„Fah­ren da mit brei­ter Brust hin“

JC Ett­lin­gen: Sai­son­start in Abens­berg

Der Sonntag (Mittelbaden) - - Sport - Man­fred Spitz

Zu­rück auf Los. Die Ju­do-Bun­des­li­ga star­tet in ih­re neue Sai­son – und der TSV Abens­berg ist dann auch wie­der da­bei. Rück­blen­de: 2015 sorg­te der deut­sche Re­kord­meis­ter für ei­nen Pau­ken­schlag. Mit Blick auf Olym­pia (23 der 30 Ath­le­ten aus dem Top-Ka­der des Se­ri­en­sie­gers kämpf­ten um ei­nen der Start­plät­ze für Rio) mel­de­ten die Abens­ber­ger ihr Team aus der Bun­des­li­ga ab. Ins­ge­samt 20 deut­sche Mann­schafts­meis­ter­ti­tel, da­zu sie­ben Eu­ro­pa­po­kaltri­um­phe, hat­ten die Män­ner des Turn- und Sport­ver­eins aus der nie­der­baye­ri­schen 13 000-Ein­woh­ner-Kle­in­stadt bis da­hin ge­holt. Jetzt wol­len sie wie­der oben an­grei­fen. Ers­ter Geg­ner des „FC Bay­ern der Ju­do­mat­te“am 29. April: Der JC Ett­lin­gen. Dass es nach der Ett­lin­ger Ka­ta­stro­phen­sai­son 2016, als erst in der Ab­stiegs­run­de ge­gen Er­lan­gen der Klas­sen­ver­bleib si­cher­ge­stellt wer­den konn­te, beim Start in die Run­de 2017 gleich ge­gen den Rück­keh­rer, und dann auch noch in der Höh­le des Lö­wen, geht – JCE-Ma­na­ger und -Trai­ner Al­f­re­do Pa­ler­mo sieht’s ge­las­sen. „Wir fah­ren da mit brei­ter Brust hin“, sagt er und lacht. „Schließ­lich sind wir die ein­zi­gen, die es in den letz­ten Jah­ren ge­schafft ha­ben, Abens­berg mal zu schla­gen“, fügt Pa­ler­mo hin­zu. Nur zu ger­ne er­in­nert er sich an den „his­to­ri­schen“24. Mai 2008, als der JC Ett­lin­gen die Nie­der­bay­ern in der Alb­gau­hal­le mit 6:5 be­zwang; seit­her sind sich bei­de Sei­ten nicht mehr so ganz grün. Ziel des JCE in der kom­men­den Sai­son ist ein­mal mehr ein Platz un­ter den Top vier der Bun­des­li­ga Süd, und da­mit das Er­rei­chen der Play-off-Fi­nal­run­de mit dem Quar­tett aus der Nord-Grup­pe. Rang eins im Sü­den scheint vor­ab ver­ge­ben – an den TSV Abens­berg. Da­hin­ter aber könn­te es eng wer­den. KSV Ess­lin­gen, JC Leip­zig, TSV Groß­ha­dern, JC Rüs­sels­heim, JC Ett­lin­gen: Aus fünf mach drei; näm­lich drei wei­te­re Fi­nal­run­den­teil­neh­mer. „Die Ver­ei­ne mit viel Geld ha­ben den Nach­wuchs ab­ge­grast. Für uns bleibt nur noch die zwei­te, drit­te Rei­he“, sagt Al­f­re­do Pa­ler­mo. Für den JC Ett­lin­gen (der Etat be­trägt wie­der 80 000 Eu­ro) könn­te „die­ses Jahr ei­nes der schwers­ten in der Bun­des­li­ga wer­den“, be­fürch­tet er. Zu den Stüt­zen sei­nes Teams zäh­len ein­mal mehr der Büh­ler Di­no Pfeif­fer (bis 100 kg), So­shin Kats­u­mi (Frei­burg/bis 81 kg) oder der Pforz­hei­mer Phil­ipp Dahn (bis 66 kg). Mar­cel Pristl (bis 60 kg), Da­vid Krät­zel, Gar­lef Eder (Heim­ver­ein PS Karls­ru­he) und der Pforz­hei­mer Ju­li­an Iz­sak (al­le drei bis 73 kg), Franz Haet­tich (bis 90 kg), Ser­gej Scha­ki­mov und Max Wall­schmidt (bei­de über 100 kg) ge­hö­ren eben­falls zu Pa­ler­mos Rie­ge star­ker deut­scher Kämp­fer. Neu im JCE-Ka­der sind die Rüs­sels­hei­mer Patrick und Fa­bi­an Gör­ner (bis 60/66 kg) so­wie Ilya Bo­jar­kin (bis 100 kg) von den Judofreun­den Pforz­heim. „Auf meine star­ken Aus­län­der kann ich aber nicht ver­zich­ten“, sagt Al­f­re­do Pa­ler­mo. Die braucht er vor al­lem in den Klas­sen bis 81- be­zie­hungs­wei­se 90 Ki­lo­gramm (un­ter an­de­rem Ro­man Mous­to­pou­los/Grie­chen­land; Gior­gi Pa­pu­nash­vili, Le­van Tsik­lau­ri/bei­de Ge­or­gi­en). Stark schätzt Al­f­re­do Pa­ler­mo den TSV Groß­ha­dern, aber auch wie­der den KSV Ess­lin­gen ein. Ge­gen die Schwa­ben be­strei­tet der JCE am 17. Ju­ni ei­nen sei­ner in die­ser Sai­son nur zwei Heim­kämp­fe. Au­ßer­dem tritt am 6. Mai der JC Leip­zig in der Alb­gau­hal­le an. Leip­zig sei Zu­hau­se ei­ne Macht, aus­wärts aber längst nicht so kon­stant, sagt Pa­ler­mo. Ihm kommt die­se Kon­stel­la­ti­on durch­aus zu­pass. „Auch dass wir ge­gen Ess-

Heim­kämp­fe ge­gen Leip­zig und Ess­lin­gen

lin­gen Heim­recht ha­ben, ist si­cher nicht schlecht“, meint er. „Wir wol­len ja in die Fi­nal­run­de. Und dann gä­be es noch min­des­tens ei­nen wei­te­ren Heim­auf­tritt.“Um dem de­si­gnier­ten Nord-Do­mi­na­tor Ham­bur­ger JT im Vier­tel­fi­na­le aus dem Weg zu ge­hen, „wä­re es gut, nicht un­be­dingt Vier­ter zu wer­den“, denkt Pa­ler­mo prag­ma­tisch – und träumt da­von, wie­der mal im Fi­na­le zu ste­hen. In den ver­gan­ge­nen sechs Jah­ren war der JC Ett­lin­gen im­mer­hin drei­mal (2011, 2012, 2015) bis in die Vor­schluss­run­de vor­ge­sto­ßen, 2014 wur­de das Mi­ni­mal­ziel Vier­tel­fi­na­le er­reicht.

Gleich ge­for­dert: Am ers­ten Kampf­tag der Ju­do-Bun­des­li­ga (29. April) muss Leicht­ge­wicht­ler Gar­lef Eder mit dem JC Ett­lin­gen beim wie­der mit­mi­schen­den Se­ri­en­sie­ger TSV Abens­berg an­tre­ten. Fo­to: GES/Hurst

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