Auch Kel­ler kan­di­diert

Prä­si­dent von Ra­c­ing Straß­burg ge­hört zum Team von No­ël­le Le Graët

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Pe­ter Tre­bing

Sei­ne Vita ist be­ein­dru­ckend: Pro­fi in der Bun­des­li­ga (Karls­ru­her SC), der fran­zö­si­schen Li­gue 1 (Ra­c­ing Straß­burg) und der eng­li­schen Pre­mier Le­ague (West Ham Uni­ted, FC Ports­mouth und Black­burn Ro­vers), sechs Ein­sät­ze in der „Équi­pe Tri­co­lo­re“und da­nach als Ge­ne­ral­ma­na­ger bei Ra­c­ing Straß­burg und als Sport­di­rek­tor beim AS Mo­na­co en­ga­giert. Marc Kel­ler, der in Col­mar ge­bo­re­ne El­säs­ser, ist zwei­fel­los ein Mann, der in Sa­chen Fuß­ball Kom­pe­tenz be­sitzt. Auf dem Ra­sen und am Schreib­tisch. Seit dem Ju­ni 2012 ist er nun schon Prä­si­dent beim el­säs­si­schen Tra­di­ti­ons­ver­ein, den er in sei­ner Amts­zeit aus dem Ama­teur­be­reich wie­der zu­rück in die Li­gue 2 ge­bracht hat. Und dort hat der star­ke Neu­ling Ra­c­ing Straß­burg noch im­mer gu­te Chan­cen, den Auf­stieg in die Li­gue 1, die ers­te fran­zö­si­sche Li­ga, zu schaf­fen. In­zwi­schen peilt der 49Jäh­ri­ge so­gar schon die nächs­te Stu­fe sei­ner noch jun­gen Funk­tio­närs­lauf­bahn an. Ges­tern wur­de in Pa­ris der neue Vor­stand des fran­zö­si­schen Fuß­ball­ver­ban­des FFF ge­wählt (Er­geb­nis lag bei Re­dak­ti­ons­schluss nicht vor). Ei­ner der vier Kan­di­da­ten für das Prä­si­den­ten­amt war der bre­to­ni­sche Amts­in­ha­ber No­ël­le Le Graët, der seit 2011 an der Spit­ze des Ver­ban­des steht. In sei­nem zwölf­köp­fi­gen Team an Po­si­ti­on neun mit an Bord: Marc Kel­ler. Vor zwei Mo­na­ten ha­be Le Graët ihn ge­fragt, ob er mit­ma­chen wol­le, sagt Kel­ler. Die Ent­schei­dung fiel ihm of­fen­bar leicht: „No­ël­le Le Graët hat ei­ne Top­bi­lanz als Prä­si­dent, spe­zi­ell was die Er­neue­rung des Ver­ban­des be­trifft.“In der Tat hat der Un­ter­neh­mer aus Guing­amp es ge­schafft, nach dem WM-De­sas­ter 2010 neue Ak­zen­te zu set­zen. Die sport­li­che in­dis­ku­ta­ble Leis­tung in Süd­afri­ka und die pein­li­che Au­ßen­dar­stel­lung be­weg­ten den da­ma­li­gen FFF-Boss Je­an-Pier­re Es­ca­let­tes zum Rück­tritt. Le Graët be­warb sich 2011 um des­sen Nach­fol­ge und wur­de für zu­nächst ein Jahr ge­wählt. 2012, bei der nächs­ten ord­nungs­ge­mä­ßen Vor­stands­wahl der FFF, wur­de er im Amt be­stä­tigt. Drei Ge­gen­kan­di­da­ten hat­te No­ël­le Le Graët ges­tern: Da­vid Do­na­d­ei, Jac­ques Rous­se­lot und Eric Tho­mas. Je­weils zwölf Per­so­nen stark war je­des Be­wer­ber­team, zu dem je drei Frau­en ge­hör­ten. Das Be­son­de­re am ge­plan­ten „Ka­bi­nett“des Amts­in­ha­bers: Mit Je­anMi­chel Au­las hat­te man den Be­sit­zer von Olym­pi­que Lyon in sei­nen Rei­hen, und mit Marc Kel­ler und Albert Gemm­rich gleich zwei El­säs­ser. Der aus Ha­genau stam­men­de Gemm­rich war Mit­glied der Straß­bur­ger Meis­ter­elf von 1979 und da­nach noch Pro­fi bei Gi­rond­ins Bor­deaux, OSC Lil­le und OGC Niz­za. Fünf Län­der­spie­le hat der heu­te 62Jäh­ri­ge ab­sol­viert, der in der Lis­te von Le Graët an Po­si­ti­on acht ge­führt wird. We­gen sei­ner Ver­diens­te in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ging No­ël­le Le Graët als Fa­vo­rit in die gest­ri­ge Wahl. Spe­zi­ell im Frau­en­be­reich hat er mit sei­ner Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Bri­git­te Hen­ri­ques Ak­zen­te ge­setzt. Die stand in sei­ner gest­ri­gen Team­lis­te üb­ri­gens auf Rang zwei (Vi­ze­prä­si­den­tin), als neue Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin hat­te er Lau­ra Ge­or­ges no­mi­niert. Die Auf­ga­ben der bei­den El­säs­ser wa­ren eben­falls prä­zi­siert: Gemm­rich wür­de sich im Fall ei­ner er­folg­rei­chen Wahl ge­mein­sam mit dem Prä­si­den­ten um das Na­tio­nal­team küm­mern, Kel­lers Kom­pe­tenz wä­re in der Li­gue 2 und bei al­len weib­li­chen und männ­li­chen Nach­wuchs­teams ge­fragt. Auf­ga­ben, die ihm lie­gen, sagt Marc Kel­ler. Und ein wei­te­res Plus wirft er in die Waage: „Ich ha­be nicht nur Er­fah­run­gen im Pro­fi­be­reich. Vier mei­ner fünf Jah­re als Ra­c­ing-Prä­si­dent lie­gen in der Zeit, als wir noch bei den Ama­teu­ren spiel­ten. Ei­ne wert­vol­le Zeit, die mir si­cher nutzt, wenn un­ser Team sich durch­setzt.“

Fran­zö­si­scher Ver­band wählt neu­en Vor­stand

Der nächs­te Schritt auf der Kar­rie­re­lei­ter als Funk­tio­när? Marc Kel­ler ge­hört zum zwölf­köp­fi­gen Team von Amts­in­ha­ber No­ël­le Le Graët, der ges­tern wie­der als FFF-Prä­si­dent kan­di­dier­te. Fo­to: Spor­tNAH

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