Er gibt sich wie­der die Eh­re

Graf Yos­ter kehrt 50 Jah­re nach dem ers­ten „Fall“auf die Bild­schir­me zu­rück

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Tipps & Themen - Avs

Ein hal­bes Jahr­hun­dert nach sei­nem ers­ten Kri­mi­nal­fall gibt sich der ade­li­ge De­tek­tiv im Fern­se­hen noch ein­mal die Eh­re. Lu­kas Am­mann kehrt auf den Bild­schirm in der Rol­le zu­rück, die zu sei­nem Mar­ken­zei­chen wur­de. Die Se­rie „Graf Yos­ter gibt sich die Eh­re“mit Am­mann in der Ti­tel­rol­le wur­de vor 50 Jah­ren erst­mals aus­ge­strahlt. Sie er­reich­te Kult­sta­tus. Der Baye­ri­sche Rund­funk (BR) hol­te sie nun aus dem Ar­chiv. Seit ges­tern wer­den im BR Fern­se­hen die ers­ten 36 Fol­gen der be­kann­ten ARD-Se­rie ge­zeigt. Die Bay­ern wür­di­gen da­mit den ge­bür­ti­gen Schwei­zer, der heu­te 104 Jah­re alt ist und in Mün­chen lebt. Schon die Ein­stiegs­sze­ne ruft Er­in­ne­run­gen her­vor: Chauf­feur Jo­hann fährt im schwar­zen Rolls-Roy­ce vor das Schloss und holt Graf Yos­ter ab. Die­ser löst, ele­gant ge­klei­det, vor­nehm und mit aus­ge­zeich­ne­ten Ma­nie­ren kniff­li­ge Kri­mi­nal­fäl­le im In- und Aus­land. Ge­zeigt wer­den die Epi­so­den im BR Fern­se­hen nach An­ga­ben des Sen­ders vor­aus­sicht­lich bis En­de Au­gust je­den Sams­tag­abend von 23.30 Uhr an. „Graf Yos­ter gibt sich die Eh­re“lief von 1967 bis 1976. Ge­dreht wur­den 76 Fol­gen – die ers­ten 24 Epi­so­den noch schwarz-weiß, dann in Far­be. „Die Se­rie war ein Stra­ßen­fe­ger“, er­in­ner­te sich Am­mann spä­ter. Sie be­geis­ter­te das Pu­bli­kum. Und war ei­ne der ers­ten Kri­mi­se­ri­en im deut­schen Fern­se­hen. Sie ver­schaff­te dem am 29. Sep­tem­ber 1912 in Ba­sel ge­bo­re­nen Schau­spie­ler gro­ße Po­pu­la­ri­tät. Am­mann spiel­te von der ers­ten bis zur letz­ten Epi­so­de den Se­ri­en-Ade­li­gen. Er bil­de­te mit Wolf­gang Völz (heu­te 86) ein ein­zig­ar­ti­ges Duo, ver­kör­per­te ei­nen aris­to­kra­ti­schen Ama­teur­de­tek­tiv und Kri­mi­au­tor. Völz war der Chauf­feur und Die­ner mit kri­mi­nel­ler Ver­gan­gen­heit. „Die Se­rie hat heu­te ei­ne gro­ße Fan­ge­mein­de“, sagt ei­ne Spre­che­rin des BR in Mün­chen: „Im Netz wur­de re­ge dis­ku­tiert, wann sie wie­der im Fern­se­hen zu se­hen sein wird.“Nun sei es so­weit. 50 Jah­re nach Erst­aus­strah­lung sei der rich­ti­ge Zeit­punkt da­für. Zu se­hen sind ne­ben Am­mann und Völz vie­le pro­mi­nen­te Ne­ben­dar­stel­ler, die spä­ter durch an­de­re Rol­len be­kannt wur­den und längst ge­stor­ben sind: Zum Bei­spiel Klaus­jür­gen Wus­sow, Hel­mut Fi­scher und Klaus Schwarz­kopf. Doch die Se­rie, die über­wie­gend in Bay­ern ge­dreht wur­de, ist nicht nur et­was für Nost­al­gi­ker. So gibt es ei­ne Aus­stat­tung, die da­mals in den 60er und 70er Jah­ren wie Sci­ence-Fic­tion wirk­te – et­wa das Au­to­te­le­fon des Gra­fen oder die im Roll­sRoy­ce ver­bau­te Mi­ni­bar. Die Se­rie war Weg­be­rei­ter vie­ler mo­der­ner Kri­mi­for­ma­te. Und präg­te den Haupt­dar­stel­ler. „Graf Yos­ter be­glei­tet mich bis heu­te“, sagt Am­mann.

Seit ges­tern sind sie wie­der zu se­hen: Graf Yos­ter (Lu­kas Am­mann, rechts) und sein Chauf­feur Jo­hann (Wolf­gang Völz). Vor 50 Jah­ren wur­de „Graf Yos­ter gibt sich die Eh­re“erst­mals aus­ge­strahlt. Fo­to: avs/SWR

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