„Nicht mau­len – ma­chen“

Schäu­b­le führt CDU im Süd­wes­ten zum ach­ten Mal in den Wahl­kampf

Der Sonntag (Mittelbaden) - - AKTUELL - Avs

Sechs Mo­na­te vor der Bun­des­tags­wahl hat CDU-Lan­des­chef Thomas Strobl an die Ge­schlos­sen­heit sei­ner Par­tei ap­pel­liert. „Das Ge­mein­sa­me steht über dem Tren­nen­den – ge­schlos­sen und ent­schlos­sen schaf­fen wir das“, sag­te er ges­tern beim CDULan­des­par­tei­tag in Sin­del­fin­gen. Er füg­te hin­zu: „Nicht mau­len – ma­chen.“Da­mit re­agier­te er in­di­rekt auf ein Tref­fen der Kon­ser­va­ti­ven aus CDU und CSU, die sich ges­tern in Schwetzingen aus Pro­test ge­gen die Flücht­lings­po­li­tik von Kanz­le­rin und CDU-Che­fin An­ge­la Mer­kel zu­sam­men­ge­schlos­sen ha­ben. Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le wur­de von den mehr als 250 De­le­gier­ten mit 95,8 Pro­zent – dem bes­ten Er­geb­nis al­le No­mi­nier­ten – an die Spit­ze der Lan­des­lis­te für den Bun­des­tag ge­wählt. Vor vier Jah­ren hat­te Schäu­b­le (Of­fen­burg) beim Lan­des­par­tei­tag in Fell­bach als Spit­zen­kan­di­dat 97,1 Pro­zent der Stim­men er­hal­ten. Der 74-Jäh­ri­ge ist zum ach­ten Mal Zug­pferd der Süd­west-CDU im Bun­des­tags­wahl­kampf. Auf Platz zwei ran­giert die Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tä­rin im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um, Annette Wid­mann-Mauz mit 81,5 Pro­zent der Stim­men. Uni­ons­frak­ti­ons­chef Vol­ker Kau­der kam mit 89,6 Pro­zent auf Platz drei. Bes­ser als al­le sei­ne Vor­gän­ger schnitt der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Manuel Ha­gel bei der Wahl zum Ge­ne­ral­se­kre­tär ab: 81,3 Pro­zent der Stimm­be­rech­tig­ten be­stä­tig­ten den 28-Jäh­ri­gen in die­ser Funk­ti­on. Mit ei­ner Grund­satz­re­de über kon­ser­va­ti­ve Wer­te hat­te er die Par­tei­mit­glie­der für sich ge­won­nen. Strobl er­in­ner­te an die Un­ter­zeich­nung der Rö­mi­schen Ver­trä­ge vor 60 Jah­ren, die das Fun­da­ment für die heu­ti­ge Eu­ro­päi­sche Uni­on bil­den. Da­mals ha­be Bun­des­kanz­ler Kon­rad Ade­nau­er un­ter­zeich­net. „Kei­ne Par­tei ist mit die­sem Eu­ro­pa so ver­bun­den wie die Christ­lich De­mo­kra­ti­sche Uni­on“, sag­te Strobl und füg­te hin­zu: „Wir sind die Er­ben Ade­nau­ers“und spiel­te da­mit auf ein Netz­werk Mer­kel-kri­ti­scher ehe­ma­li­ger Sti­pen­dia­ten der CDU-na­hen Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung na­mens „Kon­rads Er­ben“an. CDU-Land­tags­frak­ti­ons­chef Wolf­gang Rein­hart schrieb in Schwetzingen ta­gen­den Par­tei­freun­den ins Stamm­buch, Dis­kus­sio­nen ge­hör­ten in die Par­tei­gre­mi­en, nicht in se­pa­ra­te Zir­kel. „Der geis­ti­ge Dis­kurs muss für al­le statt­fin­den“, be­ton­te er. Es ge­be ge­nug Dis­kus­si­ons-Gre­mi­en et­wa Kreis­mit­glie­der­ver­samm­lun­gen oder Par­tei­ta­ge. Die par­tei­in­ter­nen Kri­ti­ker ha­ben ges­tern den Ver­band na­mens Frei­heit­lich-kon­ser­va­ti­ver Auf­bruch in der Uni­on (FKA) ge­grün­det. Sie kri­ti­sie­ren Mer­kels Flücht­lings­po­li­tik und ar­bei­ten in der Par­tei auf ei­nen Kurs­wech­sel hin.

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