Ein Sound mit Tra­di­ti­on

Do­mi­ni­que Ra­bold und sei­ne Un­ter­hal­tungs­mu­sik

Der Sonntag (Mittelbaden) - - ERSTE SEITE - Fo­to: Ado­be Stock / Af­ri­ca Stu­dio / Montage: SO

Der Wald­bron­ner Kom­po­nist für Blas­or­ches­ter und Big-Bands hat früh im Orches­ter sei­nes Va­ters Fred mit­ge­wirkt und setzt des­sen Ar­beit fort.

Wenn ich un­ter­wegs bin oder zu­hau­se, ist die Luft um mich her­um im­mer vol­ler Ener­gie“, sagt Do­mi­ni­que Ra­bold. Ir­gend­wo rund um sei­nen Kopf krei­sen wohl Wol­ken, die ge­füllt sind von Tö­nen, die sich wie­der­um zu neu­en Me­lo­die­fet­zen ver­bin­den. „So­fern ich dann im Au­to sit­ze, hal­te ich so bald als mög­lich an und no­tie­re auf dem Park­platz die ers­ten No­ten“, er­zählt der 62-Jäh­ri­ge. Im Wald­bron­ner Wohn­zim­mer setzt er sich dann ans Kla­vier, ver­fei­nert in Hand­ar­beit die Ge­dan­ken-Ach­tel zu Me­lo­die­bö­gen, pro­biert ei­nen sta­bi­len Un­ter­bau durch Ak­kor­de und als Er­geb­nis kön­nen sich Blas­mu­sik­freun­de an ei­nem Pol­ka-Beat na­mens „Flott an­ge­fan­gen“er­freu­en. Oder an ei­nem So­lo­stück, in dem die Tu­ba den „Bär am Wild­see“beim Her­um­tap­pen imi­tiert. Der Bu­sen­ba­cher Do­mi­ni­que Ra­bold ist ein un­ge­heu­er pro­duk­ti­ver Kom­po­nist. Für Big­Band-Swing wie für ni­veau­vol­le Blas­mu­sik mit Be­zug auf Tra­di­ti­on. Ge­ra­de hat er mit sei­nen „Ori­gi­nal Alb­tä­ler Volks­mu­si­kan­ten“die CD „Fröh­lich durchs Land“her­aus­ge­bracht. „Schät­zungs­wei­se die 80. Schei­be, an der ich be­tei­ligt bin.“So genau weiß es der Bu­sen­ba­cher nicht mehr. Schließ­lich hat er die be­lieb­ten Un­ter­hal­tungs-Sounds als Kin­der­nah­rung ver­ab­reicht be­kom­men. „Mit 13 Jah­ren spiel­te ich im Orches­ter mei­nes Va­ters Fred Ra­bold mit, war Kla­ri­net­tist.“Bei solch ge­ball­ter mu­si­ka­li­scher und fa­mi­liä­rer Kom­pe­tenz konn­te ein Mu­sik­stu­di­um ent­fal­len. Un­ter­richt gab’s den­noch und Er­mun­te­rung von Grö­ßen, die der be­rühm­te Va­ter traf. „Es ist schon toll, wenn ei­ner wie Du­ke El­ling­ton ei­nem ein­mal über den Kopf ge­strei­chelt hat und sagt, ,du wirst dei­nen Weg ma­chen‘.“Do­mi­ni­que Ra­bolds Mut­ter war Fran­zö­sin, da­her der Vor­na­me des 1954 ge­bo­re­nen Soh­nes. Kla­ri­net­te, Sa­xo­fon, Flö­te und Ak­kor­de­on sind sei­ne In­stru­men­te. Schon zu­sam­men mit dem 1994 ver­stor­be­nen Va­ter schrieb er un­zäh­li­ge Kom­po­si­tio­nen oder Ar­ran­ge­ments. Die Jah­re vor und nach 1970 wa­ren ei­ne star­ke Zeit für Volks­mu­sik und Schlager. Mit Stars wie Franzl Lang, Ma­ria und Mar­got Hell­wig oder Gün­ter We­wel wa­ren die Ra­bold-Orches­ter un­ter­wegs so­wie im TV prä­sent. Es folg­te ei­ne Big-Band-Zeit. Und in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren hat die Me­lo­di­en­ma­schi­ne Do­mi­ni­que Ra­bold von Wald­bronn al­le Gen­res wei­ter be­ackert. Be­ein­dru­ckend wie er aus schar­fen Trom­pe­ten, swin­gen­den Sa­xo­fo­nen und prä­sen­ten Po­sau­nen und je­der Men­ge So­li ei­nen zeit­lo­sen Stil schafft. Er ist dem treu ge­blie­ben, was er so gut kann: Aus der Lie­be zu „sei­ner“Mu­sik mit stil­ler Kraft das au­then­tisch Po­pu­lä­re pfle­gen. Auch wenn der Zeit­geist viel Ge­gen­wind bringt. Wer zahlt noch die gro­ßen Orches­ter in der Zeit von DJs? Qua­li­tät ist zu teu­er ge­wor­den und die Rund­funk­sta­tio­nen ver­ban­nen Viel­falt mit Ei­fer in im­mer klei­ne­re Ni­schen. Rea­list Ra­bold klagt kei­nes­wegs über die schwie­ri­gen Be­din­gun­ge­nin sei­ner Bran­che. Im­mer­hin hat er Ex­port­er­fol­ge. „In der Schweiz, im El­sass, in Aus­tra­li­en und den USA oder Ka­na­da wer­den mei­ne Plat­ten ver­kauft“, weiß der Wald­bron­ner Dau­er­bren­ner. Auf 1 000 Kom­po­si­tio­nen, vie­le al­l­eim von ihm, an­de­re un­ter sei­ner Mit­wir­kung, blickt er zu­rück. Beim Wan­dern mit Part­ne­rin So­nia schal­tet er am bes­ten ab und taucht ein in die Na­tur und de­ren Tö­ne. Kei­ne Fra­ge, dass auch dann die Luft vol­ler mu­si­ka­li­scher Ener­gie ist.

Sei­ne In­stru­men­te sind So­pran-Sa­xo­fon, Kla­ri­net­te, Flö­te und Kla­vier. Mit ih­nen hat Do­mi­ni­que Ra­bold ein Mu­sik­le­ben ver­bracht. Mit 13 spiel­te er in der Band sei­nes be­rühm­ten Va­ters Fred Ra­bold. Spä­ter wur­de auch er Kom­po­nist und Ar­ran­geur. Ge­ra­de er­schien sei­ne neu­es­te Plat­te mit Blas­mu­sik. Fo­to: Fa­b­ry

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