Die Angst im Wild­park wächst

Ab­stieg hät­te gra­vie­ren­de Fol­gen für den KSC

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT - Harald Lin­der

Wenn man neun Spiel­ta­ge vor Sai­son­schluss Ta­bel­len­letz­ter in der Zwei­ten Li­ga ist, muss man sich zwangs­läu­fig mit dem The­ma Ab­stieg be­schäf­ti­gen, auch wenn Sport­di­rek­tor Oli­ver Kreu­zer nach wie vor zu „hun­dert Pro­zent“da­von über­zeugt ist, dass der KSC die Klas­se hal­ten wird. Un­ge­ach­tet des­sen, dass dies bei zwei Punk­ten Rück­stand auf den Re­le­ga­ti­ons­platz und nur vier auf ei­nen Nicht­ab­stiegs­platz kein hoff­nungs­lo­ses Un­ter­fan­gen ist, lau­fen im Wild­park die Pla­nun­gen für die Drit­te Li­ga, für die man Mit­te März eben­so die Li­zenz be­an­tragt hat, wie für die Zwei­te Bun­des­li­ga.

Mas­si­ve Ein­schnit­te wä­ren die Kon­se­quenz

Die Spiel­be­rech­ti­gung für die Drit­te Li­ga zu er­hal­ten, wür­de al­ler­dings zu ei­nem fi­nan­zi­el­len Draht­seil­akt, der mas­si­ve Ein­schnit­te zur Fol­ge hät­te. Dem Karls­ru­her SC wür­den nicht nur fast zehn Mil­lio­nen Eu­ro an TV-Gel­dern ver­lo­ren ge­hen. Auch ei­ne Rei­he von Spie­lern könn­ten den KSC trotz be­ste­hen­der Ver­trä­ge ab­lö­se­frei ver­las­sen. Dar­un­ter Pro­fis wie Franck Kom (Ver­trag bis 2020), der für 600 000 Eu­ro ver­pflich­tet wur­de, oder Di­mi­tris Dia­man­ta­kos, des­sen Ver­pflich­tung bis 2019 dem KSC sei­ner­zeit in­klu­si­ve Leih­ge­bühr 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro wert war. Bei ei­nem Ab­stieg müss­te der KSC mit ei­nem Etat pla­nen, der et­wa sechs bis sie­ben Mil­lio­nen Eu­ro nied­ri­ger ist als der ak­tu­el­le. Ein Mi­nus, das nur durch Bürg­schaf­ten ge­deckt wer­den könn­te. Dies aber wür­de das in den letz­ten Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich ver­bes­ser­te „ne­ga­ti­ve Kon­zern­ka­pi­tal“von rund zwei Mil­lio­nen Eu­ro wie­der er­heb­lich an­stei­gen las­sen. Au­ßer­dem könn­te der für die lau­fen­de Sai­son pro­gnos­ti­zier­te Plan­ver­lust, der mit 111 000 Eu­ro im Ge­schäfts­be­richt aus­ge­wie­sen ist, wohl deut­lich hö­her aus­fal­len. Auch des­halb, weil die im Ge­schäfts­be­richt auf­ge­führ­ten 1,7 Mil­lio­nen Eu­ro Trans­fer­ein­nah­men erst noch er­zielt wer­den müs­sen. Dies aber wä­re nur mög­lich, wenn der KSC jun­ge Spie­ler, die län­ger­fris­ti­ge Ver­trä­ge ha­ben, ver­kauft. Un­ter sol­chen Vor­zei­chen wur­de das Tref­fen des KSC-Prä­si­di­ums am ver­gan­ge­nen Sonn­tag­abend nach der 0:3 (0:2)-Heim­nie­der­la­ge ge­gen Fortu­na Düs­sel­dorf zu ei­ner Kri­sen­sit­zung, in der es nicht nur um den dro­hen­den Ab­stieg ging. Nach In­for­ma­tio­nen des SONN­TAG wur­de auch dar­über dis­ku­tiert, ob die Ver­pflich­tung von Mir­ko Slom­ka, des­sen Bi­lanz nach acht Rück­run­den­spiel­ta­gen noch schlech­ter aus­fällt als die sei­nes Vor­gän­gers To­mas Oral, tat­säch­lich die rich­ti­ge Ent­schei­dung war. Des­sen Ab­lö­sung sei aber „kein The­ma ge­we­sen“, mein­te Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther auf ei­ne ent­spre­chen­de Fra­ge. Auch Sport­di­rek­tor Oli­ver Kreu­zer un­ter­stützt den Trai­ner und nimmt die Spie­ler in die Pflicht, von de­nen ei­ni­ge of­fen­bar nicht die rich­ti­ge Be­rufs­auf­fas­sung hät­ten, wie Kreu­zer kri­ti­sier­te. Auf die Pal­me brach­ten Kreu­zer „Dis­co­be­su­che vor wich­ti­gen Spie­len, un­ent­schul­dig­tes Feh­len beim Trai­ning und an­de­re Dis­zi­plin­lo­sig­kei­ten“. Da­bei be­kam na­ment­lich Mar­vin Meh­lem sein Fett ab. Beim 1:1 im Test­spiel in Mainz durf­te der U-20-Na­tio­nal­spie­ler den­noch mit­spie­len. Ob er auch am Frei­tag, 31. März (18.30 Uhr), ge­gen den 1. FC Nürnberg im Ka­der steht, ist of­fen.

Die Zwei­fel sind groß: Mir­ko Slom­kas bis­he­ri­ge Bi­lanz beim Karls­ru­her SC ist er­nüch­ternd. Ei­ne Ab­lö­sung des Trai­ners sei aber kein The­ma, er­klär­te Club-Prä­si­dent In­go Wel­len­reu­ther. Fo­to: GES/Prang

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