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Der Sonntag (Mittelbaden) - - Aktuell - Wolf­gang We­ber

Wir wis­sen lei­der nicht, wel­che Au­to­num­mer Oli­ver Kahn da­mals hat­te, als er noch in Karls­ru­he wohn­te und spiel­te. Viel­leicht war es ja die aus Nach­na­men und Rü­cken­num­mer zu­sam­men­ge­setz­te Kom­bi­na­ti­on KA-HN 1. Viel­leicht hat­te er aber auch ei­ne we­ni­ger per­so­na­li­sier­te Va­ri­an­te mit den Buch­sta­ben KA-SC ge­wählt. Der viel zi­tier­te glä­ser­ne Bür­ger ver­rät heut­zu­ta­ge nicht nur im In­ter­net sehr viel über sich selbst, son­dern auch auf sei­nem Kfz-Kenn­zei­chen. Das be­ginnt bei den Ge­burts­jah­ren (ein al­ter Benz Die­sel hat bei­spiels­wei­se eher die Zahl 1945, der klei­ne Fi­at 500 mit der jun­gen Da­me am Steu­er ger­ne mal die 1998). Auch Ge­burts­ta­ge, Hoch­zeits­ta­ge oder der Lieb­lings­ver­ein las­sen sich mit et­was Phan­ta­sie her­aus­fin­den. Ein Wunsch­kenn­zei­chen kos­tet in Deutsch­land ein­heit­lich 10,20 Eu­ro, ei­ne Re­ser­vie­rung 2,60 Eu­ro. Er­staun­li­cher­wei­se ka­men die Kom­mu­nen noch nicht auf die Idee, be­gehr­te Au­to­num­mern für viel Geld zu ver­stei­gern. In vie­len Län­dern ist das längst gang und gä­be. In Chi­na bei­spiels­wei­se zahl­te ein Bie­ter um­ge­rech­net 200 000 Eu­ro für ein Num­mern­schild mit der Zah­len­fol­ge 8888. Doch nicht nur im Fer­nen Os­ten, son­dern auch in der Schweiz wer­den wah­re Un­sum­men für be­lieb­te Au­to­num­mern be­zahlt. Die Schwei­zer Kan­to­ne ha­ben er­kannt, dass Au­to­fans viel Geld für be­son­de­re Num­mern­schil­der aus­ge­ben. Mit den Ein­nah­men aus den Auk­tio­nen ver­bes­sern sie die ei­ge­ne Haus­halts­kas­se. Wer sich ei­nen Sport­wa­gen für ei­ne Mil­li­on leis­ten kann, der braucht na­tür­lich auch ein ad­äqua­tes Kenn­zei­chen. Und so zahl­te vor we­ni­gen Ta­gen ein Bie­ter aus dem Kan­ton Wal­lis ex­akt 160 100 Schwei­zer Fran­ken (um­ge­rech­net 159 000 Eu­ro) für das Num­mern­schild „VS-1“. Den ab­so­lu­ten Vo­gel schoss je­doch ein Mann ab, der den glei­chen Nach­na­men trägt wie un­ser ehe­ma­li­ger Lieb­lings­tor­wart, aber höchst­wahr­schein­lich nicht mit ihm ver­wandt ist. Der Bri­te Af­zal Kahn hat vor drei Jah­ren sein Kenn­zei­chen mit der Auf­schrift „F-1“für 12,4 Mil­lio­nen (!) Eu­ro ver­kauft. Da­ge­gen wa­ren die 300 000 Eu­ro, die der rus­si­sche Mil­li­ar­där Ro­man Abra­mo­witsch für sein Au­to-Blech­schild aus­gab, ja di­rekt ein Schnäpp­chen. Be­kom­men hat er da­für üb­ri­gens das pres­ti­ge­träch­ti­ge Kenn­zei­chen „VIP 1“.

Mil­lio­nen für ein Blech­schild

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