei­den Rück­raum­spie­lern noch nicht ent­schei­dend, das Ru­der her­um­zu­rei­ßen. „Prin­zi­pi­ell lie­gen wir aber noch voll im Soll“, stellt Tho­mas Col­let klar, je­doch sei­en beim schwa­chen Sai­son­start mit nur ei­nem Sieg aus den ers­ten sechs Spie­len ei­ni­ge Punk­te ver­schenkt wor­den: „Da konn­ten noch nicht al­le Spie­ler die Vor­ga­ben des neu­en Trai­ners um­set­zen.“Erst im Som­mer 2015 war der lang­jäh­ri­ge Dur­mers­hei­mer Re­gio­nal­li­ga­tor­wart Eh­ren­traut von sei­nem Hei­mat­ver­ein HSG Hardt zum Li­ga­ri­va­len ge- kom­men. Mit Eh­ren­trauts Ar­beit und sei­ner akri­bi­schen Spiel­vor­be­rei­tung sei er „sehr zu­frie­den“, ver­deut­licht Col­let. Des­halb soll der Ver­trag mit dem Übungs­lei­ter noch im März um ei­ne wei­te­re Spiel­zeit ver­län­gert wer­den. Auch ein Groß­teil der Mann­schaft ha­be be­reits un­ab­hän­gig von der Li­ga­zu­ge­hö­rig­keit ih­re Zu­sa­ge für die Sai­son 2017/18 ge­ge­ben. „In­so­fern wä­re der Ab­stieg noch nicht ein­mal ein Bein­bruch“, sagt der HR-Sport­wart. Al­ler­dings sei­en die Spie­le auf Be­zirks­ebe­ne für Zu­schau­er, Spie­ler und Spon­so­ren weit we­ni­ger at­trak­tiv und des­halb sei die Eta­b­lie­rung der Mann­schaft auf Ver­bands­ebe­ne das lang­fris­ti­ge Ziel. fünf Jah­ren wur­de die Hand­ball­re­gi­on (HR) als Zu­sam­men­schluss der bei­den Ver­ei­ne Ras­tat­ter TV und SV Nie­der­bühl aus der Tau­fe ge­ho­ben. Vor drei Jah­ren ge­lang mit dem Auf­stieg in die Lan­des­li­ga der bis­her größ­te Er­folg. Geld für er­fah­re­ne Ak­teu­re kön­ne die HR Ras­tatt/Nie­der­bühl auch künf­tig nicht in die Hand neh­men. Im Ge­gen­satz zu den be­nach­bar­ten Hand­ball­hoch­bur­gen Mug­gen­sturm oder Sinz­heim wür­de die lo­ka­le Wirt­schaft in Ras­tatt ih­re Spon­sor-Gel­der lie­ber in die orts­an­säs­si­gen Fuß­ball­ver­ei­ne in­ves­tie­ren, so Col­let, „und dar­an wird sich in na­her Zu­kunft ziem­lich si­cher nichts än­dern“.

Kämp­fer­herz ge­fragt: In den letz­ten sechs Par­ti­en bis zum Run­den­en­de muss der ab­stiegs­be­droh­te Lan­des­li­gist HR Ras­tatt/Nie­der­bühl (am Ball Mar­co Dju­ric, der bis­her 52 To­re warf) punk­ten, punk­ten, punk­ten ... Ein Sieg heu­te beim TuS Großwei­er ist da­bei eben­so Pflicht wie am 1. April zu Hau­se ge­gen Kehl. Fo­to: Hans-Jür­gen Col­let

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