„70 Pro­zent rei­chen nicht“

Heu­te, 18 Uhr, RTL: Bier­hoff warnt DFB-Elf vor Aser­bai­dschan

Der Sonntag (Mittelbaden) - - SPORT -

Beim gest­ri­gen Spa­zier­gang lern­ten die Welt­meis­ter die „Stadt der Win­de“mit Frem­den­füh­rer Tu­ral von de­ren stür­mi­scher Sei­te ken­nen, heu­te wol­len sie selbst in Ba­ku ei­nen An­griffs­wir­bel ent­fa­chen. „Das Ziel ist klar be­spro­chen: Wir wol­len die Qua­li­fi­ka­ti­on zu­nächst bis zum Som­mer oh­ne Punkt­ver­lust durch­zie­hen. Wir ge­hen ins Spiel mit der Vor­ga­be, drei Punk­te zu er­zie­len“, sag­te Bun­des­trai­ner Joa­chim Löw vor dem WM-Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel ge­gen Aser­bai­dschan im al­ten To­fik-Bach­ra­mow-Sta­di­on. Dort war­ten heu­te (18 Uhr MESZ/RTL) zwar nur rund 30 000 Aze­ris, weil das 2015 fer­tig­ge­stell­te Na­tio­nal­sta­di­on mit ei­nem Fas­sungs­ver­mö­gen von über 60 000 Zu­schau­ern für die „Is­lam­spie­le“her­ge­rich­tet wird. Den­noch er­war­tet Löw ei­ne „hei­ße At­mo­sphä­re“und nach lan­gem Flug so­wie Zeit­un­ter­schied von am Spiel­tag zwei St­un­den „wid­ri­ge Um­stän­de“. Aber, be­ton­te der äu­ßert kon­zen­triert wir­ken­de Chef: „Das soll kei­ne Aus­re­de sein. Wenn wir mit der nö­ti­gen Kon­zen­tra­ti­on ins Spiel ge­hen, wer­den wir ge­win­nen.“Wie 2009 (2:0) und 2011 (3:1). Die Aze­ris, Num­mer 89 der Welt­rang­lis­te, hät­ten in­zwi­schen aber „ei­ne ganz an­de­re Mann­schaft“, sag­te Löw. „Auf die Mann­schaft trifft das Gleich zu wie auf das Land: Wenn man hier an­kommt, sieht man un­glaub­li­ches Wachs­tum und ei­ne Ent­wick­lung im Ver­gleich zu da­mals.“Ein­drucks­voll vor­ge­führt be­kam die Mann­schaft das bei ih­rer An­kunft am spä­ten Frei­tag­abend, als das lu­xu­riö­se Te­am­ho­tel am Kas­pi­schen Meer in den Na­tio­nal­far­ben Aser­bai­dschans er­leuch­tet war. Löw grü­bel­te dort bis zu­letzt über sei­ner Auf­stel­lung. Hin­ter dem Ein­satz von Me­sut Özil (Rü­cken­be­schwer­den) ste­he ein „Fra­ge­zei­chen“, sag­te er, ein Test beim Ab­schluss­trai­ning soll­te nach zwei Ta­gen Pf le­ge Ge­wiss­heit brin­gen. Soll­te der Welt­meis­ter aus­fal­len, dürf­te To­ni Kroos nach vor­ne und Em­re Can in die Start­for­ma­ti­on rü­cken. Ob Tor­hü­ter Marc-And­re ter Ste­gen in Ab­we­sen­heit von Ka­pi­tän Manuel Neu­er, des­sen Spiel­füh­rer­bin­de Sa­mi Khe­di­ra tra­gen wird, ei­ne neue Chan­ce be­kommt, woll­te Löw nicht ver­ra­ten. Wohl aber, dass er im Ab­wehr­zen­trum ne­ben Mats Hum­mels den Schal­ker Benedikt Hö­we­des ran lässt. Wie Khe­di­ra sind Ju­li­an Drax­ler und Ma­rio Go­mez wie­der fit, zu­min­dest den Ein­satz von Go­mez be­stä­tig­te Löw. „Wir brau­chen ihn als Bin­der für die Ab­wehr­spie­ler im Sech­zeh­ner“, sag­te er. Die vier­te of­fen­si­ve Plan­stel­le geht an Thomas Mül­ler. Das Mot­to der Rei­se stand üb­ri­gens schon auf dem Flug­zeug. „Sie­gen“hieß die Ma­schi­ne, mit der die Na­tio­nal­mann­schaft den vier­ein­halb­stün­di­gen Flug nach Vor­der­asi­en an­ge­tre­ten hat­te. Dort, be­ton­te Ma­na­ger Oli­ver Bier­hoff, wer­den „70 Pro­zent nicht rei­chen“für den fünf­ten Sieg im fünf­ten Grup­pen­spiel und die ach­te Be­geg­nung in Se­rie oh­ne Ge­gen­tor. „Wir stel­len uns auf ein kom­pli­zier­tes Spiel ein, in dem wir von An­fang an 100-pro­zen­tig da sein müs­sen“, sag­te Khe­di­ra, der wie Özil und Go­mez be­reits im Jahr 2009 da­bei war. Aser­bai­dschan, das al­le vier Du­el­le mit der DFB-Elf ver­lor (Tor­ver­hält­nis 2:15), fie­bert der­weil sei­nem „Spiel des Jah­res“ent­ge­gen, wie Na­tio­nal­trai­ner Ro­bert Pro­sine­cki ver­si­cher­te. „Hier wol­len al­le den Welt­meis­ter se­hen“, sag­te der Nach­fol­ger von Ber­ti Vogts, und falls die Aze­ris nicht ver­lie­ren soll­ten, wer­de das selbst­er­nann­te „Land des Feu­ers“si­cher „ex­plo­die­ren“. Aber: „Nor­ma­ler­wei­se kommt Deutsch­land und löst die Auf­ga­be ganz pro­fes­sio­nell.“

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