KSC heu­te un­ter Druck

Im Ab­stiegs­kampf mas­siv un­ter Druck

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Erste Seite - Ha­rald Lin­der

Der FC St. Pau­li holt ge­gen Han­no­ver 96 ei­nen Punkt (0:0). 1860 Mün­chen be­zwingt Würz­burg (2:1). Ar­mi­nia Bielefeld lan­det ei­nen „Drei­er“ge­gen Kai­sers­lau­tern (2:0) – und be­för­dert da­mit den Karls­ru­her SC ans Ta­bel­len­en­de der Zwei­ten Fuß­ball-Bun­des­li­ga. Die KSCMit­kon­kur­renz im Kampf um den Klas­sen­er­halt hat al­so vor­ge­legt, die Mann­schaft von Trai­ner Mir­ko Slom­ka steht vor der heu­ti­gen He­im­par­tie ge­gen Fortu­na Düs­sel­dorf (13.30 Uhr) mit dem Rü­cken zur Wand. Klar ist, ein KSC-Sieg muss her. Da­zu soll auch Den­nis Kem­pe bei­tra­gen. Slom­ka wünscht sich, dass der 30-Jäh­ri­ge, der in Aue krank­heits­be­dingt fehl­te, auf der Au­ßen­bahn Druck macht.

Dass drei Sie­ge, vier Un­ent­schie­den und vier Nie­der­la­gen den Schluss zu­las­sen, dass der Fuß­ball-Zweit­li­gist Karls­ru­her SC „heim­stark“sei und die­se Heim­do­mi­nanz heu­te (13.30 Uhr) ge­gen Fortu­na Düs­sel­dorf aus­bau­en will, wie der Sport­club auf sei­ner Home­page ver­kün­det, er­schließt sich auf den ers­ten Blick nicht un­be­dingt. Doch KSC-Trai­ner Mir­ko Slom­ka be­zieht sich da­bei auf die drei Rück­run­den­par­ti­en im Wild­park un­ter sei­ner Re­gie – und von de­nen konn­te der KSC im­mer­hin zwei gewinnen. Dass heu­te der drit­te Sieg auf ei­ge­nem Platz un­ter Slom­ka fol­gen soll – nein, ei­gent­lich fol­gen muss – er­gibt sich aus den Er­geb­nis­sen der Mit­kon­kur­renz im Ab­stiegs­kampf: Da ha­ben Bielefeld (2:0 ge­gen Kai­sers­lau­tern) und 1860 Mün­chen (2:1 ge­gen Würz­burg) be­reits am Frei­tag­abend vor­ge­legt. Die Ar­mi­nia be­för­der­te da­mit zu­gleich die Slom­ka-Trup­pe auf den letz­ten Ta­bel­len­platz. Ges­tern trotz­te dann auch noch der FC St. Pau­li den 96ern aus Han­no­ver (0:0) ei­nen Zäh­ler ab. Will der KSC nicht als Schluss­licht wäh­rend der an­ste­hen­den Län­der­spiel­pau­se das Klas­se­ment zie­ren, müs­sen die Blau-Wei­ßen heu­te ge­gen die Fortu­na, in de­ren Rei­hen mit Rou­wen Hen­nigs und Ke­vin Ak­po­gu­ma auch zwei ehe­ma­li­ge KSC-Spie­ler ste­hen, un­be­dingt punk­ten. Da­bei kann Mir­ko Slom­ka – wie schon in Aue – wie­der nicht sei­ne Wun­sch­elf auf­bie­ten. Rechts­ver­tei­diWor­te ger Matthias Ba­der zog sich im Training un­ter der Wo­che ei­ne Ober­schen­kel­zer­rung zu und fällt ge­gen Düs­sel­dorf aus. Da­ge­gen steht Den­nis Kem­pe, der in Aue we­gen ei­nes Ma­gen-Darm-In­fekts fehl­te, wie­der zur Ver­fü­gung. Er soll mit sei­ner Dy­na­mik auf der Au­ßen­bahn Druck ma­chen und von dort „für Ge­fahr beim Geg­ner sor­gen“, wünscht sich Slom­ka von dem 30-Jäh­ri­gen, der heu­te Abend bei „Sport im Drit­ten“(22.05 Uhr) ei­ner der Stu­dio­gäs­te ist. Die­se „Ge­fahr für den Geg­ner“ließ Slom­kas Mann­schaft bei der 0:1-Nie­der­la­ge in Aue fast gänz­lich ver­mis­sen. Der KSC-Chef­coach mach­te dies vor al­lem dar­an fest, „dass wir zu sehr um den Straf­raum her­um­ge­spielt ha­ben und den Ball nicht in die Box brach­ten, wo er dann auch ver­wer­tet wer­den kann“. So war denn auch der Trai­nings­schwer­punkt in die­ser Wo­che, „dar­an zu ar­bei­ten, den rich­ti­gen Weg Rich­tung Tor zu fin­den“, wie Slom­ka sagt. Die­sen Weg dann aber nicht nur in Rich­tung, son­dern vor al­lem ins geg­ne­ri­sche Tor zu fin­den, wird ent­schei­dend sein, um die­se Be­geg­nung zu gewinnen. Ob dies dem KSC ge­gen die Fortu­na aus Düs­sel­dorf, die mit 30 Punk­ten re­la­tiv si­cher im Mit­tel­feld steht, mög­li­cher­wei­se leich­ter fällt, als ge­gen die di­rek­ten Kon­kur­ren­ten um den Klas­sen­ver­bleib, das bleibt ab­zu­war­ten. Mir­ko Slom­ka hält al­le Spie­le in die­ser Zwei­ten Li­ga für „sehr eng“, fügt aber op­ti­mis­tisch hin­zu, dass „ man sie al­le gewinnen kann“. Dass man sie aber auch ver­lie­ren kann, sagt der Coach wohl­weis­lich nicht. Er hofft, die Lei­dens­fä­hig­keit der KSC-An­hän­ger, von de­nen heu­te rund 14 000 er­war­tet wer­den, nicht noch mehr stra­pa­zie­ren zu müs­sen, als dies schon der Fall ist. Für die­se

Um 13.30 Uhr ge­gen Fortu­na Düs­sel­dorf

ist das al­ler­dings nichts Neu­es. „Un­se­re Zu­schau­er wur­den zu Mär­ty­rern er­zo­gen. Was sie bei ei­ni­gen Heim­spie­len er­dul­den muss­ten, war fast un­zu­mut­bar“, klag­te der ehe­ma­li­ge KSC-Ge­schäfts­füh­rer Erich Fehl­berg einst. Das war 1964, nach der al­ler­ers­ten Bun­des­li­ga­sai­son über­haupt. Doch zum Trost für al­le KSC-An­hän­ger, de­nen die­se sehr ak­tu­ell vor­kom­men mö­gen: Am En­de der Spiel­zeit hat­te der KSC den­noch den Klas­sen­ver­bleib ge­schafft.

An­trei­ber: KSC-Trai­ner Mir­ko Slom­ka for­dert heu­te ge­gen Fortu­na Düs­sel­dorf den drit­ten Heim­sieg un­ter sei­ner Ägi­de. Den braucht der seit Frei­tag Ta­bel­len­letz­te aus dem Wild­park auch bit­ter nö­tig. Fo­to: GES/Prang

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