Auf­stieg wä­re ein Aus­weg

Als Kreis­li­gist pen­delt der FV Sandwei­er oft zwi­schen den Staf­feln

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Micha­el Höl­le

Ein Wan­de­rer zwi­schen den Fuß­ball­wel­ten ist der FV Sandwei­er. Un­frei­wil­lig fin­det sich der Ba­den-Ba­de­ner Stadt­teil­club mal in der Nord­staf­fel, mal in der Süd­staf­fel der Kreis­li­ga A wie­der. Schuld dar­an ist sei­ne geo­gra­phi­sche La­ge, ge­nau in der Mit­te des Fuß­ball­be­zirks. Je nach Au­fund Ab­stiegs­si­tua­ti­on bil­det der FVS so­zu­sa­gen die Ma­nö­vrier­mas­se, um bei­de Li­gen kon­stant bei 16 Teams zu hal­ten. „Al­les Kla­gen hilft nichts. Der ein­zi­ge Aus­weg ist wohl der Auf­stieg“, sagt Sport­vor­stand Chris­ti­an Pietsch und schmun­zelt. Wo­bei die­ser Ge­dan­ke im­mer kon­kre­te­re For­men an­nimmt. Nur noch vier Punk­te tren­nen sei­ne Elf als Viert­plat­zier­ten von Rang zwei in der Nord­staf­fel und da­mit der Chan­ce auf zwei Auf­stiegs­spie­le ge­gen den Vi­ze­meis­ter der an­de­ren Kreis­li­ga. „Vi­el­leicht ha­ben wir ja noch das Glück“, hofft er. Das Kön­nen scheint je­den­falls vor­han­den zu sein. Mit sechs Sie­gen und ei­nem Re­mis ist der FV Sandwei­er das bes­te Rück­run­den­team. „Wir freu­en uns und ge­nie­ßen die der­zei­ti­ge Er­folgs­se­rie. Und hät­ten nichts da­ge­gen, wenn die­ses Ge­fühl an­hält“, so der Fuß­ball­chef. Den wei­te­ren Ver­lauf sieht er durch­aus ent­spannt: „Das wird auf je­den Fall die bes­te Sai­son seit dem Auf­stieg.“Der liegt nun drei Jah­re zu­rück und bis­her reich­te es nur zu zwei­stel­li­gen Plat­zie­run­gen im End­klas­se­ment. Vier Fak­to­ren be­nennt Pietsch als Ga­ran­ten für den Auf­schwung. „Die Mann­schaft ist un­glaub­lich ehr­gei­zig“, lau­tet ei­ner da­von. Ein wei­te­rer ist die Heim­stär­ke. Von den elf Par­ti­en zu­hau­se wur­den neun er­folg­reich be­strit­ten, nur ein Mal ju­bel­te der Geg­ner beim Ab­pfiff über drei Zäh­ler. Auf den ers­ten Blick ist die Of­fen­si­ve das Prunk­stück. Mit 61 Tref­fern die zweit­bes­te der Staf­fel. We­sent­li­chen An­teil dar­an be­sitzt der im Som­mer nach Sandwei­er ge­wech­sel­te Da­mi­an Ste­bel. Der 34-Jäh­ri­ge traf be­reits 24 Mal. „Min­des­tens eben­so wich­tig ist sei­ne Prä­senz und sei­ne Per­sön­lich­keit“, lobt ihn der Sport­vor­stand. Hin­zu kom­men kon­ge­nia­le Mit­strei­ter in den vor­de­ren Re­gio­nen wie Ka­pi­tän Ro­man Droll, Va­len­tin Maz­re­ku und Ma­rio Ka­mer­la. Vor dem geg­ne­ri­schen Ge­häu­se läuft es al­so, aber das ist nichts Neu­es. Das funk­tio­nier­te auch schon in der Vor­sai­son, als man trotz Platz zehn die dritter­folg­reichs­te An­griffs­rei­he stell­te. Hin­ten je­doch – da lag meist das Pro­blem. „Der De­fen­siv­ver- bund spielt nun schon seit drei Jah­ren zu­sam­men. Da herrscht blin­des Ver­ständ­nis.“Als Fol­ge da­von hat sich die Zahl der Ge­gen­tref­fer in­ner­halb von zwei Jah­ren fast hal­biert. Geht dies so wei­ter, wird aus Spaß sport­li­cher Ernst und der FV Sandwei­er ent­zieht sich dem Hin- und Her­ge­schie­be zwi­schen den Staf­feln durch den Auf­stieg in die Be­zirks­li­ga.

Fo­to: Col­let

Ein wich­ti­ger Be­stand­teil der gut funk­tio­nie­ren­den Of­fen­si­ve beim FV Sandwei­er: Ka­pi­tän Ro­man Droll (links). Schon 61 Tref­fer hat der Kreis­li­gist in die­ser Sai­son er­zielt.

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