„Ich lie­be dich, Eu­ro­pa“

Zehn­tau­sen­de fei­ern auf den Stra­ßen den EU-Ge­burts­tag

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - AFP/avs

Zehn­tau­sen­de Men­schen ha­ben in ganz Eu­ro­pa für die eu­ro­päi­sche Idee de­mons­triert. An­läss­lich des EU-Son­der­gip­fels in Rom zum 60. Ju­bi­lä­um der Rö­mi­schen Ver­trä­ge ka­men nicht nur in der ita­lie­ni­schen Haupt­stadt son­dern auch in Deutsch­land und Po­len Men­schen mit EU-Flag­gen zu­sam­men. Auf Trans­pa­ren­ten stan­den Slo­gans wie „Gren­zen sind so 20. Jahr­hun­dert“, „Hap­py Bir­th­day EU!“, „Je su­is L’Eu­ro­pe“(„Ich bin Eu­ro­pa“) oder „Ich lie­be dich, Eu­ro­pa“. In Groß­bri­tan­ni­en ha­ben den Or­ga­ni­sa­to­ren zu­fol­ge ges­tern 80 000 Men­schen ge­gen ei­nen Aus­tritt ih­res Lan­des aus der EU de­mons­triert. Am Haupt­schau­platz in Rom gab es al­ler­dings auch Ge­gen­de­mos. Die Po­li­zei war im Groß­ein­satz. Mit ei­nem Ap­pell zur Ein­heit ha­ben 27 EUMit­glieds­län­der die Grün­dung des Staa­ten­bunds ge­fei­ert und ei­nen Fahr­plan für die Zu­kunft er­stellt. Sechs Jahr­zehn­te nach der Un­ter­zeich­nung der Rö­mi­schen Ver­trä­ge ver­ab­schie­de­te der Ju­bi­lä­ums­gip­fel er­neut ei­ne Er­klä­rung von Rom. „Eu­ro­pa ist un­se­re ge­mein­sa­me Zu­kunft“, heißt es in dem Text, der erst­mals auch ein Eu­ro­pa der ver­schie­de­nen Ge­schwin­dig­kei­ten fest­schreibt. Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel sag­te: „Wir wol­len ein si­che­res Eu­ro­pa, ein be­schüt­zen­des Eu­ro­pa, wir müs­sen un­se­re Au­ßen­gren­zen bes­ser schüt­zen. Wir wol­len ein wirt­schaft­lich star­kes Eu­ro­pa“. Deutsch­land, Frank­reich, Ita­li­en und die Be­ne­lux-Staa­ten hat­ten 1967 die Rö­mi­schen Ver­trä­ge un­ter­zeich­net, die spä­ter in die EU mün­de­ten. Heu­te sieht sich der Staa„ver­eint ten­bund mit enor­men Her­aus­for­de­run­gen kon­fron­tiert. „Ge­mein­sam sind wir ent­schlos­sen, die Her­aus­for­de­run­gen ei­ner sich rasch wan­deln­den Welt an­zu­ge­hen“, ver­ein­bar­ten die Staats- und Re­gie­rungs­chefs in ih­rer Ab­schluss­er­klä­rung. EU-Rats­prä­si­dent Tusk rief die EU-Län­der da­zu auf, ei­ne Füh­rungs­rol­le zu über­neh­men: „Be­weist heu­te, dass Ihr die An­füh­rer Eu­ro­pas seid“. Eu­ro­pa als ei­ne po­li­ti­sche Ein­heit wer­de es ent­we­der oder gar nicht“ge­ben. EU-Kom­mis­si­ons­chef Je­an-Clau­de Juncker zog an­ge­sichts der Her­aus­for­de­run­gen ei­nen Ver­gleich zur Zeit nach den bei­den Welt­krie­gen, als Eu­ro­pa neu auf­ge­baut wer­den muss­te. Der Ju­bi­lä­ums­gip­fel zog al­ler­dings auch De­mons­tran­ten an, von de­nen vie­le in Rom ein so­zia­le­res Eu­ro­pa for­der­ten. Mehr als 10 000 Men­schen de­mons­trier­ten in der ita­lie­ni­schen Haupt­stadt für ein Eu­ro­pa oh­ne Mau­ern, Spar­zwän­ge und Ras­sis­mus.

Fo­to: AFP

„March für Eu­ro­pe“: Wie hier in Brüs­sel ha­ben in vie­len Städ­ten Men­schen für die eu­ro­päi­sche Idee de­mons­triert. In Rom be­kann­ten sich die ver­blei­ben­den EU-Län­der zu ei­ner ge­mein­sa­men Zu­kunft.

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